Kreis Coesfeld
30 000 Euro für Kinderschutz

Kreis Coesfeld. Einhellig Zustimmung fand im Jugendhilfeausschuss der CDU-Abtrag, 30 000 Euro für den Kinderschutz in den Haushalt zu stellen. Die CDU verfolge einen dezentralen Ansatz im Kreis Coesfeld, wie Ralf Danielczyk von der CDU erläuterte. Mit dem Geld soll den offenen Jugendeinrichtungen in allen neun Städten und Gemeinden des Kreisjugendamtes ermöglicht werden, das Personal im Kinderschutz fortzubilden. „Wir denken, 30 000 Euro sind erstmal eine gute Sache, dann sehen wir weiter“, meinte Danielczyk.

Dienstag, 19.11.2019, 10:00 Uhr

Die SPD wollte 120 000 Euro in den Haushalt stellen und kämpfte zusammen mit den Grünen um eine Beratungsstelle. Der Antrag fand aber keine Mehrheit und so soll es bei den 30 000 Euro im nächsten Jahr bleiben. „Es gibt hier eine Lücke und wir sind der Meinung, dass für eine Beratungsstelle bereits Geld eingestellt werden sollte, von wem auch immer sie dann betrieben wird“, sagte Margarete Schäpers von der SPD. „Fortbildungen sind gut, aber das reicht nicht“, so Wolfgang Dropmann von den Grünen. Er sah sich auch durch die Zahlen im Haushaltsbuch bestätigt, wonach es 174 Kindeswohlgefährdungen in 2018 im Kreis Coesfeld gab, zumeist wegen Vernachlässigung, Misshandlung und sexuellen Missbrauchs. „Das zeigt, dass Bedarf vorhanden ist“, sagte er. Dem stimmte auch Hans-Jürgen Dittrich aus Polizeisicht zu.

Das wollte Dezernent Detlef Schütt allerdings nicht unkommentiert stehen lassen. Er verwies auf den Beschluss des Kreistags, wonach mit den Akteuren, die im Bereich Kinderschutz tätig sind, zunächst festgestellt werden soll, ob und in welchen Bereichen es einen Bedarf gebe. Festgestellt sei eine Lücke im Kreis Coesfeld aber noch nicht. Berücksichtigt werden müsse zudem, dass es vom Land NRW nach den jüngsten Missbrauchsskandalen noch Empfehlungen für die Jugendämter vor Ort geben werde.

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