Ordnungsamt äußert sich zur "kreativen" Umgestaltung
Rauchendes Schild ist Sachbeschädigung

Warendorf -

Warendorf ist um eine "Sehenswürdigkeit" reicher. In der Innenstadt hängt ein "rauchendes Einfahrtverbotsschild". Doch bei der Stadt zeigt man sich nicht gerade begeistert von der Aktion. Wer steckt dahinter?

Mittwoch, 25.11.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 11:16 Uhr
Ordnungsamt äußert sich zur "kreativen" Umgestaltung: Rauchendes Schild ist Sachbeschädigung
Das rauchende Einfahrtverbotsschild: diese kreative Umgestaltung des Verkehrszeichens belustigt aktuell die Warendorfer Bürger. Foto: Jonas Wiening

Die Pferdestadt Warendorf war lange Zeit kein wirklicher Begriff in der Kunstszene, doch schon seit einigen Jahren tut sich etwas. Ganz besonders im Bereich der Street-Art. Deutschlands wohl bekanntester Graffiti-Künstler Andreas Plautz alias "Smoe" ist inzwischen vielen ein Begriff. Besonders seine Katzen und das Albert-Einstein-Bild an der Brinkhaus-Mauer direkt am Emssee erfreuen sich großer Beliebtheit.

"Freiheitsmelder" und Fußball-Fehde

Doch auch unbekannte Künstler trieben in Warendorf schon ihr "Unwesen". Erst vor kurzem wurden Ortseingangsschilder von Warendorf und dem Ortsteil Freckenhorst mit Zusätzen versehen . Jemand hatte "Bezirksligist" und "Kreisligist" unter die Ortsnamen geschrieben - eine Anspielung auf die alte Fehde der Fußballvereine der Warendorfer SU und des TUS Freckenhorst. 

Für noch mehr Aufmerksamkeit sorgten die "Freiheitsmelder". Immer wieder entdeckten Warendorfer falsche Brandmelder mit Botschaften an den Häusern in Warendorfs Innenstadt. Damals berichteten sogar mehrere Fernsehsender über die Aktion, denn sogar der Staatsschutz ermittelte. Später gab es ein Bekennerschreiben von "Lolek & Bolek" und es wurden Aufkleber mit Fotos von den "Freiheitsmeldern" verkauft. Wer allerdings wirklich hinter dem Künstler-Duo steckt, ist bis heute geheim.

Nun gibt es aber wieder "Street Art" mit Verkehrszeichen. Denn direkt gegenüber der Stadtbücherei an der Kurzen Kesselstraße findet man aktuell ein "rauchendes Schild". An der Kreuzung zur Langen Kesselstraße wurde ein  Einfahrtverbotsschild mit Aufkleber und Edding bearbeitet und "verschönert". Ob Witzbold oder wahrer Künstler, bei Facebook oder in diversen WhatsApp-Gruppen amüsiert die "Sehenswürdigkeit" jedenfalls seit Montag die Warendorfer. Wer dahinter steckt, ist bis jetzt nicht bekannt. Ein Bekennerschreiben, wie bei den "Freiheitsmeldern" liegt der Stadt bis jetzt nicht vor, heißt es. Von Street-Art oder anderer Kunst möchte bei der Stadt ohnehin niemand sprechen.

Mehrere Tausend Euro Schaden im Jahr

Es könne sein, dass das veränderte Straßenschild schon länger dort hängt, aber erst jetzt durch einen Post in der Facebook-Gruppe "Du bist Warendorfer wenn" diese Aufmerksamkeit bekommt, heißt es. "Ein Austausch des Schildes ist nicht unverzüglich nötig", erklärt Benedikt Wuttke, Teamleiter Straßenverkehr beim Warendorfer Ordnungsamt, auf Nachfrage unserer Zeitung. Er sagt: "Die Bedeutung des Schildes ist ja noch erkennbar." Trotzdem warnt er davor, Straßenschilder zu verändern. So etwas sei Sachbeschädigung und werde zur Anzeige gebracht.

Der Schaden aufgrund von beklebten und veränderten Straßenschildern belaufe sich auf mehrere Tausend Euro im Jahr, erklärt Wuttke. 

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