Kreis Coesfeld
Zügig in den nächsten Ort kommen

Kreis Coesfeld. Zum nächsten Ort soll es für Radfahrer mindestens eine gut ausgebaute Verbindung geben. Das ist das Ziel des Radwegekonzepts, das der Kreis Coesfeld zurzeit erarbeitet.

Samstag, 25.05.2019, 11:06 Uhr
Kreis Coesfeld: Zügig in den nächsten Ort kommen
Die Radwegeverbindungen an Bundes- und Landesstraßen zum nächsten Ort sollen verbessert werden – hier die Situation zwischen Coesfeld-Lette und Dülmen. Foto: Viola ter Horst

Zwar ist mit etwa 25 Prozent der Radfahrer-Anteil vergleichsweise relativ hoch, aber 63 Prozent der Wege bis 20 Kilometer werden mit dem Auto zurückgelegt, trugen Pia Lesch und Andrea Fromberg von den beauftragten Gutachterbüros Planersocietät und VIA im Ausschuss für Straßen- und Hochbau vor. „Und genau da knüpfen wir an.“

Das Konzept steht laut Lesch und Fromberg inzwischen zur Hälfte, fertiggestellt soll es im Oktober sein.

„Wir wollen Berufspendler mehr aufs Fahrrad bekommen“, so Lesch. Denn kurze Strecken bis 20 Kilometer sind mit dem Fahrrad gut möglich, besonders mit den schnelleren E-Bikes, die immer beliebter werden. Das Radverkehrskonzept gehört zum Klimaschutzkonzept des Kreises, der hofft, dass mit besseren Verbindungen mehr Pendler aufs Rad umsteigen, so dass Autoabgase und CO2 vermieden werden.

Unter die Lupe nahmen die Experten die kürzesten Verbindungen zwischen den Orten – in der Regel sind das Radwege an Bundes- oder Kreisstraßen. Und da hapert es nicht selten: schlechte Oberflächen, unklare Führungen, unübersichtliche Knotenpunkte, zu schmale Straßen, um gefahrlos überholen und zügig voranzukommen; manchmal gar keine Radverbindungen.

800 Kilometer haben die Experten mit dem Fahrrad abgefahren, dabei mit einer mitlaufenden Kamera Zustand und Oberfläche der Radwege sowie Knotenpunkte gefilmt. „Von den 803 Radunfällen zwischen 2015 und 2017 passierten 34 Prozent außerorts mit schwer Verletzten“, erläuterte Lesch. Viele davon an unübersichtlichen Stellen und beim Abbiegen.

Mit den Kommunen haben die Büros eine bis drei Alltagsverbindungen zum nächsten Ort erarbeitet, die ausgebaut werden sollen. In einem nächsten Schritt sollen die Verbindungen nun konkretisiert werden. „Die Standardbreite dieser Radwege ist mit drei Metern vorgesehen“, erklärte Lesch. Und damit breiter als die jetzigen: an den Bundesstraßen messen sie in der Regel 2,4 Meter. Großes Lob von Lesch und Fromberg an die Bürger, die über eine interaktive Karte Mängel bei Radverkehrsverbindungen aufzeigten: „Es sind über 800 Hinweise eingegangen“, berichtete Fromberg. Davon bezogen sich 390 auf das regionale Verkehrsnetz im Kreis Coesfeld, die das Büro in die Untersuchungen einfließen lasse. „Die restlichen Meldungen waren für innerörtliche Verbindungen, die wir an die Kommunen des Kreises weiterreichen.“

Positive Rückmeldungen im Ausschuss durch die Band. Ludger Wobbe (CDU) aus Ascheberg befürchtete, dass Fördermittel und Finanzierung zum Knackpunkt werden könnten. „Schon jetzt werden ja nur wenige Maßnahmen gefördert.“ Hermann-Josef Vogt (SPD) aus Coesfeld sagte, dass das Konzept eine gute Grundlage sei, um Lücken und Schwachstellen nachzuweisen. „Bei mir löst das Konzept Vorfreude aus“, so Norbert Vogelpohl (Grüne) aus Coesfeld. Auch er verwies darauf, dass selbst eine Verdoppelung von Fördermitteln nicht auskömmlich wäre.

Kommentar dazu in unserer Printausgabe

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