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Herr Anton schläft nicht

Warendorf -

„Herr Anton“ ist ins leere Ladenlokal am Markt 9 gezogen. Und er schläft nicht. Das kleine Lädchen ist 24 Stunden, sieben Tage in der Woche, geöffnet.

Dienstag, 04.05.2021, 18:06 Uhr aktualisiert: 05.05.2021, 11:32 Uhr
„Herr Anton“ ist ins leere Ladenlokal am Markt 9 gezogen. Und er schläft nicht. Das kleine Lädchen ist 24 Stunden, sieben Tage in der Woche geöffnet
„Herr Anton“ ist ins leere Ladenlokal am Markt 9 gezogen. Und er schläft nicht. Das kleine Lädchen ist 24 Stunden, sieben Tage in der Woche geöffnet Foto: Joachim Edler

„Herr Anton“ ist ins leere Ladenlokal am Markt 9 gezogen. Und er schläft nicht. Das kleine Lädchen ist 24 Stunden, sieben Tage in der Woche, geöffnet. Die Ware, vom Snack, über Kartoffeln, Eier, Grillfleisch und Suppen bis hin zu heißen und kalten Getränken, gibt es – wie bei vielen Landwirten auf dem Hof bereits erfolgreich praktiziert – aus dem Automaten. Franchisenehmerin ist Carmen Bocklage. Ihr Klientel: Laufkundschaft, Radwanderer und Touristen. Gute Erfahrungen habe die Franchisenehmerin bereits in Tecklenburg gesammelt, wo sie in der Altstadt genau dieses Automatenkonzept fährt. Der Namen des Mikro-Unternehmens auf gerade mal 20 Quadratmetern: „Herr Anton“, in Anlehnung an den Sohn des Automatenvertreibers.

Die Stadt fördert „Herrn Anton“, oder besser gesagt Carmen Bocklage als erste Start-up-Unternehmerin in Warendorf mit Geldern aus dem Fördertopf des Landes zur Stärkung der Innenstädte. Hintergrund der Finanzspritze des Landes: den Leerstand in den Städten bekämpfen. Wie berichtet, hat die Stadt 1,45 Millionen Euro vom Land zur Stärkung der City bekommen.

Das Sofortprogramm ermöglicht der Stadt die Anmietung von kleinteiligen, leerstehenden Ladenlokalen und Räumen für Gastronomie und Weitervermietung zu einer reduzierten Miete für einen Zeitraum von zwei Jahren. Die förderfähige Mietfläche beträgt maximal 300 Quadratmeter, förderfähig ist eine Anmietung in Höhe von 70 Prozent der Altmiete. Die Stadt vermietet die Läden weiter für 20 Prozent.

Bürgermeister Peter Horstmann, Wirtschaftsförderer Torsten Krumme, Helga Beckmann vom Quartiersbüro Altstadt und Heiner Kamp (Wirtschaft für Warendorf) hatten das Förderprogramm im März vorgestellt. Seitdem habe es viele Anfragen gegeben, bestätigte Wirtschaftsförderer Torsten Krumme auf Anfrage unserer Zeitung. Was der Wirtschaftsförderer bei den Gespräche mit potenziellen Mietern aber festgestellt habe: „Der Preis ist nicht alles.“ Umfeld, Investitionen durch Umbau, Nutzungsänderung – und die Frage: Was ist nach zwei Jahren, wenn der städtische Mietzuschuss wegfällt? beschäftige die Interessenten. „Es gibt zwar Gespräche, aber noch keine weiteren spruchreifen Vermietungen“, so Krumme.

 Aktuell gibt es freie Ladenlokale in der Münsterstraße/Ecke Lilienstraße (ehemals Bonita), am Markt (Bisping) und im Marktgässchen (neben Herrn Anton), in der Freckenhorster Straße 5 und in der Oststraße 20. Krumme bezifferte den Leerstand als überschaubar nicht besorgniserregend wie in anderen Großstädten. Größere Leerstände (über 300 Quadratmeter) in der Altstadt gebe es nicht.

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