Corona
Fünf Impfzentren sollen im Münsterland im Dezember startklar sein

Münsterland -

Als letzter im Münsterland hat am Montag auch der Kreis Coesfeld bekanntgegeben, wo er sein Impfzentrum unterbringen möchte: in Dülmen. Damit laufen nun in allen Kreisen und der Stadt Münster die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Zeit rennt.

Dienstag, 01.12.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 16:48 Uhr
Corona: Fünf Impfzentren sollen im Münsterland im Dezember startklar sein
Vorbereitungs-Treffen am Flughafen Münster/Osnabrück mit Mitgliedern der Gesundheitsamtes, Mitarbeitern der Flughafen-Feuerwehr und Kreisbrandmeister für die Einrichtung eines Impfzentrums. Foto: Peter Beckmann

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Länder gebeten, dass die Impf­zentren Mitte Dezember einsatzbereit sein sollen. Ob die Massenimpfung tatsächlich noch vor Weihnachten beginnt, steht aber offenbar noch in den Sternen.

Die Standorte:

  • Kreis Borken:

Standort ist der Interkommunale Bauhof an der Ortsgrenze zwischen Gescher und Velen. Er liege „zentral im Kreisgebiet und ist verkehrsgünstig zu erreichen“, begründete die Kreisverwaltung. Dass die Anlage eh durch den Kreis genutzt wird, mache alles einfacher.

  • Kreis Coesfeld:

Die Kreisverwaltung will das Impfzentrum auf dem Gelände des Autobauers Wiesmann in Dülmen installieren.

  • Stadt Münster:

Bisher sorgte die Pandemie hier für Stille – jetzt bringt sie Leben: Münster plant das Impf­zentrum auf dem Gelände der Halle Münsterland, wo es ausreichend Räumlichkeiten und Parkflächen gibt.

  • Kreis Steinfurt:

Im Terminal A des Flughafens Münster/Osnabrück in Greven laufen die Vorbereitungen des Kreises Steinfurt.

  • Kreis Warendorf:

Das Impfzentrum wird auf dem Gelände der Abfallwirtschaftsgesellschaft in Ennigerloh eingerichtet. Damit es auch mit dem ÖPNV gut zu erreichen ist, soll extra noch eine Bushaltestelle verlegt werden, auch der Einsatz von Anruf-Sammel-Taxis ist im Gespräch.

Weitere Helfer gesucht

Eine große Herausforderung für die Stäbe, die an der Umsetzung der Impf-Pläne arbeiten, ist etwa die Infrastruktur. Wie kommen die Menschen zu den Zentren? Parkplätze sind ebenso ein Thema wie eine geeignete ÖPNV-Anbindung. Hinzu kommt, dass die Kühlkette gewährleistet sein muss. „Wenn in der Tat der Impfstoff bei 70 Grad minus gelagert werden muss, bedarf es spezieller Einrichtungen. Es gibt spezielle Kühlschränke, es gibt Möglichkeiten, das über Trockeneis-Verfahren zu machen“, verdeutlicht THW-Präsident Gerd Friedsam.

Die Rekrutierung von Mitarbeitern scheint hingegen gut zu laufen. „Es gibt eine große Zahl von Freiwilligen, die sich gemeldet haben, derzeit etwa 5000“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in einem Interview mit unserer Zeitung. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, die den medizinischen Teil organisiert, hofft aber auf weitere Freiwillige. Viele Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal hätten sich bereits gemeldet, doch der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Spelmeyer betont: „Wir brauchen noch mehr. Wir brauchen jetzt jede helfende Hand, jede Ärztin, jeden Arzt, jede Medizinische Fachangestellte und jede Person, die im medizinischen Bereich tätig ist. Bitte nehmen Sie Kontakt mit der KVWL auf, wenn Sie uns bei der Tätigkeit in den Impfzentren unterstützen möchten.“ 

Mobile Impfteams

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung (SPD), warnte derweil am Wochenende vor der Hoffnung, dass die Impf­zentren wirklich so bald wie zunächst vermutet öffnen: „Tatsächlich gehen wir davon aus, dass bis weit ins Frühjahr hinein vor allem mobile Impfteams in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser fahren.“ Es dürften keine unrealistischen Erwartungen geweckt werden. „Massenimpfungen für die breite Bevölkerung werden nach den Plänen von Bund und Ländern frühestens ab dem Sommer möglich sein.“

Doch wer wird wann geimpft? „Viele haben Sorge, dass sie selbst bei der Verteilung des Impfstoffes womöglich zu spät oder gar nicht berücksichtigt werden“, räumt Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, in einer Pressemitteilung ein – um dann zu versichern: „Für jeden, für den es einen gesundheitlichen Grund gibt und der sich impfen lassen möchte, wird es auch Impfstoff geben. Alle, die es wollen, werden geimpft – nur zu unterschiedlichen Zeiten.“

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