Studentinnen der FH entwickeln neuen Atlasimpuls-Simulator
Der richtige Griff bei Nackenschmerzen

Steinfurt -

Einen neuen Atlasimpuls-Simulator haben zwei Studentinnen der FH Steinfurt konstruiert und gebaut. Ärzte sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Sonntag, 22.11.2020, 16:42 Uhr
Nahmen an der Übergabe der Simulatoren teil(v.l.): Prof. Dr. David Hochmann, Corinna David, Janina Leusmann (1. Reihe) , Dr. Freerk Barth, Dr. Anneke Thren, Dr. Jörn Meißner (2. Reihe) sowie Dr. Peter Weng und Dr. Birke Barth (3. Reihe).
Nahmen an der Übergabe der Simulatoren teil(v.l.): Prof. Dr. David Hochmann, Corinna David, Janina Leusmann (1. Reihe) , Dr. Freerk Barth, Dr. Anneke Thren, Dr. Jörn Meißner (2. Reihe) sowie Dr. Peter Weng und Dr. Birke Barth (3. Reihe).

Es ist ein kleiner, kurzer und fester Impuls auf den ersten Halswirbel, den sogenannten Atlas – mit großer Wirkung. Denn dieser Impuls hilft nicht nur gegen Beschwerden im Nacken, sondern wirkt unter anderem auf die Grundspannung der Muskulatur allgemein. Doch der Griff, den Ärzte anwenden, muss sitzen. Nur dann ist er wirksam, schmerzfrei und ohne unerwünschte Wirkungen. Also üben die Kursteilnehmer der Ärztegesellschaft für manuelle Kinderbehandlung und Atlastherapie (ÄMKA) am Atlasimpuls-Simulator. Allerdings war dieser im Laufe der Zeit in die Jahre gekommen, das bisherige Modell – ein ovales Konstrukt aus Leder – nicht mehr zeitgemäß und noch weniger auf dem aktuellen Stand der Technik. Ein neuer Simulator musste her, und den haben zwei Studentinnen der Fachhochschule in Steinfurt konstruiert und gebaut. Fast ein Jahr lang, mit Unterbrechungen bedingt durch Corona, feilten Corinna David und Janina Leusmann unter Leitung von Prof. Dr. David Hochmann im Labor für Biomechatronik an ihrem Modell. Jetzt haben sie das Ergebnis ÄMKA-Vertretern in Steinfurt übergeben, darunter auch der stellvertretende Vorsitzende, der Burgsteinfurter Arzt Dr. Freerk Barth.

Studentinnen

Der neue Atlasimpuls-Simulator sieht aus wie ein richtiger Kopf, ist aber vorrangig im 3D-Drucker entstanden. „Uns war es wichtig, den menschlichen Kopf möglichst real nachzubilden“, sagt Corinna David. Als Grundlage nahmen die Studentinnen der Biomedizinischen Technik ein digitales Modell eines Kopfes und modellierten die bestehende Datei so lange, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden waren. „Eine Anforderung war, beim Üben mit dem Simulator die ausgeübten Kräfte genau zu messen und darzustellen. Deshalb haben wir ein Softwareprogramm geschrieben“, so Leusmann. Und das war ziemlich viel Arbeit, denn für beide völlig neu. „Aber als wir wegen der Teilschließung der Hochschule im März vorübergehend nicht mehr ins Labor durften, konnten wir die Arbeit am Programm sehr gut auch von zu Hause aus erledigen“, erzählt Corinna David.

Dehnungsstreifen

Die Messung gelingt dank Dehnungsmessstreifen, die sich an einem Verformungskörper unterhalb des Kopfes befinden. Die Dehnungsmessstreifen sind über Kabel mit der ausgelagerten Elektronik, die zur Erfassung der Signale dient, verbunden, und die Elektronik ist via USB mit einem Laptop verknüpft. Wie gut das funktioniert, probierte Barth bei der Übergabe aus: Mit der Arbeit der Studentinnen ist er sehr zufrieden. „Die beiden haben wirklich Außerordentliches geleistet und sehr viel Energie in das Projekt gesteckt. Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen“, ist der Burgsteinfurter Mediziner überzeugt.

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