Große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung
Schutzmasken: Nachschub unklar

Kreis Coesfeld. Schutzmasken sind begehrt. Der Bedarf in den Krankenhäusern und Seniorenheimen im Kreis Coesfeld steigt. Es gibt Lieferprobleme, Nachschub ist unklar. „Die Beschaffung von FFP2-Atemmasken ist nach wie vor sehr schwierig“, sagt Dr. Jörg Siebert, Chefarzt der Abteilung Chirurgie und Ärztlicher Direktor im St. Marien-Hospital Lüdinghausen. Vor einer Woche haben sich die Bürgermeister im Südkreis Coesfeld mit einen Appell an die Bevölkerung in Ascheberg, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Selm und Senden gewendet und um das Spenden von Schutzmasken, sogenannte FFP2-Masken, für die Mitarbeiter im St. Marien-Hospital Lüdinghausen gebeten. „Der Aufruf hat dazu geführt, dass wir den Vorrat an FFP2-Masken aufstocken konnten“, freut sich Siebert. Weitere Spenden seien willkommen.

Mittwoch, 01.04.2020, 07:00 Uhr
Große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung: Schutzmasken: Nachschub unklar
Mitarbeiter der Christophorus-Kliniken mit Schutzmasken: Links eine Mitarbeiterin mit einfacher Mund-Nasen-Schutz, rechts eine Mitarbeiterin mit FFP-Maske plus Schutzbrille. Foto: az

„Die Nachlieferungslage ist nicht sicher einzuschätzen“, sagt Dr. Jan Deitmer, Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken, die in Coesfeld, Dülmen und Nottuln vertreten sind. „Derzeit haben wir ausreichende Schutzbekleidung, also auch Schutzmasken“, sagt er.

Über den Kreis Coesfeld wurden an die Krankenhäuser im Kreis Coesfeld 3000 FFP2-Masken verteilt. 1635 gingen an die Christophorus-Kliniken. Deitmer zählt zudem auf die Ankündigung der Bundesregierung, die Krankenhäuser mit Nachschub zu versorgen. Und auf Quellen, die die Einkaufsabteilung der Christophorus-Kliniken prüft.

Beim einfachen Mund-Nasen-Schutz checken die Kliniken eine Alternative, die in der Textilindustrie hergestellt werde, von geprüfter Qualität sei „und den wir selber sicher aufbereiten und wieder in den Umlauf bringen können“.

Mitarbeiter und Bürger hätten in den letzten Tagen verstärkt ihre Hilfe angeboten. Dafür ein Dank von Deitmer. Der Mundschutz Marke Eigenbau eigne sich aber nicht für den medizinischen, sondern eher für den privaten Bereich, sagt er. „Es müssen also keine zusätzlichen Nähaktionen für den Krankenhausbereich gestartet werden.“

Auch das St.-Marien-Hospital Lüdinghausen verweist darauf, dass der selbstgenähte Mundschutz im medizinischen Bereich nur eingeschränkt einsetzbar sei. „Die Bürger können uns aber weiter durch Spenden vorhandener Schutzausrüstung unterstützen“, sagt Siebert. „Dazu gehören in erster Linie FFP2/FFP3-Masken. Denn der Bedarf sei hoch: „Je Covid-19-Patient in einem mittelschweren Fall brauchen wir 15 FFP2-Masken und in einem schweren Fall bis zu 24 Masken täglich“, rechnet Siebert vor. (Kontakt: Maren Mertens, Tel. 02591/231-210).

Nachbarschaften, Mitarbeiter, Einzelpersonen und Nähereien setzen sich in vielen Orten an die Nähmaschinen, um Mundschutz herzustellen. Auch für die Seniorenheime. „In der Bevölkerung herrscht ein großes Engagement, darüber freuen wir uns sehr“, sagt Joachim Brand, Leiter des Antoniushaus-Seniorenheims in Lüdinghausen. „Auch einige Ordensschwestern waren aktiv.“ Für gewisse Bereiche sei der selbstgenähte Mundschutz auch einsetzbar.

Auch in der Heilig-Geist-Stiftung für Altenpflege in Dülmen „versuchen wir uns selber zu helfen“, so Einrichtungsleiter Rainer Schmidt-Dierkes. „Es ist ja normalerweise nicht üblich, im Seniorenheim in den Wohnbereichen mit Mundschutz zu arbeiten.“ Somit sei der Vorrat gering. Einfacher Mundschutz und genähte Masken bieten immerhin einen Spritzschutz und bringen so viel, dass man sich nicht direkt ins Gesicht fasst. Medizinisch seien die einfachen Masken natürlich nicht ausreichend. Und die Bewohner? Ein Problem für sich. „Menschen mit Demenz ist das oft nicht vermittelbar, dass sie so eine Maske tragen sollen“, beschreibt Schmidt-Dierkes die Situation.

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