Aktion der Seebrücke Lüdinghausen
Symbol verweist auf dramatische Lage

Lüdinghausen -

Die Lage geflüchteter Menschen ist dramatisch. Darauf wies eine symbolische Aktion mit einem konkreten kommunalpolitischen Hintergrund hin.

Sonntag, 29.11.2020, 19:43 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 14:58 Uhr
Um das Anliegen der „Initiative Seebrücke Lüdinghausen“ zu unterstreichen, wurde in der Borg ein symbolisches Rettungsboot zu Wasser gelassen.
Um das Anliegen der „Initiative Seebrücke Lüdinghausen“ zu unterstreichen, wurde in der Borg ein symbolisches Rettungsboot zu Wasser gelassen. Foto: awf

Ein Symbol in Signalfarbe stand am Wochenende im Mittelpunkt der Aktionen der „Initiative Seebrücke Lüdinghausen“: Ein orangefarbenes Rettungsboot wurde am Samstagvormittag in der Stever an der Borg zu Wasser gelassen und sollte dort Aufmerksamkeit für die noch immer dramatische Situation von Geflüchteten erzeugen.

„Die große Klammer für diese Aktionen ist der erste Advent“, fasste Mitinitiatorin Anke Brandmeier zusammen. Eine Verbindung, die auch im Motto „Macht hoch die Tür – Wir haben Platz“ ausgedrückt wird. Dabei sollte allerdings nicht nur das Bewusstsein für die oft tödliche Flucht über das Mittelmeer geschärft werden, denn die „Seebrücke“ schlägt auch einen konkreten kommunalpolitischen Ansatz vor. Im Mittelpunkt steht hier die Idee „sicherer Häfen“. Städte und Gemeinden, die sich zu sicheren Hafen erklären, sind bereit, mehr Geflüchtete aufzunehmen als ihnen gemäß des gesetzlichen Verteilungsschlüssels zugewiesen werden. Nachdem sich darunter bereits Nachbarstädte wie Münster oder Haltern befinden, steht nun auch in Lüdinghausen eine wichtige Beratung an.

Drei Mitglieder der Seebrücke haben Anträge gestellt, die am 8. Dezember bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf der Tagesordnung stehen. „Wenn es sich eine Stadt erlauben kann, dann ist es Lüdinghausen“, erklärte Anke Brandmeier und ergänzte: „Es geht uns in Lüdinghausen ziemlich gut und das würde unserer Stadt gut zu Gesicht stehen.“ Um Unterstützung aus der Bürgerschaft wirbt die „Seebrücke“ dabei in Form einer Petition, die sowohl online als auch im „Nähzimmer“ und bei „3BurgenBuch“ unterzeichnet werden kann. Solidarität für Geflüchtete konnten die Lüdinghauser auch am Samstagabend bekunden, als gemeinsam mit der „Seebrücke“ Kerzen vor der St.-Felizitas-Kirche entzündet wurden. Auch beim ökumenischen Gottesdienst am Sonntag wurde das Rettungsboot schließlich noch einmal zu Wasser gelassen.

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