Feuerwehr verzeichnet mehrere Einsätze – Pegelstände gehen aber wieder zurück
Dauerregen hat Böden nun gesättigt

Kreis Coesfeld. 13 Uhr musste Berthold Wedding von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Coesfeld am Sonntag Alarmstufe 1 auslösen. Zuerst für die Stever und dann auch für die Berkel. Der dauerhafte Niederschlag hatte die Flüsse um das Vierfache ihres Mittelwasserstandes anschwellen lassen. „Das ist aber noch relativ harmlos“, erklärt Heike Brunsmann, die bei der Unteren Wasserbehörde für Gewässerunterhaltung und Aufstau von Gewässern zuständig ist. „Bei Stufe 1 sind zum Beispiel die Stauwehrbetreiber angehalten, ihre Wehre zu öffnen.“ Sechsmal musste die Feuerwehr im Kreisgebiet am Sonntag zu Einsätzen mit dem Stichwort „Wasser im Gebäude“ ausrücken und vor allem Keller leerpumpen: in Nottuln, Rosendahl-Holtwick, Bösensell, Olfen, Nottuln-Darup und Lüdinghausen.

Dienstag, 25.02.2020, 10:26 Uhr
Feuerwehr verzeichnet mehrere Einsätze – Pegelstände gehen aber wieder zurück: Dauerregen hat Böden nun gesättigt
Das ehemalige Industriegelände an der Dülmener Straße in Coesfeld hat sich eine kleine Seenlandschaft verwandelt. Die Böden sind nun fürs Erste gesättigt. Foto: Leon Eggemann

Hinzu kamen 17 Sturmeinsätze, die sich quer durchs Kreisgebiet zogen, wie Markus Holling von der Kreisleitstelle der Feuerwehr berichtet. Insgesamt hielten sich die Einsätze jedoch noch im Rahmen. „Bei einem Platzregen und Gewitter im Sommer haben wir mehr zu tun“, berichte Holling am Montag auf Nachfrage. „Gestern hatten wir erhöhte Pegelstände, aber mittlerweile gehen sie schon wieder zurück.“

Das bestätigt auch Heike Brunsmann: „Die Berkel zum Beispiel hat die Eigenschaft, dass sie schnell ansteigt, aber auch schnell wieder zurückgeht“, sagt die Fachfrau für Wasserwirtschaft. Dies liege am kleinen Einzugsgebiet des Flusses. Heißt: Nur wenige Bäche münden in die Berkel, sodass der Pegelstand meist nicht langfristig hochgehalten werde. In Lutum bei Billerbeck hat die Untere Wasserbehörde einen Höchststand der Berkel von zwei Metern verzeichnet – etwas über dem sogenannten mittleren Hochwasser von 1,75 Meter. Der Mittelwasserstand der Berkel beträgt ansonsten jedoch nur knapp 50 Zentimeter. Auch die Stever schwoll merklich an und erreichte ihren Höchststand am Montagmorgen zwischen 4 und 6 Uhr mit 2,30 Meter – ebenfalls knapp über dem mittleren Hochwasserstand von 2,10 Meter und viermal so hoch wie normal (Mittelwasserstand: 40 bis 60 Zentimeter).

Nichtsdestotrotz erinnern viele Wiesen und Felder im Kreis Coesfeld am Montagmorgen eher an die Mecklenburgische Seenplatte. Ein ehemaliges Industriegelände in Coesfeld, auf dem in Zukunft Wohnbebauung realisiert werden soll, steht fast komplett unter Wasser. Die Böden seien nun gesättigt und zurzeit nicht mehr auf weitere Regenfälle angewiesen, so Brunsmann.

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