Kreis Coesfeld
Aktiv fürs Klima: „Es ist höchste Zeit“

Kreis Coesfeld. Burkhard Neimeier ist schon lange kein Schüler mehr. Das heißt aber nicht, dass er sich nicht für Klimaschutz interessiert. „Das Thema berührt mich schon ziemlich lange“, sagt der 49-jährige Dülmener.

Samstag, 24.08.2019, 10:00 Uhr
Kreis Coesfeld: Aktiv fürs Klima: „Es ist höchste Zeit“
Unterwegs zur „Fridays-for-Future“-Demo nach Münster: Burkhard Neimeier (r.) aus Dülmen aus der „Parents“-Gruppe mit weiteren Mitstreitern auf dem Weg zum Zug. Foto: Markus Michalak

Deswegen war er froh, als sich auch in Dülmen eine „Fridays-for-Future“-Gruppe bildete und dann die „Parens-for-Future“-Gruppe für Leute ab etwa 30 und Eltern, die die Proteste für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit unterstützt. Neimeier schloss sich über WhatsApp an – und jetzt ist er dabei und hilft in der Gruppe mit.

Am Freitag, 20. September, soll in Dülmen zum ersten Mal im Kreis Coesfeld eine Fridays-for-Future-Klimademo in Kooperation mit „Parents for Future“ stattfinden.

Ausdrücklich keine reine Schülerdemo, sondern Menschen jeden Alters aus dem Kreis Coesfeld sind zur Teilnahme aufgerufen. Die Aktion ist Teil eines globalen Klimastreiks, denn am 20.9. stehen weltweit Klima-Streiks an.

Im Kreis Coesfeld werden die Mitstreiter, die sich in den WhatsApp-Gruppen melden, immer mehr. „Bei den Jugendlichen waren es neulich schon etwa 150, bei uns um die 50“, berichtet Neimeier.

In einem Brief wendet sich die Elterngruppe an alle Schulen im Kreis Coesfeld und bittet um „besondere Nachsicht mit eventuell teilnehmenden Schülern“ an der Klimademo am 20. September.

Außerdem verweisen die Organisatoren auf die kreisweite Klimaschutzwoche, die der Kreis Coesfeld mit den Städten und Gemeinden sowie weiteren Partnern vom 12. bis 22. September zum zweiten Mal auf die Beine stellt. Die Schulen könnten die Klimabewegung aktiv unterstützen, so die Organisatoren in dem Schreiben: „Diskutieren Sie in Ihrem Kollegium die Möglichkeit, im Rahmen dieser Klimaschutzwoche einen Sonderprojekttag oder Schulausflug zur kreisweiten Demonstration am 20.9. einzurichten oder unterstützen Sie den Besuch als Maßnahme politischer Bildung.“

Für den Dülmener Burkhard Neimeier gibt es viele Ansätze, mit denen jeder etwas für den Klimaschutz tun kann. „Ich nehme beim Einkaufen immer eigene Dosen mit, damit kein Verpackungsmüll entsteht“, berichtet der Vater von fünf Kindern. Es gibt viele Dinge, die ihn ärgern. Kleinigkeiten, die nicht sein müssten. Dann muss der Dülmener etwas unternehmen. Einmal schrieb er eine Tiefkühlprodukte-Firma an, „weil die empfahl, dass sämtliche ihrer Speisen nur mit offenem Deckel gekocht werden sollten“. Weitgehend Quatsch, wie er herausfand – „und was für eine Energieverschwendung!“ Er erinnert sich daran, dass früher die ganze Familie mit einem Ferienreisezug nach Österreich fuhr. „Solche Züge sollte es wieder geben, das war eine super Sache. Statt dessen fliegen die Leute, was im Vergleich unglaublich schädlich fürs Klima ist.“

Und immer wieder gibt es nun für den 49-Jährigen Aktionen. Gestern fuhr er mit weiteren „Parents“ und Jugendlichen aus den WhatsApp-Gruppen nach Münster zur Friday-for-Future-Demo. Natürlich mit dem Zug. Jetzt steht bald die erste Demo im Kreis Coesfeld an. Seine Kinder, sind die auch dabei? „Nein, die haben im Moment andere Interessen oder sind noch zu klein“, antwortet er.

Neimeier findet, es ist höchste Zeit. Dass der Klimawandel stattfinde, darüber gebe es einen wissenschaftlichen Konsens. Gleichzeitig erreiche die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre jedes Jahr neue Höchststände.

0 Die kreisweite Demo in Dülmen am 20.9. beginnt um 10 Uhr beim Löwen-Denkmal am Markplatz. Zu dem Klimastreik sind ausdrücklich Mitstreiter jeden Alters eingeladen.

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