Kreis Coesfeld
Froh über gemeinsames Projekt – mit einigen Bedenken

Kreis Coesfeld (vth). Bei zwei Enthaltungen (Grüne und UWG) stimmte nach längerer Diskussion der Kreisausschuss dafür, dass der Münsterland e.V. weiter an einer Marke für die Region arbeiten und dafür erheblich mehr Gelder als bislang bekommen soll. Insgesamt benötigt der Münsterland e.V., wie berichtet, rund 1,2 Millionen Euro von den beteiligten Kreisen. Für den Kreis Coesfeld wären das ab 2020 dauerhaft 164 520 Euro – noch einmal so viel wie der Münsterland e.V. bereits an Unterstützung bekommt.

Freitag, 14.06.2019, 14:28 Uhr

Darin enthalten sind auch Stellen für die weitere Entwicklung der drei Leitprojekte „onboarding@Münsterland“ (Fachkräftesicherung für Unternehmen), „Picknick³“ (als Marken- und Identifikationsprojekt für Bürger und Gäste des Münsterlandes) und „Münster.Land.Leben“ (als Wissenschaftsprojekt für die Gesundheitsversorgung).

„Über die Sinnhaftigkeit gibt es überhaupt nichts mehr zu diskutieren“, betonte Werner Schulze Esking für die CDU, dass es ja für das Projekt an sich längst grünes Licht gegeben hat. Carsten Rampe von der SPD plädierte ebenfalls für die Unterstützung, auch solle keine Einschränkung auf zunächst fünf Jahre bei den Geldern gemacht werden, wie es in einem anderen Kreis beschlossen wurde. „Sogar die Bürgermeister, die solche Projekte immer sehr kritisch begleiten, haben zugestimmt“, argumentierte Rampe. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr erläuterte, dass bislang Vorarbeiten über den Münsterland e.V. liefen und jetzt die eigentliche Entwicklung mit Kampagnen starte. Dass die Installierung einer gemeinsamen Marke, über die sich die Münsterländer identifizieren und nach außen darstellen sollen, einiges an Geld kosten werde, sei von vorneherein klar gewesen.

Kritische Töne äußerte Heinz Jürgen Lunemann von der UWG, der die Marken-Ideen wenig überzeugend fand. Der Kreis sei kein Selbstbedienungsladen, was Fördermittel angehe. Außerdem sei für einen Teil der Projekte sowieso schon die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (wfc) zuständig. „Entweder ist die wfc da über oder der Münsterland e.V.“ Das wollte Prof. Josef Gochermann (CDU), der der Gesellschafterversammlung der wfc angehört, so nicht stehen lassen. Auch wenn Schnittmengen existierten, etwa weil die wfc an einem der Leitprojekte mitwirke, „gibt es eine klare Abgrenzung zwischen wfc und Münsterland e.V.“, betonte er. Außerdem: „Wir haben den Münsterland e.V. doch gebeten, eine Aufgabe zu übernehmen.“ Es gehe nun darum, den Prozess positiv zu begleiten und das schließe selbstverständlich die Finanzierung mit ein.

Die CDU zeigte sich zudem froh, dass endlich an einem Strang gezogen wird – inklusive Münster. Viel zu oft habe es Unstimmigkeiten gegeben und jeder dann sein eigenes Süppchen gekocht. Lambert Lonz (SPD) sah genau diesen Punkt kritisch, denn schon vor Jahren sei über gemeinsame Projekte diskutiert worden, die nie gelungen seien.

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