Drohnenpilot in zwei Welten
Speed – real und virtuell

Ahlen -

Thomas Kund ist begeisterter Drohnenpilot. Eigentlich ein Hobby für draußen. Aber nicht nur. . .

Sonntag, 29.11.2020, 21:10 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 11:45 Uhr
Thomas Kund an seinem Pilotenplatz. Der 23-jährige Student hat bei einem Simulator-Wettkampf einfach mal mitgemacht. Und überzeugte mit Talent.
Thomas Kund an seinem Pilotenplatz. Der 23-jährige Student hat bei einem Simulator-Wettkampf einfach mal mitgemacht. Und überzeugte mit Talent. Foto: Peter Schniederjürgen

Mit Speed über einen Parcours zu flitzen, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches. Dass das auch mit einer Drohne – und dann auch noch voll digital – geht, ist aber weniger bekannt.

Thomas Kund ist dieser Leidenschaft verfallen und ziemlich erfolgreich. Genaugenommen ist er mit seinem Team unter den besten Piloten in Deutschland. Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen.

Der Masterstudent des Maschinenbaus entdeckte das neue Hobby in diesem Jahr: „Es war eher eine Folge der Corona-Pandemie“, berichtet der 23-Jährige. Mit den „echten“ Multikoptern auf Zeit um Hindernisse kurven, das kannte er schon länger. „Das wurde aber schnell langweilig“, schmunzelt Thomas Kund. Bei richtigen Rennen wurde dem Piloten schon einiges mehr abverlangt. „Meinen Drohnen fliegen bis zu 160 Stundenkilometer und beschleunigen in einer Sekunde auf über 100 Sachen“, schwärmt der junge Technikliebhaber. Reaktionsschnelle ist dabei alles.

Es war eher eine Folge der Corona-Pandemie.

Thomas Kund

Etwa im April kamen dann die Absagen für die Wettkämpfe. Für Thomas Kund nicht so schlimm: „Wir üben im Winter oft mit Simulatoren am Computer, das war jetzt das Mittel der Wahl.“ Die Hersteller der Simulatoren veranstalteten auch Wettkämpfe auf ihren Computerplattformen. „Das ist dem echten Fliegen sehr ähnlich, nur die Kurse sind um einiges komplexer“, erklärt der Student.

Einfach mal mitmachen, natürlich nur so zum Spaß, so ging Thomas Kund an den Start. Und er war tatsächlich gleich so gut, dass die Veranstalter auf ihn aufmerksam wurden. Er bekam eine Einladung, sich einem Team anzuschließen. „Das sind die ‚China Dragons‘. Wir sind sechs Piloten aus fast ebenso vielen Ländern.“ Bei einer internationalen Auswahl landete er dann prompt auf dem siebten Platz.

Für das kommende Jahr wünscht sich Thomas Kund aber wieder eine Mischung aus virtuellen und realen Rennen. Schließlich bastelt der Technikfreak auch noch an seiner neuen Wettkampfdrohne. „Die ist mit den herkömmlichen nur bedingt vergleichbar“, sagt er. Seine Drohne ist nur auf Geschwindigkeit und Wendigkeit ausgelegt. Sie hat praktisch keine stabilisierenden Systeme, wie die die normalen Drohnen. Thomas Kund ist halt immer ganz auf maximalen Speed fokussiert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7700570?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Liveticker: Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Nachrichten-Ticker