Mordkommission ermittelt: 36-jähriger Gronauer unter Verdacht
Drei Autos in Flammen – Wohnung brennt in voller Ausdehnung

Gronau -

Die Feuerwehr Gronau ist in der Nacht zu Samstag innerhalb einer Stunde zu zwei Einsätzen gerufen worden, zwischen denen offenbar ein Zusammenhang bestand. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstag in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, ermittelt jetzt eine Mordkommission gegen den 36-jährigen Bewohner der Brand-Wohnung.

Samstag, 01.05.2021, 09:44 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 15:29 Uhr
Die Wohnung brannte in voller Ausdehnung.
Die Wohnung brannte in voller Ausdehnung. Foto: Feuerwehr Gronau

Um 2.41 Uhr war die Feuerwehr zunächst alarmiert worden, weil auf einem Parkplatz an der Gildehauser Straße drei Autos in Brand standen. Die Fahrzeuge wurden mit Schaum gelöscht. Während die Feuerwehrleute den Einsatz beendeten, kam um 3.28 Uhr der nächste Alarm: In dem Wohn- und Geschäftshaus neben der Sparkasse an der Enscheder Straße brannte die Wohnung im ersten Stock in voller Ausdehnung, die Flammen schlugen aus den Fenstern. Es waren Menschenleben in Gefahr.

„Beide Löschzüge – Gronau und Epe – waren mit etwa 70 Personen im Einsatz“, schilderte der Leiter der Feuerwehr, Marco van Schelve, die Situation. Erstes Ziel war es, die Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Haus zu retten. Sieben Menschen sind an der Adresse gemeldet. „Fünf haben wir gerettet“, so van Schelve. Und darunter war einer, der dort nicht gemeldet war. Drei fehlten also noch. Es stellte sich aber schnell heraus, dass die fehlenden Personen nicht im Haus waren, weil sie gerade ausziehen.

Bewohner über Leitern gerettet

Zwei Bewohner hatten selbstständig das Haus verlassen können. Lob fand van Schelve für die Geistesgegenwart der Bewohner der Wohnung im obersten Stock, die nicht versucht hatten, sich durch das verqualmte Treppenhaus zu retten, sondern sich auf den Balkon begaben. Dort wurden sie von der Feuerwehr über Steckleitern gerettet.

Die Feuerwehr bildete drei Einsatzabschnitte: einen für den hinteren Bereich, einen für den vorderen und einen für die medizinische Rettung. Alle Bewohner wurden dort kurz gesichtet und vorsichtshalber in Krankenhäuser gebracht. Verletzt wurde niemand. Auch die Feuerwehrleute blieben allesamt unverletzt.

Der Sachschaden ist groß. Das Haus ist unbewohnbar. Die Stadtwerke stellten Strom und Gas ab, das Ordnungsamt bot den Bewohnern Hilfe bei der Suche nach Unterkünften an. Sie kamen aber offenbar bei Bekannten und Verwandten unter.

36-jähriger Wohnungsinhaber unter Verdacht

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilten, wurde der 36-jährige Inhaber der brennenden Wohnung vor dem Haus von Polizisten angetroffen. Rettungskräfte brachten ihn zunächst mit dem Verdacht auf Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus. „Vor Ort verdichteten sich die Hinweise darauf, dass der 36-Jährige sowohl die Autos als auch seine Wohnung vorsätzlich in Brand gesetzt haben soll“, erläuterte Kriminalhauptkommissar Heiner Olthuis, der Leiter der Mordkommission. Den Ermittlungsbehörden lägen Erkenntnisse über eine psychische Erkrankung des 36-jährigen Gronauers vor. Inwieweit diese mit dem Tatgeschehen in Verbindung steht, sei Gegenstand der Ermittlungen.

„Der 36-Jährige ist dringend der besonders schweren Brandstiftung mit versuchter Todesfolge und eines versuchten Tötungsdeliktes verdächtig“, verdeutlichte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. „Die Ermittlungen hierzu und zu einem möglichen Motiv dauern an. Der Beschuldigte wird aktuell in einer psychiatrischen Fachklinik untersucht.“

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