Kommunikation mit Geflüchteten und Zuwanderern unter erschwerten Bedingungen
Austausch nicht mehr regelmäßig

Altenberge -

Auch das Leben von Geflüchteten, Zuwandererinnen und Zuwanderern sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerbern ist durch die Corona-Pandemie stark beeinträchtigt. Nicht nur der Kontakt untereinander, sondern auch zu den Betreuerinnen und Betreuern aus der Gemeinde und den Helferinnen und Helfern vom im Herbst 2014 gegründeten „Runden Tisch Asyl und Migration“ ist coronabedingt stark zurückgefahren worden.

Freitag, 09.04.2021, 19:25 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 19:30 Uhr
Die Kommunikation und der Kontakt mit den
Die Kommunikation und der Kontakt mit den Foto: IMAGO/Stephen Zenner

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf die gesamte Breite der Gesellschaft aus. Dazu gehören selbstverständlich auch Geflüchtete, Zuwandererinnen und Zuwanderer sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerber.

Vor etwas mehr als sechs Jahren wurde vom Familienbündnis Altenberge und der evangelischen sowie der katholischen Kirchengemeinde der „Runde Tisch Asyl und Migration“ ins Leben gerufen. Rund 180 Helferinnen und Helfer, Patinnen und Paten engagierten sich seitdem für die G eflüchteten. In diesem Zusammenhang etablierte sich die Kleiderkammer, die Fahrradwerkstatt und das Café International.

Doch aufgrund der Corona-Pandemie können diese Angebote derzeit so nicht mehr aufrechterhalten werden. Vor mehr als einem Jahr traf sich der Runde Tisch regelmäßig. „Doch seit den Kontaktbeschränkungen trifft man sich nur noch sporadisch“, erklärt Tim Hackenmack, der zum vierköpfigen Flüchtlingsteam in der Gemeindeverwaltung gehört. Das lebensbedrohliche Virus und die Angst sich anzustecken, habe das Thema „Flüchtlinge und Zuwanderer“ bei den Bürgerinnen und Bürgern in den Hintergrund gedrängt, und sei nicht mehr so präsent wie noch noch 2015.

„Das bedeutet aber nicht, dass wir uns gar nicht mehr um unsere ausländischen Mitbürger kümm ern“, betont Tim Hackemack. Diejenigen, die sich von Beginn an um eine Integration bemüht hätten, seien auch weiterhin im Kontakt mit der Bevölkerung bemüht. „Aber coronabedingt seltener. Die Flüchtlinge, die von Anfang an kein Interesse hatten, hat auch die Corona-Krise nicht dazu bewegt, sich stärker zu engagieren. Das müssen wir akzeptieren. Wir können keinen dazu zwingen“, meint der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.

Aktuell sind die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung für die Belange der rund 300 bis 400 Geflüchteten und die aktuell 86 Asylbewerber verantwortlich. Sie kümmern sich momentan nahezu ausschließlich um die wichtigsten Dinge, die die Zuwanderer benötigen.

„Das größte Problem ist, wie bei vielen anderen Mitbürgern, eine geeignete Wohnung zu finden“, unterstreicht Tim Hackenmack, dass auch in Altenberge der Wohnungsmarkt sehr angespannt ist. Weil die Flüchtlingsfamilien nicht selten aus acht und mehr Mitgliedern bestehen, sei es noch schwieriger, für sie eine dementsprechende Bleibe zu finden, so der Mitarbeiter der Verwaltung weiter.

Darüber hinaus kümmere sich die Verwaltung um Alltagsprobleme. Dazu gehören beispielsweise offene Rechnungen, deren Ursprung viele Zuwanderer sich nicht erklären können. „Es gibt immer noch Flüchtlinge, die seit fünf Jahren in Altenberge sind und trotz Sprachkursen sehr schlecht Deutsch sprechen, verstehen oder auch lesen können“, bemerkt Tim Hackenmack.

Außerdem ist das gemeindliche Flüchtlingsteam im ständigen Kontakt mit den Kindergärten und den Schulen. Aber auch hier sorgt das ewige Hin und Her im Rahmen der Corona-Beschränkungen nicht dafür, dass die Arbeit einfacher wird. Hackenmack: „Aber besonders die Schulen sind da sehr bemüht und kümmern sich auch weiterhin um die Schulkinder aus den Flüchtlingsfamilien.“

Aktuell sind in Altenberge die Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus wieder rückläufig. Dabei gehören die Zuwanderer oder Asylbewerber nicht zu den Menschen in Altenberge, die sich vorrangig mit Corona infizieren.

Das Virus ist vor allem in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete eine besondere Gefahr. Denn dort leben viele Menschen auf engem Raum. „In unseren Gemeinschaftsunterkünften wohnen je Doppelhaus sechs Flüchtlinge, die jeweils einen Raum für sich haben. Bisher hat sich in diesen Unterkünften keiner mit dem Coronavirus infiziert“, betont Ordnungsamtsleiterin Ingrid Menden. Alle hätten sich bisher sehr vorsichtig und vorbildlich verhalten, wissen um die Gefährlichkeit von Corona und achten auf die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln. Allerdings habe es Coronafälle innerhalb von Zuwanderungsfamilien gegeben. „Aber nicht mehr oder weniger als in anderen Altenberger Familien auch“, so Ingrid Menden abschließend.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7909153?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Liveticker: Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Nachrichten-Ticker