Kreis Coesfeld
Eine Ausbildung mit „Hilfe für Senegal“

Kreis Coesfeld. „Schule. Und was dann?“ Diese Frage stellen sich viele Jugendliche. Im Senegal ist jedoch schon der Schulbesuch ein Privileg. Der Abschluss an einer Schule ist für sie ein guter Start in die Zukunft.

Mittwoch, 18.09.2019, 10:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Eine Ausbildung mit „Hilfe für Senegal“
Gerhard Ahrens (3. v.r.) überreicht die Ausbildungsvereinbarung an Albert Guntermann (2. v.l.) und Gudula Gotzes (2. v.r.) vom Vorstand der „Hilfe für Senegal“. Mit ihnen freuen sich die Ahrens-Mitarbeiter Laurenz Fark (l.) und Norbert Bilk (r.). Foto: Werner Storksberger

Aber eine berufliche Ausbildung ist noch eine ganz andere „Hausnummer“. Der Verein „Hilfe für Senegal“ will jetzt den Jugendlichen in Westafrika dabei helfen, diesen Sprung in eine berufliche Zukunft zu schaffen. Und der Unternehmer Gerhard Ahrens aus Münster-Roxel geht dabei mit gutem Beispiel voran: Der Senior-Chef des Garten- und Landschaftsbau-Unternehmens unterschrieb jetzt die ersten beiden Ausbildungsvereinbarungen, mit denen zwei Jugendlichen die dreijährige Ausbildung finanziert wird.

„Hilfe für Senegal“ ermöglicht schon seit vielen Jahren Kindern den Schulbesuch. Für rund 450 Kindern wird die Schulgebühr gezahlt. Jetzt geht der in Lüdinghausen ansässige Verein einen Schritt weiter: Ab sofort übernimmt der als „Nichtregierungsorganisation“ im Senegal anerkannt Verein die Finanzierung von Ausbildungsplätzen. Mit im Boot ist das Don-Bosco-Werk, das in Thiés, der zweitgrößten Stadt im Senegal, eine Lehrwerkstatt betreibt. Dort stehen Ausbildungsplätze für Schreiner, Elektriker, Metallbauer und Solar-Techniker zur Verfügung. Aber: Die Ausbildungsplätze müssen finanziert werden. Und dafür setzt sich jetzt „Hilfe für Senegal“ ein. Im Klartext: Der Verein sucht Paten, die die jährlichen Kosten in Höhe von 330 Euro (für die Dauer von drei Jahren) übernehmen. Mit Gerhard Ahrens wurde der Verein jetzt erstmals fündig. Und das sogleich in doppelter Hinsicht.

Hinter der Patenschaft steht jedoch nicht nur Ahrens, sondern sein ganzes Unternehmen aus Münster-Roxel. Die ersten 1000 Euro für die Finanzierung eines Ausbildungsplatzes stammen nämlich von der Belegschaft des Garten- und Landschaftsbau-Unternehmens. Als Ahrens seinen 60. Geburstag feierte und gleichzeitig die Firma an seinen Sohn Gerrit übergab, verzichtete er auf persönliche Geschenke. Stattdessen spendeten die Mitarbeiter insgesamt 3000 Euro für „Hilfe für Senegal“. 1000 Euro aus diesem Spendentopf werden für die Ausbildung eines „Kollegen“ in Thiés verwendet. Mehr noch: Das Unternehmen selber übernahm eine zweite Ausbildungspatenschaft.

Die Initiative ist kein Zufall. Gerhard Ahrens ist bereits seit Mitte der 1990er Jahre Mitglied von „Hilfe für Senegal“. Vier Mal war er bereits in Westafrika, um bei Arbeitseinsätzen praktische Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Im Rahmen seines letzten Besuches im Senegal war er maßgeblich an der Planung und Gestaltung eines Schulgartens beteiligt (die WN berichteten). Diese Gartenanlage soll die Ernährungssituation der Kinder verbessern und gleichzeitig als Beispiel für den Gemüseanbau dienen.

Der Verein „Hilfe für Senegal“ sieht in der Verbesserung der schulischen und beruflichen Ausbildung einen Beitrag, die Zukunftsperspektiven der jungen Menschen im Senegal zu verbessern. „Wir wollen den Jugendlichen eine Perspektive vor Ort geben, damit sie nicht in eine unsichere Zukunft in Europa flüchten“, formuliert Hilfe-für-Senegal-Vorsitzende Gudula Gotzes das Ziel des Engagements. Sie hofft daher, dass dem Beispiel des Münsteraners viele Unternehmen folgen und sich für eine Patenschaft entscheiden.

| www.hilfe-fuer-senegal.de

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