Tim Schreiber über die Ziele der neuen Gruppe „Scientists for Future“
„Klimaschutz-Maßnahmen reichen nicht aus“

Kreis Coesfeld. Im Kreis Coesfeld gründete sich jetzt eine Regionalgruppe der „Scientists for Future“. Das Ziel der Wissenschaftler: Initiativen, die sich für ein besseres Klima einsetzen, wissenschaftlich zu unterstützen. Das Gründungstreffen fand jetzt in Dülmen statt. Unser Redaktionsmitglied Viola ter Horst sprach mit Tim Schreiber aus Dülmen, der zu den ersten 20 Mitgliedern zählt.

Donnerstag, 09.01.2020, 11:00 Uhr
Tim Schreiber über die Ziele der neuen Gruppe „Scientists for Future“: „Klimaschutz-Maßnahmen reichen nicht aus“
„Uns läuft die Zeit davon“: Tim Schreiber Foto: az

Wie kam es zu der Idee?

Tim Schreiber: Die ersten Gespräche gab es beim Bürgertreffen in Dülmen im Oktober. Anschließend folgte das Gründungstreffen Anfang des Jahres.

Was ist Ihr Ziel?

Schreiber: Wir wollen die Klimaschutzbewegung, insbesondere die Fridays for Future, unterstützen und zusätzlich auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel kommunale Maßnahmen bewerten und hinterfragen sowie für Informationen zur Verfügung stehen.

Können das die Jugendlichen von Fridays for Future nicht selber?

Schreiber: Sicher, sie haben sehr gute Informationen. Ihre Forderungen sind berechtigt und gut begründet. Auch wir wollen daher wie viele andere dieses dringende Anliegen unterstützen. Wir alle teilen ihre Sorge um die weitere Entwicklung des Klimas. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klimaschutz reichen auf allen politischen Ebenen bei weitem nicht aus und uns läuft die Zeit davon! Das neue Jahr ist entscheidend für die rechtzeitige Reduktion der Treibhausgasemissionen gemäß des Pariser Klimaschutzabkommens. Wir hoffen in diesem Zusammenhang Antworten auf viele Fachfragen geben zu können. Oder zum Beispiel Klimatologen für Vorträge an Schulen oder Fachveranstaltungen zu vermitteln.

Die Betonung liegt aber auf Unterstützung von Fridays for Future?

Schreiber: Ja, auf jeden Fall, das ist ein Hauptanliegen. Es gibt in vielen anderen Regionen ja bereits Scientists-for-Future-Regionalgruppen. Und mit unserer Idee, hier ebenfalls so eine Gruppe auf die Beine zu stellen, liefen wir offene Türen ein. Ein weiterer Punkt ist, dass es über die menschenverursachte Klimaveränderung immer wieder haarsträubende Falschbehauptungen gibt. Auch denen treten wir entschieden entgegen und können dafür wissenschaftlich fundierte Belege bieten.

Aus welchen Orten kommen Sie und in welchen Bereichen sind Sie aktiv?

Schreiber: Im Moment stammen die meisten von uns aus Dülmen. Wir freuen uns aber über weitere Interessenten aus allen Orten des Kreises, die uns unter s4f.kreiscoesfeld@gmx.de erreichen können. Wir kommen aus allen möglichen Fachrichtungen, von Chemie, Physik und Biologie, über Maschinenbau, Energie-, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften bis hin zu Soziologie und Psychologie. Gerade auch durch diese unterschiedlichen Hintergründe können wir ein breites Themenspektrum abdecken, was den Austausch über den Klimawandel besonders interessant und fruchbar macht.

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