Freiwilliges Soziales Jahr im Rock’n’Popmuseum
Im Schatten der Pandemie

Gronau -

Musik und Menschen liegen Jana Millkuhn am Herzen. Das erklärt, was sie zurzeit macht und was sie demnächst machen will. Nur blöd, dass die Corona-Pandemie die 16-Jährige immer wieder ausbremst.

Dienstag, 04.05.2021, 19:14 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 19:20 Uhr
Jana Millkuhn konnte in ihrem FSJ nicht so oft im Museum sein, wie sie es gerne gewesen wäre.
Jana Millkuhn konnte in ihrem FSJ nicht so oft im Museum sein, wie sie es gerne gewesen wäre. Foto: privat

 

Im Rock’n’Popmuseum engagiert sich die gebürtige Duisburgerin, die seit zehn Jahren mit ihrer Familie in Gronau lebt, im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Begonnen hat sie damit im August, da hatte sie gerade den Abschluss nach der zehnten Klasse an der Gronauer Gesamtschule gemacht.

Über die Schule ist Millkuhn auch zum Museum gekommen: Gemeinsam mit drei Mitschülerinnen hat sie in der zehnten Klasse im Rahmen von Ergänzungsstunden ein halbes Jahr lang eineinhalb bis zwei Stunden pro Woche im Museum verbracht. Das Team führte die Schülerinnen in die Geheimnisse des Museums ein. Mit Erfolg: Am Ende fühlte sich das Quartett so fit, dass es für jüngere Schülerinnen und Schüler eine Museumsführung organisierte. Bei Jana Millkuhn ging die Begeisterung sogar noch weiter. Sie fragte nach, ob sie im Museum ein FSJ absolvieren könnte.

In den ersten Wochen nach der Einarbeitung hat sie gleich mit angepackt, Besucher empfangen und mit Audioguides versorgt. Doch dann musste das Museum aufgrund der Corona-Schutzverordnung schließen. Manchmal konnte Millkuhn sich dann im Museum trotzdem nützlich machen, aufräumen oder sortieren. Doch viele Tage blieb sie auch zu Hause. „Das war schon ein bisschen traurig. Man stellt sich sein FSJ ja doch anders vor“, sagt die 16-Jährige rückblickend.

Auch in ihrer Freizeit spielt Musik eine wichtige Rolle: Jana Millkuhn spielt E-Bass und Gitarre, manchmal singt sie auch. Während ihrer Schulzeit spielte sie in der Schulband mit. Inzwischen musiziert sie nur noch solo.

Ich hoffe, dass wir nochmal öffnen können.

Jana Millkuhn

Sie hört auch gerne Musik: 2019 – da war sie zarte 15 – besuchte sie ihr erstes Rock-am-Ring-Festival. Für sie ein großartiges Erlebnis, das sie zu der Selbsteinschätzung geführt hat, sie sei ein „Festival-Mensch“. Doch dieses erste große Festival war bislang auch ihr letztes – das Corona-Virus legte alles lahm.

Das FSJ um ein halbes Jahr zu verlängern, um so vielleicht Verpasstes nachholen zu können, kommt für Jana Millkuhn indes nicht infrage: „Danach muss es mit etwas anderem weitergehen“, sagt sie bestimmt und hat auch schon konkrete Pläne. Sie will eine Pflege-Ausbildung machen oder bei der Bundeswehr als Rettungssanitäterin. Entsprechende Bewerbungen, unter anderem beim Uniklinikum Münster, laufen. Mit dem Beginn ihrer Ausbildung möchte die junge Frau auch gerne raus aus Gronau.

Ihre Entscheidung für den Pflegebereich oder Sanitätsdienst basiert auf einem Praktikum. „Das war zwar nur ein kurzer Einblick, aber die Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich wusste, das ist das richtige für mich.“

Doch auch über ihre berufliche Zukunft legt die Corona-Pandemie einen Schatten: Ein bisschen Sorge schwinge mit der Entscheidung schon mit. „Weil man nie weiß, wann es wirklich vorbei ist. Und gerade im Pflegebereich hat man es in diesen Tagen nicht leicht.“ Was jetzt im Rock’n’Popmuseum noch auf sie zukommt, kann sie noch nicht sagen. „Ich hoffe, dass wir nochmal öffnen können“, sagt sie. Auch ob sie im Rahmen des FSJ noch ein eigenes Projekt umsetzen kann, steht zurzeit in den Sternen. „Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen“, sagt die 16-Jährige ganz unaufgeregt.

Dass die Situation ihr nicht die Hoffnung raubt, lässt sich daran ablesen, dass sie schon wieder Konzertkarten gekauft hat: Im Dezember möchte sie mit einer Freundin zusammen eine Show des Deutschrappers Kontra K sehen. Dann hätte sie für einen Abend wieder beides: Menschen und Musik.

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