Kreissportbund als erster KSB im Qualitätsbündnis
Nein zu sexualisierter Gewalt im Sport

Kreis Coesfeld. Landessportbund-Präsident Stefan Klett brachte dem Kreissportbund Coesfeld (KSB) jetzt ein besonderes Türschild mit: Es bescheinigt dem KSB, dass er Mitglied im „Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“ ist. „Als erster Kreissportbund“, lobte Klett.

Dienstag, 18.02.2020, 07:00 Uhr
Kreissportbund als erster KSB im Qualitätsbündnis: Nein zu sexualisierter Gewalt im Sport
Stefan Klett, Präsident des Landessportbundes NRW, überreicht in der Präsidiumssitzung des Kreissportbunds die Zertifizierung an KSB-Präsident Bernd Heuermann und Geschäftsführer Jens Wortmann (v.l.). Foto: Viola ter Horst

Der KSB stellte sich dabei einem Zertifizierungsprozess, um zum einen in den eigenen Reihen Spielregeln aufzustellen zur Vorbeugung von sexualisierter Gewalt. Ob es um eigene Mitabeiter des KSB mit der Sportjugend und weiteren Untergliederungen geht, um Trainer oder Vorstand –in Fortbildungen, Tagungen oder Veranstaltungen. Zum anderen, um den angeschlossenen Sportvereinen im Kreis Coesfeld als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und um für das Thema zu sensibilisieren.

Sexuelle Gewalt in Sportvereinen – „fünf bis zehn Fälle pro Jahr kommen bei uns an“, berichtet Geschäftsführer Jens Wortmann. „Von verbaler Gewalt bis zu strafrechtlich relevanten Fällen.“

Ob es darum geht, dass Jugendliche andere Jugendliche in der Umkleide fotografieren und die Bilder online stellen oder um „Hilfestellungen“, die ein Trainer an falscher Stelle gibt: Die Spitze des Eisberg – doch die Grauzone ist hoch, weiß Wortmann. „Wenn ein Trainer durch die Umkleidekabine geht, ist das zwar nicht strafbar, aber Jugendliche in der Pubertät empfinden das als äußerst unangenehm.“ Klare Umgangsregeln sollen dafür sorgen, dass solche Situationen erst gar nicht vorkommen. „Bei Veranstaltungen oder Fortbildungen müssen unsere Mitarbeiter immer zu zweit sein“, nennt Präsident Bernd Heuermann ein weiteres Beispiel.

Und Sporthallen, bei denen ein Trainer die Umkleideräume der Teilnehmer queren muss, um in seine eigene Kabine zu gelangen, werden gemieden, „wir klären das vorher ab“, so Wortmann.

Die angeschlossenen Vereine seien unterschiedlich organisiert. Von 200 sei ein Viertel gut aufgestellt – so hat sich die DLRG Nordkirchen zertifizieren lassen –, ein Teil im Mittelfeld, ein Teil unternehme nur das Mindeste vorbeugend. „Da können wir als Vorbild dienen – und zum Beispiel kostenlose Fortbildungen vermitteln“, sagt Wortmann. Ebenso kann der KSB weiterhelfen, wenn es einen Verdachtsfall gibt. Die Schritte sind genau festgehalten, wie vorgegangen werden sollte.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7269711?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F819241%2F1324401%2F
Nachrichten-Ticker