Kreis Coesfeld
DGB ruft zur Mahnwache auf

Kreis Coesfeld (vth). Proteststurm auch auf Kreisebene nach den Vorgängen in Thüringen. Am Montag (10. Februar) plant der Gewerkschaftsbund DGB Kreisverband Coesfeld eine Mahnwache, um ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen. Sie findet von 16 bis 18 Uhr in der Bahnhofstraße 3 in Lüdinghausen statt, vor dem Verlagsgebäude von Manuscriptum. Der Verlag publiziert unter anderem Schriften der AfD-Politiker Björn Höcke und Alexander Gauland.

Samstag, 08.02.2020, 09:00 Uhr

„Der FDP-Kandidat Kemmerich, der mit seiner Partei mit fünf Prozent und mit Ach und Krach in den Landtag gekommen ist, lässt sich mit den Stimmen der Faschisten ins Amt wählen“, ist DGB-Kreisverbandsvorsitzender Ortwin Bickhove-Swiderski (Dülmen) empört. Der Vorgang in Thüringen sei für alle Demokraten und für die Gewerkschaften erschütternd.

Er blickt auf die Geschichte zurück: „Schon in der Weimarer Republik war es die DNVP, eine „liberale“ Vorgängerpartei der FDP, die als erstes mit der NSDAP kooperiert hat.“ Der DGB fordert die Landtags- und die Bundestagsabgeordneten im Kreis Coesfeld auf, an der Mahnwache teilzunehmen und den Bürgern das jeweilige Vorgehen ihrer Partei zu erklären.

Zugesagt haben bis gestern der hiesige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Friedrich Ostendorff, Johannes Waldmann (stellv. Vorsitzender Kreis-SPD) und Jules El-Khatib (stellv. Landessprecher der Linken NRW). SPD-Landtagsabgeordneter André Stinka aus Dülmen, CDU-Landtagsabgeordneter Dietmar Panske (Ascheberg) und FDP-Landtagsabgeordneter Henning Höne (Coesfeld) haben sich laut Bickhove-Swiderski entschuldigt, weil sie anderweitige Termine hätten.

FDP-Abgeordneter und Kreisvorsitzender Höne will die Einladung nicht unkommentiert stehen lassen. So hält er sie einseitig gegen die FDP gerichtet. Die Verbindung der DNVP zur heutigen FDP weist er entschieden zurück. Höne schreibt in dem Antwortbrief an Bickhove-Swiderski noch einmal, dass er die Wahl von Kemmerich zum Ministerpräsidenten auf das Schärfste kritisiert habe. In zahlreichen Landtagsreden habe er das rassistische Gedankengut der AfD thematisiert und kritisiert.

Die von der Gewerkschaft hergestellte Verbindung der Vorgänge in Thüringen zum Dritten Reich sei „zutiefst geschichtsvergessen“, so der Coesfelder.

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