St.-Marien-Hospital: Krankenhaus-Alltag mit Covid-19
Mitarbeiter gehen an die Grenze der Belastbarkeit

Lüdinghausen -

Im St.-Marien-Hospital Lüdinghausen kommt einmal täglich ein hausinterner Krisenstab zusammen, in dem die aktuelle Corona-Lage eruiert und analysiert wird. Das Virus ist im Alltag stets gegenwärtig. Für das Krankenhaus stellt die Pandemie aber auch eine Vielzahl weiterer Aufgaben.

Samstag, 30.01.2021, 06:15 Uhr aktualisiert: 30.01.2021, 06:20 Uhr
Täglich trifft sich der Krisenstab im St.-Marien-Hospital und das zum Schutz aller als Video-Call (Bildschirm v.l.n.r.): Monika Kleingräber-Niermann, Johannes Beermann, Dr. Friederike Haermeyer sowie Dr. Jörg Siebert (nicht auf dem Bild ist Burkhard Nolte).
Täglich trifft sich der Krisenstab im St.-Marien-Hospital und das zum Schutz aller als Video-Call (Bildschirm v.l.n.r.): Monika Kleingräber-Niermann, Johannes Beermann, Dr. Friederike Haermeyer sowie Dr. Jörg Siebert (nicht auf dem Bild ist Burkhard Nolte). Foto: St-Marien-Hospital

Für die Mitarbeiter des St.-Marien-Hospitals ist der Kampf gegen das Corona-Virus Alltag. Die Verantwortlichen sichern die Versorgung von Patienten – solche die an Covid erkrankt sind und auch solche, die notfallmäßig oder aufgrund eines geplanten Eingriffs stationär aufgenommen oder danach weiter versorgt werden müssen. Für das Krankenhaus stellt die Pandemie aber auch eine Vielzahl weiterer Aufgaben, heißt es in einer Pressemitteilung des St.-Marien-Hospitals.

„Als einer der größten Arbeitgeber der Region liegt es in unserer Verantwortung, die Arbeitsplätze von rund 500 Mitarbeitern, auch in der Zeit einer Pandemie, sicherzustellen“, betont Regionalgeschäftsführer Burkhard Nolte. Der Krankenhausmanager: „Auf der einen Seite müssen wir die Patientenversorgung sicherstellen, wobei primär die an Covid-19 Erkrankten im Fokus stehen. Auf der anderen Seite müssen wir dennoch auch die wirtschaftliche Stabilität des Krankenhauses sicherstellen. Das ist unter den jetzigen Bedingungen eine Herausforderung, da wir bereits seit Monaten mit reduzierter OP-Leistung und Bettenzahl arbeiten. Wir müssen wegen der Patientensicherheit die Zimmerbelegung der Pandemie anpassen und können dadurch die vorhandenen Bettenkapazitäten nicht voll und ganz ausschöpfen.“

Zeitarbeitsfirmen helfen pflegerisch aus

Einigen Kliniken helfe die vom Gesetzgeber übergangsweise zur Verfügung gestellte Freihaltepauschale, mit der jedoch nicht dauerhaft kalkuliert werden könne. Nur unter bestimmten Voraussetzungen (höherer Inzidenzwert in der Region und starke Auslastung der zur Verfügung stehenden Intensivbetten), erhalte eine Klinik diese Sonderzahlung. Bei den Freihaltepauschalen handelt es sich um einen finanziellen Ausgleich für jedes freie Bett, das aufgrund der Pandemie nicht belegt werden kann. Während Ärzteschaft, Pflege und Verwaltung hochausgelastet arbeiten, bauen Servicebereiche, Küche und Therapeuten vorhandene Überstunden ab oder befinden sich in Kurzarbeit.

Tatsächlich stellt die pflegerische Personalsituation eine enorme Herausforderung dar.

Johannes Beermann, Pflegedirektor

„Tatsächlich stellt die pflegerische Personalsituation eine enorme Herausforderung dar“, erklärt Johannes Beermann, der als Pflegedirektor im St.-Marien-Hospital Lüdinghausen Verantwortung trägt. „Auch wir sind von krankheitsbedingten Personalausfällen und von angeordneten Quarantänemaßnahmen unserer Mitarbeiter betroffen. Im Vergleich zur ersten Pandemie-Welle gibt es weitaus mehr Patienten, die aufgrund von Corona versorgt werden müssen, zeitgleich fallen jedoch auch mehr Mitarbeiter aus.“

Was man über die Corona-Impfung wissen muss

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  • Am 27. Dezember sind die Corona-Impfkampagnen in den Pflegeeinrichtungen in NRW gestartet. Danach waren die Mitarbeiter der Krankenhäuser an der Reihe. Vier Wochen später sollen nun die ersten zu Hause lebenden über 80-Jährigen geimpft werden - mit einer Woche Verzögerung.

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  • Wie ist die Impfaktion angelaufen? 

    Die Impfungen in NRW seien gut angelaufen, hieß es aus dem Ministerium. Auch zu möglichen gesundheitlichen Nebenwirkungen lägen bislang keine Erkenntnisse vor. Zum Start waren in NRW am Sonntag rund 9500 Menschen in mehr als 80 Pflegeeinrichtungen geimpft worden, wie die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Nordrhein und Westfalen-Lippe am Montag mitteilten. Geimpft wurden sowohl Bewohner der Senioren- und Pflegeeinrichtungen als auch deren Mitarbeiter.

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  • Überraschungen und Verzögerungen

    Die Impfungen gegen Corona müssen in NRW wegen Lieferverzögerungen des Herstellers Biontech vorerst weitgehend pausieren. Das bevölkerungsreichste Bundesland bekommt nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU, Stand 21. Januar) in den kommenden Tagen 100 000 Impfdosen weniger als von Biontech zugesagt.

    Bei der üblichen Rücklage der Hälfte der Lieferungen für die spätere zweite Impfung der Empfänger entspricht das rein rechnerisch eine erst spätere Impfmöglichkeit für 50 000 Menschen.

    In den Pflegeeinrichtungen gab es dafür auch positive Überraschungen: Vereinzelt konnten mit dem Impfstoff sogar mehr Personen als geplant geimpft werden, weil in den Injektionsfläschchen teilweise mehr Impfkomponenten abgefüllt waren als berechnet. So blieb in einer Altenpflegeeinrichtung in Moers nach der Impfung von 180 Bewohnern noch genug Material für rund 50 weitere Spritzen übrig. Diese wurden daraufhin am Montag dem Pflegepersonal des Intensiv- und Corona-Bereichs eines Moerser Krankenhauses verabreicht, wie der Kreis Wesel mitteilte.

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  • Wann geht es in den Impfzentren los?

    Am diesem Montag (25. Januar) werden in Nordrhein-Westfalen die ersten Impftermine für die zu Hause lebenden über 80-Jährigen vergeben. In den 53 Impfzentren soll dann ab dem 8. Februar geimpft werden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Bevölkerungsgruppe aufgerufen, sich impfen zu lassen.

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  • Braucht man unbedingt zwei Impfungen?

    Etwa drei Wochen nach der ersten Impfung ist eine zweite, eine Auffrischungsimpfung fällig. „Das kennt man auch von anderen Impfstoffen, etwa den ersten Impfungen am Lebensanfang“, erläutert Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Uni Rostock. „Manche Menschen bauen bereits nach der ersten Impfung einen ausreichenden Immunschutz auf, andere aber nicht. Man stellt mit der Auffrischungsimpfung sicher, dass die Impfwilligen tatsächlich vernünftig geschützt sind.“ Andernfalls sei es möglich, dass es trotz Impfung zu Erkrankungen kommt. Ein möglichst optimaler Schutz sei auch psychologisch wichtig, damit nicht der Eindruck entstehe, die Impfung tauge nichts.

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  • Was müssen Menschen tun, die zur ersten Impfgruppe gehören aber nicht in Einrichtungen wohnen?

    Nichts. Nach den aktuellen Impfungen in Heimen sind die Menschen an der Reihe, die über 80 Jahre alt sind. Laumann rief Nachbarn und Verwandte auf, den alten Menschen zu helfen, die Impfzentren aufzusuchen.  Menschen über 80 Jahre würden per Brief zu den Impfungen eingeladen. Pflegebedürftige zu Hause würden durch Hausärzte geimpft, kämen aber erst an die Reihe, wenn der Moderna-Impfstoff zugelassen sei.

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  • Wer kann sich zuerst impfen lassen, wer muss am längsten warten?

    Nach der Impfverordnung des Bundes sollen anfangs Ältere über 80 Jahre und Pflegeheimbewohner zum Zuge kommen können, zudem Personal etwa in Notaufnahmen oder Corona-Stationen sowie in der Altenpflege. Insgesamt umfasst diese Gruppe der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut (RKI) zufolge rund 8,6 Millionen Menschen. Zu denen, die am wenigsten dringlich zu impfen sind, gehören im Allgemeinen Menschen unter 60 Jahre, die weder Vorerkrankungen haben, noch mit Risikopatienten in Kontakt kommen oder berufsbedingt viele Menschen treffen. Das entspricht etwa 45 Millionen Menschen.

    Foto: dpa/AP | Carlos Giusti
  • Ist mit Nebenwirkungen zu rechnen?

    Müdigkeit, Kopfweh, Schmerzen an der Einstichstelle - auf mögliche, übliche Impf-Nebenwirkungen muss man sich einstellen. Das geht aus einer jüngst im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Studie zum Biontech-Präparat hervor. Für die Studie wurden knapp 45.000 Männer und Frauen untersucht. Weitere Symptome: Schüttelfrost, Durchfall oder Muskel- und Gliederschmerzen, teilweise auch Fieber. Diese waren im Allgemeinen schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab. Nicht angenehm, aber auch kein Anlass für größere Bedenken, sagen Impfexperten.

    Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
  • Wie werden etwaige Nebenwirkungen überwacht?

    Die Verträglichkeit des Impfstoffs wird auch nach der Zulassung weiter überprüft. Dafür setzt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut auf Meldungen von Herstellern, Ärzten, aber auch von Patienten. Der einfachste Weg führt über die Plattform «nebenwirkungen.bund.de». Über eine Melde-App soll es zudem eine Beobachtungsstudie geben. Wer mitmacht, werde «mehrfach kontaktiert und um Angaben zu möglichen Reaktionen gebeten», teilte eine PEI-Sprecherin der dpa mit.

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  • Müssen die Menschen etwas für die Impfung bezahlen?

    Nein. Sie soll gratis sein, egal ob und wie jemand versichert ist. Die Kosten für die Impfstoffe übernimmt der Bund. Dafür stehen im Etat 2021 zunächst 2,7 Milliarden Euro bereit. Die Kosten rund um die Impfungen insgesamt taxiert Spahn auf bis zu sechs Milliarden Euro.

    Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
  • Wirkt der Impfstoff bei der neu aufgetauchten Virusvariante schlechter?

    In etlichen Ländern wurde eine neue Variante des Coronavirus inzwischen nachgewiesen, mehrfach auch schon in Deutschland. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wirkt aber Analysen zufolge auch gegen bestimmte Varianten des Coronavirus. Untersucht wurden die Antikörper im Blut von 20 geimpften Menschen, wie aus der noch nicht in einem Fachjournal veröffentlichten und von unabhängigen Experten geprüften Studie des US-Pharmaunternehmens Pfizer und der Universität Texas hervorgeht. Demnach erreicht der Impfstoff bei den abgewandelten Formen wahrscheinlich ebenfalls eine Wirksamkeit von um die 95 Prozent.

    Die Variante B.1.1.7 war zunächst in Großbritannien nachgewiesen worden. Ähnlich wie die in Südafrika aufgetauchte Variante 501Y.V2 zeichnet sie sich durch Veränderungen im Erbgut aus, die mehrere Veränderungen beim sogenannten Spike-Protein auf der Oberfläche zur Folge haben. Mit ihm dockt das Virus an Körperzellen an, um in diese einzudringen. Das Spike-Protein ist aber auch das indirekte Ziel der in Deutschland zugelassenen RNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

    Foto: picture alliance/dpa/PA Wire | Owen Humphreys
  • Wird es eine Impfpflicht geben?

    Nein. Eine allgemeine Impfpflicht hat die Bundesregierung klar ausgeschlossen. Auch für Berufsgruppen in Medizin und Pflege steht sie bisher nicht zur Debatte. Der Gießener Jura-Professor Steffen Augsberg, Mitglied im Deutschen Ethikrat, wollte ein solches Vorgehen in einem Interview des SWR aber nicht ausschließen: Wenn sich mit anderen Maßnahmen das Infektionsgeschehen zum Beispiel auf Intensivstationen nicht in den Griff bekommen lasse, «dann kann man darüber nachdenken, ob es insoweit eine bereichsbezogene Impfpflicht geben kann». Eine solche Option liege aber in weiter Ferne.

    Foto: dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene
  • Und was ist mit einer Impfpflicht durch die Hintertür?

    Manche befürchten, dass sie ohne eine Corona-Impfung nicht mehr vollständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, weil etwa Geschäfte oder Restaurants den Zutritt ohne Nachweis einer Immunität verwehren. Mit Blick auf private Besitzer und Veranstalter sagte Andrea Kießling, Expertin für Infektionsschutzrecht an der Ruhr-Uni Bochum, dem SWR: «Wir können die nicht zwingen, dass sie auch mit Ungeimpften Geschäfte machen.» Umstritten bleibt zunächst, ob und wie etwa Restaurantbetreiber eine Immunität kontrollieren könnten. Jurist Augsberg hält «die bloße Variante, dass ich vorzeige, dass ich zum Beispiel geimpft bin, ohne dass das in weiterer Form überprüft oder mir zugeordnet wird», für unproblematisch.

    Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
  • Wie viele Impfdosen erhält Deutschland?

    Berlin erwartet in der kommenden Woche 27 000 Dosen neuen Impfstoffs gegen das Coronavirus. Es handelt sich um 23 400 Dosen von Pfizer/Biontech und 3600 Dosen des Herstellers Moderna, wie die Gesundheitsverwaltung am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das Biontech-Vakzin soll demnach am Dienstag (26. Januar) eintreffen, die Termine für den Moderna-Impfstoff stehen noch nicht fest.

    Für die fünfte Kalenderwoche erwartet die Gesundheitsverwaltung
    29 250 Impfdosen (Biontech am 2. Februar), für die sechste Kalenderwoche 44 700 (35 100 Biontech am 9. Februar, 9600 Moderna). In der siebenten Kalenderwoche sollen 35 100 Dosen kommen (Biontech am 16. Februar), in der achten Kalenderwoche 30 000 (Moderna).

    Seit Beginn der Impfungen am 27. Dezember sind etwa 90 000 Dosen der Vakzine in Berlin angekommen. Sie wurden und werden in Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie in zunächst drei von sechs geplanten Impfzentren verabreicht.

    Foto: dpa/The Orange County Register/AP | Keith Birmingham
  • Wo wird der Impfstoff produziert? Wie lange dauert das?

    Biontech will mit seinem US-Partner noch in diesem Jahr weltweit 50 Millionen Dosen liefern. 2021 sollen dann bis zu 1,3 Milliarden hergestellt werden - etwa in Mainz, Idar-Oberstein und Marburg. Aus der Produktionsanlage in Marburg sollen im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen kommen. Die Herstellung des Impfstoffs dauere eine Woche, heißt es vom Unternehmen. Qualitätskontrolle und Freigabe benötigten dann weitere drei Wochen. Zudem haben Biontech wie auch andere Hersteller schon vor einer Zulassung auf Halde produziert.

    Foto: dpa/AP | Carlos Giusti
  • Wie wird der Impfstoff deutschlandweit verteilt?

    Der Bund lässt das Präparat je nach Bevölkerungsanteil an insgesamt 27 feste Standorte in den Bundesländern liefern. Ab dann sind die Länder für Lagerung und Verteilung sowie die Beschaffung von Impfzubehör wie Lösungsmittel, Spritzen und Kanülen zuständig.

    Foto: picture alliance/dpa/Pool The Boston Globe/AP | Jessica Rinaldi
  • Wie geht das logistisch?

    Das Mainzer Unternehmen setzt da auf den US-Partner Pfizer. Dieser kann nach Biontech-Angaben die Impfstoffdosen in seinen weltweiten Vertriebszentren bis zu sechs Monate lagern. Das muss bei minus 70 Grad geschehen. In speziell entwickelten Versandboxen kann das Präparat bei diesen Temperaturen bis zu 15 Tage transportiert werden. Im Kühlschrank ist eine Lagerung bis zu fünf Tage möglich.

    Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Ralph Orlowski
  • Wo werden die Impfungen gemacht?

    In der Anfangsphase in regionalen Impfzentren, die von den Ländern eingerichtet und betrieben werden. Eine Kühlung von minus 70 Grad ist nicht in jeder Arztpraxis möglich. Bis zu 442 Impfzentren sollen deutschlandweit zur Verfügung stehen. Zehntausende Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Helfer haben sich für Einsätze gemeldet. Mobile Impfteams sollen etwa in Pflegeheime und Krankenhäuser gehen.

    Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch
  • Wie kommt man zu einer Impfung?

    Das ist nur mit Termin möglich, allerdings gibt es in Deutschland einen Flickenteppich. Denn die Terminvergabe regeln die Bundesländer. In Baden-Württemberg zum Beispiel ist geplant, dass neben einer App die telefonische Anmeldung über die bundesweit einheitliche Nummer 116117 oder auch direkt in größeren Impfzentren erfolgen kann. Niedersachsen wiederum hat eine landeseigene Hotline. Manche Länder schreiben ihre Bürger auch direkt an.

    Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch
  • Was ist mit den anderen Impfstoffen?

    Neben den 300 Millionen Biontech-Dosen hat sich die EU auch 160 Millionen von Moderna gesichert. Bei Astrazeneca (400 Mio. Dosen) und Janssen Pharmaceutica (Dosen für 400 Mio. Menschen) hat die EMA ihre Prüfungen begonnen. Daneben hat die EU-Kommission Verträge mit Sanofi-GSK (300 Mio. Dosen) und Curevac (405 Mio.); mit Novavax (200 Mio.) ist Brüssel in Gesprächen. Die Impfstoffe werden unter den Mitgliedsstaaten nach Bevölkerungsanteil verteilt.

    Der Impfstoff von Moderna könne die aktuellen Lieferschwierigkeiten von Biontech aber nicht ausgleichen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: Nach der erste Tranche von 13 000 Dosen würden in der nächsten Woche weitere 19 000 Dosen von Moderna erwartet. Damit es nicht zu Verwechslungen kommen könne, werde der Moderna-Impfstoff weiter nur an Mitarbeiter in den Unikliniken vergeben. "Die Menge des Impfstoffes bestimmt das Tempo", betonte Laumann. Es habe keinen Wechsel in der Impfstrategie gegeben. Die Impfbereitschaft sei größer als Ende des vergangenen Jahres erwartet.

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  • Wie viele Menschen können täglich geimpft werden?

    Auch das hängt vom Bundesland ab. Bayern und Hessen peilen in den Zentren bis zu 30.000 Impfungen am Tag an. In Berlin sollen es bis zu 20.000 werden. Hamburg und Rheinland-Pfalz planen rund 7000. Ein Rechenbeispiel mit deutschlandweit täglich 150.000 Impfungen: Weil jeder mit dem Biontech-Serum zweimal gepikst werden muss, dauerte es etwa zwei Monate, bis 4,3 Millionen Menschen vollständig gegen Sars-CoV-2 geimpft wären. Das entspräche etwa der Hälfte derjenigen, die laut Impfverordnung zuerst an der Reihe sind.

    Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch
  • Werde ich nach der Impfung tatsächlich immun sein?

    Eine erste Impfung bringt dem PEI-Präsidenten Klaus Cichutek zufolge eine Grundimmunisierung. Nach drei bis vier Wochen erfolgt eine zweite Impfung. Voraussichtlich zwei bis drei Wochen danach sei voller Schutz aufgebaut. Den bisherigen Analysen und Tests zufolge schützt das Biontech-Serum wohl mit 95-prozentiger Wirkung vor einer Covid-19-Erkrankung.

    Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
  • Können Geimpfte andere mit dem Coronavirus anstecken?

    Möglich, aber weniger wahrscheinlich. PEI-Präsident Cichutek zufolge kann man sich auch nach einer Impfung noch anstecken - das Risiko sei aber deutlich reduziert. Das gilt auch für die Weitergabe von Viren. Zu einem letzten Urteil ist die Forschung hier noch nicht gekommen. Experten gehen davon aus, dass es noch leichte Corona-Symptome geben könne, aber keine schweren Krankheitsverläufe mehr. Auf jeden Fall wird dazu geraten, auch nach der Impfung weiter Abstand zu halten, Hände zu waschen und Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen.

    Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
  • Ab welcher Zahl werden genug Menschen in Deutschland geimpft sein?

    Um die Pandemie zu stoppen, müssten nach Schätzung von Experten etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Das wären in Deutschland bis zu 58 Millionen Menschen. Laut Gesundheitsministerium sind für die zwei Präparate von Biontech und Moderna 136,3 Millionen Dosen sicher, die nahezu alle 2021 geliefert werden könnten. Damit ließen sich rechnerisch 68,2 Millionen Bürger impfen. Ob man sich auch nach einer überstandenen Corona-Infektion später zusätzlich impfen lassen sollte, wird noch wissenschaftlich erforscht.

    Foto: picture alliance/dpa/BELGA | Benoit Doppagne
  • Wie viele Menschen wollen sich überhaupt impfen lassen?

    Seit dem Start der Corona-Impfungen kurz nach Weihnachten ist die Impfbereitschaft in Deutschland leicht gestiegen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 67 Prozent, dass sie sich impfen lassen wollen. 40 Prozent wollen das so schnell wie möglich tun. Weitere 27 Prozent haben das zwar fest vor, wollen aber noch mögliche Folgen der Impfung anderer abwarten.

    Kurz vor dem offiziellen Start der Impfkampagne in der gesamten EU am 27. Dezember hatten 32 Prozent angegeben, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen, weitere 33 Prozent wollten das erst später tun. 19 Prozent lehnten damals eine Corona-Impfung ab, inzwischen sind es 20 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist von 16 Prozent auf 13 Prozent gesunken.

    Die Angst vor Nebenwirkungen hat unterdessen deutlich abgenommen. Vor dem Start der Impfkampagnen gaben noch 57 Prozent an, negative Folgen zu fürchten. Jetzt sind es nur noch 47 Prozent. 45 Prozent haben heute keine Angst mehr - im Vergleich zu 33 Prozent im Dezember.

    Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Hannibal Hanschke
  • Wo gibt es genauere Informationen zum Impfen?

    Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat am Montag eine eigene Internet-Seite mit Informationen rund um das Coronavirus und die Impfungen geschaltet. 

    Foto: dpa

Wie in anderen Kliniken deutschlandweit müssten auch im Lüdinghauser Krankenhaus Zeitarbeitsfirmen pflegerisch aushelfen. „Die angespannte Personalsituation führt dazu, dass Stationsteams sich gegenseitig unterstützen und in Einzelfällen Stationen auch geschlossen und zu einer Station zusammengeführt werden müssen“, so Beermann weiter.

Hausinterner Krisenstab

Dr. Jörg Siebert ist als Ärztlicher Direktor für die „Lenkung von Ausbruchsgeschehen“, wie es offiziell heißt, hauptverantwortlich. Er ist Chefarzt der Abteilung Chirurgie. „Seit Beginn des Jahres 2021 hat sich die Zahl der stationären Behandlungen aufgrund Covid-19 im St. Marien-Hospital Lüdinghausen spürbar erhöht. Da darüber hinaus auch die Zahl der Verdachtsfälle angestiegen ist, wurden der Isolierbereich und der Quarantänebereich zu Lasten anderer Behandlungsbereiche erweitert. Das wiederum hat zur Folge, dass aktuell ein Aufnahmestopp für verschiebbare, nicht dringliche Behandlungsfälle besteht, den wir voraussichtlich noch bis zum 1. Februar (Montag) aufrechterhalten müssen. Danach hoffen wir, wieder mit der Durchführung von planbaren Operationen und Behandlungen fortfahren zu können“, so der Chefarzt der Chirurgie im Lüdinghauser Krankenhaus.

„Die Aufnahmefähigkeit für Notfälle war und ist bisher, bis auf kurze Zeitabschnitte von wenigen Stunden, durchgehend gegeben“, versichert Pflegedirektor Beermann. „Das ist der alleinige Verdienst unserer Mitarbeiter, die seit Wochen an die Grenze ihrer Belastbarkeit gehen. Das kollegiale Einspringen und Aushelfen an freien Tagen sowie die ständige Sorge, sich selbst anzustecken und dadurch auch Familienangehörige zu gefährden, belasten ungemein.“ In Ausübung ihrer medizinischen und pflegerischen Tätigkeiten infizierten sich immer wieder Mitarbeiter mit Covid-19 erkrankt, so Beermann, der für 220 nur im pflegerischen Bereich Tätige spricht.

Eine Lagebesprechung findet wöchentlich – immer montags – mit den Direktorien aller Einrichtungen der St.-Franziskus-Stiftung Münster statt. Zudem kommt im St.-Marien-Hospital Lüdinghausen einmal täglich ein hausinterner Krisenstab zusammen, in dem die aktuelle Lage eruiert und analysiert wird, heißt es in der Pressemitteilung. Bei den täglichen Besprechungen sei es auch im Krankenhaus nicht anders als im Home Office: Man trifft sich nicht persönlich, stattdessen sitzt jeder der Teilnehmer in einem eigenen Büro, alle sehen und besprechen sich per Video-Call. Aktuell sei dabei natürlich das Thema Impfungen für die Krankenhaus-Mitarbeiter eines der Hauptthemen.

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