Viele Städte nutzen den Funkübertragungsstandard
Wie das „Lorawan“-System unseren Alltag vereinfachen kann

Münster/Nordkirchen -

Der Begriff „Smart City“ geistert seit Jahren durch die Gemeinden und Medien. Doch wie kann eine Stadt sich „smart“ und zukunftsfähig aufstellen? Eine Möglichkeit ist das „Lorawan“-System, das unter anderem eine intelligente Parkplatzsuche ermöglichen kann.

Freitag, 27.11.2020, 07:30 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 13:48 Uhr
Viele Städte nutzen den Funkübertragungsstandard: Wie das „Lorawan“-System unseren Alltag vereinfachen kann
Mit Hilfe des "Lorawan"-Systems soll in Zukunft in Neuenkirchen die Parkplatz-Suche ganz einfach werden. Auch die Stadt Münster denkt über diese Funktion nach. Foto: dpa (Symbolbild)

Seit der vergangenen Woche hat die Gemeinde Nordkirchen eine „Lorawan“-Antenne am Rathaus. Das System soll die Stadt im Münsterland „smarter“ machen. Doch wie soll das gehen? 

„Lorawan“ steht für „Long Range Wide Area Network“. Dabei handelt es sich grundlegend um einen simplen Funkübertragungsstandard. Das System wird einmalig installiert. Über kleine Sensoren, die in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden können, werden einfache, aber entscheidende Daten ermittelt und übertragen. 

Intelligente Parkraumüberwachung in Nordkirchen

Und wie soll das System nun in Nordkirchen helfen? „Wir wollen zunächst Verkehrsangebote bündeln“, erklärt Manuel Lachmann, Wirtschaftsförderer in der Gemeinde im Kreis Coesfeld, die erste Funktion, die genutzt werden soll. Konkreter gesagt: Verbraucher sollen einfach und schnell Parkplätze in der Stadt finden - ganz ohne lästige Suche.

In Nordkirchen ist die Hochschule für Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen angesiedelt. „Für die rund 1200 Studierenden gibt es an der Hochschule aber nicht genügend Stellplätze, die Hochschüler drängen in die Stadt rein“, so Wirtschaftsförderer Lachmann, der sich zwar über die zusätzliche Kaufkraft freut, aber das Problem mit den Parkplätzen erkannt hat.

Dieses soll es in Zukunft dank des „Lorawan“-System nicht mehr geben. Sensoren sollen Daten über die Parkplätze ermitteln und diese an das System übermitteln. Mit Hilfe einer App sollen die Studierenden und andere Gäste der Stadt einfach und schnell erkennen, wo Parkplätze frei sind. Der Parksuchverkehr soll somit auf ein Minimum reduziert werden. Bis Ende Januar sollen alle Sensoren angebracht werden, im späten Frühjahr soll das System starten, heißt es in Nordkirchen. Weitere Verkehrsangebote sollen dabei gebündelt werden.

Aasee-Überwachung in Münster

Ob oder wie gut die intelligente Parkraumüberwachung funktioniert, kann man in Münster noch nicht sagen. Doch dass das „Lorawan“-System viele Vorteile hat, weiß man hier schon seit zwei Jahren. Denn seit 2018 sind rund 70 Prozent des Stadtgebietes mit dem Funkübertragungsstandard abgedeckt, wie Florian Adler, Pressesprecher der Stadtwerke erklärt: „Wir nutzen das zum Beispiel für die Fernwärme-Überwachung oder können Wasser- oder Gaslecks frühzeitig erkennen.“ Speziell sei das „Lorawan“-System in Münster auch für die Überwachung der Wasserqualität im Aasee zuständig. Ein großes Fischsterben wie 2018  soll so in Zukunft verhindert werden können.

Einen direkten Nutzen für die Verbraucher hat das „Lorawan“-System in Münster noch nicht. Doch das könnte sich in Zukunft ändern. Auch hier wird über die intelligente Parkraumüberwachung nachgedacht. „Und es gibt sehr viele weitere Möglichkeiten, die das System bieten könnte“, sagt Dr. André Wolf aus dem Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft. 

Es sei relativ einfach, überfüllte Mülleimer zu erkennen, die Straßenbeleuchtung zu steuern oder die Luftqualität transparent darzustellen. „Die Sensoren kosten jeweils nur ein paar Euro“, sagt Florian Adler von den Stadtwerken. Tüftler und technisch interessierte Personen könnten das System sogar privat nutzen. Und Ideen, die den Alltag in der Stadt verbessern würden, seien ohnehin gern gesehen.

Viel Hoffnung ruht auf dem „LoRaWAN“-System

Wie hoch die Kosten für die Installation des „Lorawan“-Systems in Münster waren, darüber macht die Stadt keine genauen Angaben. In Nordkirchen hat die Gemeinde rund 90.000 Euro investiert. „80 Prozent der Kosten werden aber über eine Förderung vom Land NRW übernommen“, so Nordkirchens Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann. Er ist sich sicher, dass sich das System auf Dauer mehr als rechnen und die Lebensqualität in der Gemeinde verbessern wird.

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