Einsatzgruppe Naturschutz: CDU und Grüne stellen Anträge auf dauerhafte Installation
Biotoppflege verknüpft mit Sozialarbeit

Kreis Coesfeld. Sie ist da, wo Handarbeit notwendig ist, wo keine größeren Maschinen hinkommen: Die Einsatzgruppe Naturschutz, die unter fachlicher Anleitung des Naturschutzzentrums Kreis Coesfeld Biotope und Naturlandschaften pflegt. Die drei bis vier Personen umfassende Gruppe entfernt mit Gärtnermeister Alexander Breitkopf Gehölz an Kleingewässern, pflegt Hecken, pflanzt Obstbäume, entfernt Riesenbärenklau und Jakobskreuzkraut. Auch samenreiches Mahdgut übertragen sie auf andere Flächen, damit sich heimische Arten verbreiten.

Mittwoch, 27.05.2020, 07:00 Uhr
Einsatzgruppe Naturschutz: CDU und Grüne stellen Anträge auf dauerhafte Installation: Biotoppflege verknüpft mit Sozialarbeit
Die Einsatzgruppe Naturschutz pflegt Naturlandschaften und ist zugleich ein Sozialprojekt. Nun haben sowohl CDU als auch Grüne im Kreis Anträge gestellt, damit die Arbeit dauerhaft installiert und auf den ganzen Kreis Coesfeld ausgedehnt wird. Foto: Naturschutzzentrum

Bislang erhielt die schnelle Truppe, die beim Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld angesiedelt ist, über das „Leader“-Projekt für die Baumberge-Region finanzielle Unterstützung. Die läuft aber nächstes Jahr aus. Die Chancen stehen jedoch gut, dass die Einsatzgruppe dauerhaft installiert wird. Das fordern sowohl die CDU als auch die Grünen im Kreis Coesfeld in Anträgen für die anstehenden politischen Beratungen. „Die Einsatzgruppe Naturschutz hat sich in den letzten drei Jahren als effektives Instrument der Landschaftspflege etabliert“, sagt Dr. Thomas Wenning von der CDU, auch Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz. Die Kreisverwaltung soll von daher eine dauerhafte Installation der Gruppe prüfen. Ihre Arbeit soll, sofern es Zustimmung gibt, dann kreisweit laufen und nicht auf die Baumberge begrenzt sein. „Wir haben viele Anfragen aus dem südlichen Kreis, denen wir im Moment leider nicht nachkommen können“, berichtet Thomas Zimmermann, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums.

Die Einsatzgruppe könnte sich zu einer tragenden Säule der verpflichtenden kreisweiten Landschaftspflege entwickeln, meint die CDU. Sie hebt auch die sozialpolitische Komponente hervor, denn das Projekt verknüpft Natur- und Umweltschutz mit Sozialarbeit: Die Mitarbeiter stammen vom gemeinnützigen Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP) als Kooperationspartner, der Hilfen für Suchtkranke, psychisch Kranke und Menschen in besonderen Lebenslagen bietet. Menschen, für die es schwierig ist, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

„Die Mitarbeiter finden über ihre Aufgaben eine sehr gute Bestätigung“, berichtet Breitkopf, der seit Beginn des Projekts die Gruppe fachlich anleitet. „Bei einer kreisweiten Öffnung des Projekts wären auch weitere soziale Träger für eine Zusammenarbeit möglich“, sagt Zimmermann. Er kann sich mehrere Kooperationspartner vorstellen. Weitere Aufgaben wären ebenfalls möglich. So könnten auch die Ausgleichsflächen des Kreises, die für Naturprojekte vorgesehen sind, gepflegt werden.

Die Grünen kommen in ihrem Antrag ebenfalls zu dem Schluss, dass die Arbeit der Gruppe dauerhaft gesichert werden müsse. „Das Projekt und diese Arbeitsgruppe haben sich eindeutig bewährt und sollte daher auch auf den Südkreis ausgedehnt werden können“, so Fraktionssprecher Norbert Vogelpohl in dem Antrag. Dazu sei es erforderlich, die Stelle für die Leitungskraft zu entfristen. Sie sollte dauerhaft finanziert werden, um so die Arbeit der Einsatzgruppe im Naturschutzzentrum dauerhaft zu sichern, so die Grünen.

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