Seebrücke Lüdinghausen holt Flüchtlinge ins Bewusstsein
Rettungsboot auf der Stever

Lüdinghausen -

Gemeinsam wollen die „Sicheren Häfen“ eine Gegenstimme zur Abschottungspolitik sein. Münster ist so ein „Sicherer Hafen“, Unna auch. Bald auch Lüdinghausen? Die Seebrücke Lüdinghausen tritt dafür ein und wirbt um Mitstreiter und Unterschriften – am ersten Advent mit Kerzen und einem Boot.

Freitag, 27.11.2020, 14:04 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 15:00 Uhr
Symbolisch für die Situation der Flüchtlinge wird am Samstag in der Borg ein orangenes Boot in die Stever gelassen.
Symbolisch für die Situation der Flüchtlinge wird am Samstag in der Borg ein orangenes Boot in die Stever gelassen. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa

Ein orangenes Boot wird an diesem Samstag (27. November) gegen 10 Uhr in die Stever an der Borg gesetzt. Was sich im ersten Moment nach einem launigen Spaß in trüber Zeit anhört, hat einen sehr ernsten und auch sehr traurigen Hintergrund: Das Boot soll ein Rettungsboot symbolisieren. „Macht hoch die Tür – wir haben Platz“, so hat die „Initiative Seebrücke Lüdinghausen“ ihre Aktion am ersten Adventswochenende überschrieben – in Anlehnung an das kirchliche Weihnachtslied.

Anke Brandmeier, eine der Initiatorinnen der Seebrücke Lüdinghausen, hofft, dass Spaziergänger oder Menschen, die in die Stadt zum Einkaufen gehen, einen Blick aufs Wasser und aufs Boot werfen. Ausdrücklich bittet sie darum, dass Passanten sich nicht versammeln und die Corona-Regeln eingehalten werden.

Macht hoch die Tor - wir haben Platz

Die Initiative möchte mit dieser kleinen Aktion auf die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 8. Dezember (Dienstag) aufmerksam machen, in der die Kommunalpolitiker darüber beraten werden, ob Lüdinghausen ein „Sicherer Hafen“ wird (WN berichteten). Sichere Häfen heißen geflüchtete Menschen willkommen und sind bereit, mehr Menschen aufzunehmen, als sie nach Verteilungsschlüsseln müssten. „Gemeinsam sollen die ,Sicheren Häfen‘ eine starke Gegenstimme zur Abschottungspolitik der Bundesregierung und der EU“ bilden, ist auf der Homepage der internationalen Bewegung „Seebrücke“ zu lesen, die viele Ortsgruppen in Städten und Gemeinden hat.

Münster seit 2019 Sicherer Hafen

Münster ist seit dem 9. Oktober 2019 ein „Sicherer Hafen“, Unna seit dem 20. September 2019 und – noch ein Beispiel – Oelde seit dem 4. Mai 2020.

„Uns geht es gut hier – wir haben Platz“, sagt Brandmeier im WN-Gespräch. Dass Menschen nach wie vor flüchten und unter Krieg und Gewalt leiden – auch jetzt, wo die ganze Welt auf das Virus fokussiert ist – will die Seebrücke Lüdinghausen deutlich machen; die Aktion am Samstagmorgen ist daher nicht die einzige.

Am Samstagabend werden einige Mitglieder vor der Abendmesse, die um 18 beginnt, Kerzen vor der St.-Felizitas-Kirche aufstellen. Zwischen circa 17.30 und 19.30 Uhr werden sie dort sein. Auch Gottesdienstbesucher oder Passanten dürfen Kerzen dort abstellen – wieder unter Einhaltung der Corona-Schutzregeln. Deutlich werden soll, dass die Menschen, die vor Krieg und Gewalt nach wie vor aus Syrien oder Afghanistan, Eri­trea oder dem Südsudan fliehen, nicht vergessen sind – obwohl sie durch Corona weitgehend aus den Nachrichten verbannt worden sind.

Unterschriftenlisten

Am Sonntag (29. November) dann, dem ersten Advent, soll das orangene Rettungsboot an der Burg Vischering in die Stever gelassen werden – zum ökumenischen Gottesdienst, der um 11.30 Uhr unter der Leitung von Pfarrerin Silke Niemeyer an der Burg beginnt. Auch in diesem Wortgottesdienst soll das Thema „Flucht“ angesprochen werden.

Wer auch möchte, dass die Stadt Lüdinghausen ein „Sicherer Hafen“ wird, kann sich in Unterschriftenlisten eintragen, die im „Nähzimmer“ (Münsterstraße 16) und bei „3BurgenBuch“ (Münsterstraße 7) ausliegen oder eine Online-Petition unterschreiben: https://www.openpetition.de/petition/blog/luedinghausen-zum-sicheren-hafen-online-petition-der-seebruecke-lh/1.

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