Mountainbiker auf den Teutoschleifen
„Ein verträgliches Miteinander ist kaum noch möglich“

Tecklenburg -

Im Terravita-Naturpark sind Radfahrer auf den Wegen nicht erlaubt. Unterwegs sind sie trotzdem.

Montag, 25.01.2021, 18:16 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 18:56 Uhr
Auf einer Info-Tafel an den Dörenther Klippen ist der Hinweis auf das Fahrverbot herausgeschnitten worden.
Auf einer Info-Tafel an den Dörenther Klippen ist der Hinweis auf das Fahrverbot herausgeschnitten worden. Foto: Rainer Budke

Mountainbiker im Wald – sie sind besonders derzeit, wo es auf den Wanderwegen nicht nur an den Wochenenden voll ist, ein Diskussionsthema ( wir berichteten). Auch Rainer Budke, langjähriger Wegepate für die Tecklenburger Teutoschleifen, hat damit Erfahrungen gemacht. Ihm sei die starke Zunahme von Mountainbikern in den vergangenen Jahren aufgefallen, berichtet er dieser Zeitung.

„Das verträgliche Miteinander von Erholung suchenden Wanderern und Bikern ist besonders an Wochenenden kaum möglich. Fahrergruppen beanspruchen häufig die gesamte Wegbreite und sausen mit hohem Tempo und ohne warnendes Klingel- oder Rufzeichen an zusammenzuckenden Wanderern vorbei. Eigentlich dürfte es diese Störfaktoren nicht geben, da mehrere große Hinweistafeln von „Terra vita“ auf der beliebten Teutoschleife „Dörenther Klippen“ ausdrücklich das Befahren dieser Schleife mit Mountainbikes verbieten“, erläutert Budke. Leider sei durch Sachbeschädigung auf einer Infotafel das Bikeverbot herausgeschnitten worden.

Fahrergruppen beanspruchen häufig die gesamte Wegbreite und sausen mit hohem Tempo und ohne warnendes Klingel- oder Rufzeichen an zusammenzuckenden Wanderern vorbei.

Wegepate Rainer Budke

Terra vita ist ein Naturpark mit Räumen, die überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten bestehen mit einer Ausdehnung vom Hermannsdenkmal bis Hörstel.

Weitere Naturschutzschilder stehen auf der Teutoschleife „Tecklenburger Bergpfad“. „Auch vor diesen hochsensiblen Ruhezonen lassen sich die Biker nicht stoppen. Durch heftiges Bremsen entstehen hier auf schmalen Pfaden tiefe Rinnen, die die Treppenstufen lockern, Wurzeln freilegen und damit Stolpergefahren für Wanderer darstellen“, so Budke weiter. Als Wegepate bemühe er sich, störende Erosionsspuren in Steilstücken zu beseitigen.

„Für die berechtigten Klagen der Waldbesitzer habe ich volles Verständnis, da die wilden Abfahrtstrails vom Kamm des Hermannsweges zu beiden Seiten ins Tal stark zugenommen haben. Das Wild hat kaum noch Ruhezonen und ist auf der Flucht vor Mountainbikern und Hundebesitzern, die ihre Tiere im Wald frei laufen lassen“, schildert Budke. Diese Probleme bedürften einer baldigen Lösung. Der in dieser Zeitung vorgeschlagene „Runde Tisch“ sei ein erster Schritt in diese Richtung.

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