Ökumenische Weltgebetstagswerkstätten beschäftigen sich mit Liedern aus Simbabwe
Afrikanische Stimmung und ein Abschied

Kreis Coesfeld. In den ökumenischen Weltgebetstagswerkstätten im Evangelischen Gemeindezentrum Lüdinghausen und im Maria-Ludwig-Stift in Dülmen begrüßte Gisela Budde, Sprecherin des Arbeitskreises Weltgebetstagswerkstätten, mehr als 90 Frauen aus den Regionen Coesfeld, Dülmen, Lüdinghausen und Werne.

Mittwoch, 29.01.2020, 07:00 Uhr
Ökumenische Weltgebetstagswerkstätten beschäftigen sich mit Liedern aus Simbabwe: Afrikanische Stimmung und ein Abschied
Zum letzten Mal leiteten Gisela Budde (l.) aus Ascheberg und Ursula Nordhoff-Schöttler aus Coesfeld die Arbeitsgruppe Liturgie. Foto: az

In diesem Jahr laden christliche Frauen unter dem Motto: „Steh auf und geh“ aus Simbabwe zum Weltgebetstag ein. Die Lieder der Liturgie aus Simbabwe lösten bei den Teilnehmerinnen große Begeisterung aus. „Hier ist nicht nur das Thema sondern auch die Stimmung richtig afrikanisch“, brachte Mechthild Schlichtmann, musikalische Leitung, den Gesang der Frauen auf den Punkt.

Renate Tenner entführte die Teilnehmerinnen mit ihren Informationen über das Land Simbabwe in eine andere Welt. „Steh auf und geh!“ Eine starke Aussage von Frauen aus einem krisengeplagten Land, in dem die Situation der Frauen alles andere als gut ist. 90 Prozent der Menschen sind ohne feste Arbeit, so der Vorbereitungskreis. Offiziell garantiere Simbabwes Verfassung die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Doch das Patriarch sei tief verwurzelt in der Gesellschaft. Vor allem auf dem Land dominiere weiterhin das traditionelle Gewohnheitsrecht, das Frauen und Mädchen in vielfältiger Weise diskriminiert. Gewalt gegen Frauen und Mädchen zeige sich in Simbabwe unter anderem in der verbreiteten Polygamie und der Zwangsverheiratung von minderjährigen Mädchen. Besonders schwer hätten es Witwen, so die Weltgebetsfrauen.

„Steh auf und geh“ heißt es auch in der Bibelstelle Joh. 5,2-9a, die Dorothea Tappe in einer Arbeitsgruppe unter die Lupe nahm.

Zum letzten Mal leiteten in diesem Jahr Gisela Budde (kfd) aus Ascheberg und Ursula Nordhoff-Schöttler (ev. Frauenhilfe) aus Coesfeld die Arbeitsgruppe „Liturgie“. Für beide bedeuteten diese Nachmittage das Ende einer langen Ära. Ursula Nordhoff Schöttler war seit 15 Jahren in der Vorbeitungsgruppe und Gisela Budde seit 14 Jahren, davon seit acht Jahren Leiterin der Vorbereitungsgruppe. Ursula Northoff-Schöttler hat die Teilnehmerinnen seit Beginn ihrer Tätigkeit in der Vorbereitungsgruppe auf Reisen rund um den Erdball mitgenommen. Sie schaute mit den Teilnehmerinnen durch Türen, die auf touristischen Weltreisen nicht geöffnet werden.

Gemeinsam entwickelten Gisela Budde, die in eine andere Gegend umzieht, und Ursula Nordhoff-Schöttler Liturgievorschläge für die Pfarrgemeinden vor Ort und stellten sie in den Werkstätten vor. Nun ist die Zeit gekommen, dass Gisela Budde und Ursula Northoff-Schöttler für sich das Motto „Steh auf und geh“ selber in Anspruch genommen haben. Gisela Budde wurde in der Werkstatt in Lüdinghausen von Dorothea Tappe, Pastoralreferentin, und Brigitte Steinberg, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, verabschiedet. Sie ließ es sich aber nicht nehmen, noch einmal in Dülmen die Werkstatt zu leiten und Ursula Nordhoff-Schöttler selbst zu verabschieden.

„Ganz konkretes politisches Handeln“

Kreis Coesfeld. Gisela Budde aus Ascheberg hat sich von der Arbeit für den Weltgebetstag im Kreis Coesfeld verabschiedet – sie steckt gerade mitten im Umzug. Unser Redaktionsmitglied Viola ter Horst sprach mit der langjährigen Leiterin der Vorbereitungsgruppe.

Warum wirkten Sie an den Werkstätten für den Weltgebetstag mit?

Giesela Budde: Weil es eine weltweite ökumenische Basisbewegung von Frauen ist. Man lernt intensiv fremde Länder kennen und die Lebenssituation von Frauen verstehen. Es ist ein gutes Gefühl, in so einer großen Gemeinschaft mitzuwirken und etwas bewegen zu können.

Warum überhaupt ein Weltgebetstag?

Budde: Durch das Gebet wird die Verbundenheit mit den Frauen des jeweiligen Lands noch einmal deutlich. Der Weltgebetstag ist ja nicht nur ein Gottesdienst. Wir beschäftigen uns intensiv mit einem Land, in diesem Jahr mit Simbabwe. Der Weltgebetstag steht dafür, dass wir die Frauen dort sehen und sie unterstützen. Für mich ist der Weltgebetstag auch politisches Handeln. Ganz konkretes politisches Handeln sogar. Wenn man zum Beispiel Unterschriften für einen Schuldenerlass sammelt, wie wir das für Simbabwe tun.

Einen Schuldenerlass?

Budde: Ja, dass Deutschland auf einen Teil der Schuldenrückzahlung verzichtet. Unter der Bedingung, dass das Geld für die Förderung von Frauen- und Gesundheitsprogrammen gezahlt wird.

Was verbinden Sie mit Simbabwe?

Budde: Ein afrikanisches Land, in dem Frauen für Geschlechtergerechtigkeit kämpfen müssen. Es gibt ein afrikanisches Wort, das heißt Ubuntu, das steht für Gemeinsamkeit; im Sinne von „Du bist, weil wir sind“, aber auch: „Wir sind, weil du bist.“ In diesem Sinne verstehe ich auch unsere Aktionen zum Weltgebetstag. Unser Wissen, das wir uns im Vorfeld in den Werkstätten aneignen, geben wir an andere Interessierte weiter, die Unterstützung bieten und ebenfalls

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