IG Metall-Warnstreiks ab Dienstag
Sichere Jobs als Kernziel

Hamburg/Münster -

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie startet die IG Metall am Dienstag Warnstreikaktionen unter Corona-Bedingungen. Das Münsterland bleibt davon zunächst verschont.

Montag, 01.03.2021, 19:46 Uhr
Protestaktionen gab es schon am Montag an einigen Orten.
Protestaktionen gab es schon am Montag an einigen Orten. Foto: dpa

Da Versammlungen mit vielen Teilnehmern vor den Werkstoren kaum möglich sind, weicht die Gewerkschaft auf alternative Protestformen aus. In Nordrhein-Westfalen organisiert sie Kundgebungen im Autokinoformat.

Auf großen Parkplätzen und anderen Flächen lässt die IG Metall LED-Wände aufstellen, die Teilnehmer an dem Warnstreik können die Reden in ihren Fahrzeugen verfolgen. In NRW sind am Dienstag vier solcher Veranstaltungen geplant, die erste um 7.30 Uhr in Dortmund auf einem Parkplatz der Westfalenhallen. Dort wird der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler, sprechen.

Das Münsterland bleibt von diesen Warnstreiks zunächst verschont. Die Geschäftsstellen in Bocholt, Münster und Rheine haben für Dienstag und Mittwoch im Münsterland noch keine Aktionen geplant. Die IG Metall in Rheine kündigte lediglich Warnstreiks im südlichen Emsland an. Diese Region gehört auch zum Zuständigkeitsbereich der Rheiner IG-Metall-Geschäftsstelle.

Die IG Metall fordert für die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigten der Branche vier Prozent mehr Lohn – wo es in einem Betrieb schlecht läuft, in Form von Lohnausgleich bei einer abgesenkten Arbeitszeit. Außerdem verlangt sie mehr Mitsprache bei strategischen Entscheidungen der Unternehmen. „Zu all den Themen gibt es nach vier Verhandlungsrunden keine konkreten und verbindlichen Vorschläge der Arbeitgeber“, kritisierte Giesler. „Die Warnstreiks sind eine Antwort der Beschäftigten auf diese Hinhaltetaktik.“ Die Arbeitgeberseite kritisiert, dass Warnstreiks die leichte Erholung der Industrie in der Krise gefährden könnten.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat am Montag die Forderung nach einer Beschäftigungssicherung bekräftigt. Das bleibe das oberste Ziel, sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft am Montag laut einem im Internet verbreiteten Video bei einer Kundgebung in Crailsheim (Landkreis Schwäbisch Hall). „Wir lassen mit uns nicht Schlitten fahren in der Tarifrunde.“ Man brauche neue Instrumente, um den Strukturwandel zu bewältigen. „Und nicht nur Entlassungen, sondern dass Arbeit so verteilt wird, dass möglichst alle diesen Strukturwandel mit guter und sicherer Beschäftigung erleben werden“, betonte Hofmann.

Die Kundgebung beim Prozess- und Verpackungstechnik-Unternehmen Syntegon in Crailsheim war Teil eines bundesweiten Aktionstags der IG Metall. Mit Ablauf der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie in der Nacht zum Dienstag hatte die IG Metall Küste bereits zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Von Mitternacht an haben Beschäftigte in elf Betrieben in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorübergehend die Arbeit niedergelegt.

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