Kreis Coesfeld
Miezen müssen kastriert werden

Kreis Coesfeld. Katzenhalter im Kreis Coesfeld sind nun verpflichtet, ihre Katzen kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen. So sieht es die Katzenschutzverordnung vor, die am 1. Februar 2019 in Kraft getreten ist. Ausgenommen sind nur tatsächliche „Stubentiger“, die draußen nicht frei herumlaufen dürfen. Und auf Antrag Zuchtkatzen.

Donnerstag, 07.02.2019, 20:24 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 07:26 Uhr
Kreis Coesfeld: Miezen müssen kastriert werden
Landen oft im Tierheim: Kätzchen, die keinem gehören. Mit der Katzenschutzverordnung sind alle Katzenhalter verpflichtet, ihre Katze registrieren und kastrieren zu lassen. Foto: az

Es gilt allerdings noch eine sechsmonatige Übergangsfrist. „Ab 1. August ist die Registrierung und Kastration einer Katzen dann zwingend“, sagt Ulrich Helmich, Dezernent beim Kreis Coesfeld. Wer der Verpflichtung nicht nachkommt, muss mit Geldstrafen von bis zu 1000 Euro rechnen.

Der Kreis setze darauf, dass sich Katzenhalter verantwortungsvoll verhalten und den Vorgaben nachkommen, so Helmich. „Wir kontrollieren nicht unangemeldet – den Behörden sind die Katzenhalter ja auch nicht bekannt“, erläutert er. Eine Registrierung oder eine Steuer wie beim Hund gebe es bisher nicht. „Konkreten Hinweisen gehen die Behörden aber natürlich nach“, sagt Helmich.

Die Katzenschutz-Verordnung dient dem Schutz freilebender Katzen auf dem Gebiet des Kreises Coesfeld. Denn die Streuner, die draußen leben und keinen Besitzer haben, leiden an Katzenkrankheiten und Unterernährung. Tierschützer und Kreis versprechen sich von der Verordnung, dass sich die Population wilder Katzen und damit Krankheitsübertragungen reduzieren.

Allein im Jahr 2015 hat der Tierschutzverein Coesfeld, Dülmen und Umgebung 312 Katzen aufgenommen, von denen 260 Tiere wegen Infektionen behandelt werden mussten. Im Jahr 2016 waren es 280 von 414 aufgenommenen Katzen.

Auch das regelt die neue Verordnung nun verbindlich: Wenn bei einer nicht kastrierten frei lebenden Katze kein Halter gefunden werden kann, übernimmt der Kreis Coesfeld die Kosten für die Kastration. Anschließend soll das Tier wieder frei gelassen werden.

Tierschützer bezeichnen die neue Verordnung als einen „Meilenstein für den Tierschutz im Kreis Coesfeld“. Denn das Problem hat sich in den letzten Jahren nicht zuletzt deshalb noch verschlimmert, weil Jäger wilde Katzen nicht schießen dürfen. „Für unseren Verein bedeutet die Verordnung eine immense Entlastung“, sagt Sarah Bosse vom Tierschutzverein Coesfeld, Dülmen und Umgebung. Zum einen finanziell, da die Kastration verwilderter Katzen nun über den Kreis finanziert werde. „Zum anderen erhoffen wir uns auf Dauer gesehen eine deutliche Reduzierung der verwilderten Bestände und damit auch weniger Krankheiten.“ Dem Verein werden zu Stoßzeiten oft ganze Würfe junger Katzen gebracht, die häufig verschnupft und voller Parasiten seien, berichtet die Tierschützerin. Kommentar und weitere Berichterstattung in der Printausgabe unserer Zeitung

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