Einbruch auf der Oase
„Es geht wieder los“

Gronau -

Auf dem Oase-Gelände wurde eingebrochen. Wieder mal. Geringe Beute, aber vergleichsweise hoher Schaden und Aufwand für die Vereinsmitglieder sind die Folge. Die sind schon Kummer gewohnt, denn der ökumenische Kirchengarten wird immer mal wieder von Einbrechern und Vandalen heimgesucht. Auch eine Brandstiftung war schon dabei.

Freitag, 30.10.2020, 07:00 Uhr
In die Hütte auf dem Oase-Gelände ist – wieder mal – eingebrochen worden.
In die Hütte auf dem Oase-Gelände ist – wieder mal – eingebrochen worden. Foto: Rupert Joemann

Die Polizeimeldung las sich etwas verklausuliert: In kirchliche Vereinsräume seien am Dienstag in Gronau Unbekannte eingedrungen. Es handle sich um eine Hütte auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau an der Dinkelstraße unweit der Dinkel und der Grenze zu den Niederlanden. Bei der Ortsangabe wissen Eingeweihte schon Bescheid: die Oase ist gemeint.

Ein Anruf bei der ersten Vorsitzenden, Marlies Gartmann, bringt Klarheit. „Ja, das war bei uns“, sagt sie, angesprochen auf die Polizeimeldung und bestätigt deren weiteren Inhalt. Die Täter hatten sich mit Gewalt Zugang verschafft: Um in das Gebäude zu gelangen, hatten sie ein Fenster eingeschlagen. Die Täter ließen eine Wassertonne aus Kunststoff und einen CD-Player mitgehen. Das Gerät fand sich in der Nähe des Tatorts wieder. Abgespielt hat sich das Geschehen zwischen 12 und 19.30 Uhr.

Wir lassen uns nicht unterkriegen!

Marlies Gartmann, erste Vorsitzende des Oase-Vereins

Die Oase und ihre Gebäude sind schon häufig Einbrüchen und Vandalismus zum Opfer gefallen. „Zwei Monate hatten wir Ruhe, jetzt geht es wohl wieder los“, sagt Marlies Gartmann. Doch von Resignation will sie nichts wissen: „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“ Natürlich kann sie nicht genau sagen, wer wohl immer wieder auf der Oase sein kriminelles Unwesen treibt. Einen Verdacht hat sie aber schon: Immer wieder finden sich auf dem Oase-Gelände leere Wodkaflaschen, Zigarettenstummel und auch Tütchen, die gängigerweise für Marihuana genutzt werden.

Es sieht nicht nach Beschaffungskriminalität aus

Sind es vielleicht Jugendliche, die sich dort treffen und manchmal gegen ihre Langeweile „ein bisschen mehr machen“? Auszuschließen sei das nicht, letztlich aber Spekulation, sagt Thorsten Ohm von der Pressestelle der Kreispolizei Borken diplomatisch. Die Fakten würden jedenfalls nicht auf Beschaffungskriminalität hindeuten. „Das alles spricht nicht dafür, dass da jemand Beute machen wollte, um sie zu verkaufen.“

„Die wissen doch, dass bei uns nichts zu holen ist“, sagt auch Marlies Gartmann. Der CD-Player sei ein altes Modell, durchaus noch gut zu gebrauchen, aber zum Verkaufen wohl eher nicht geeignet. Die Vereinsmitglieder ärgern sich auch darüber, dass die Einbrüche – vor einem Jahr war auch eine Brandstiftung dabei – Schäden an den Gebäuden nach sich ziehen, deren Beseitigung und Reparatur vor allem mit viel Arbeit verbunden ist.

Jugendamt ist sensibilisiert

Eine WN-Anfrage bei der Stadtverwaltung ergab, dass das Jugendamt die Oase bislang nicht als Einsatzort für die Streetworker oder auch das neue Projekt „Plan G“ auf dem Schirm hatte. Man nehme den Hinweis aber gerne auf. Das ist auch der Ansatz von Thorsten Ohm: Solche Vorfälle gebe es an öffentlich zugänglichen Orten immer wieder, sagt er und nennt den Stiegenpark in Heek als Beispiel. Solche Orte seien nicht umfassend zu schützen, da sei die Polizei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Er appelliere deshalb an die Bürgerinnen und Bürger, die Polizei gerne über relevante Beobachtungen zu informieren. Auch im aktuellen Fall bittet die Polizei um Hinweise an das Kriminalkommissariat in Gronau,  02562 9260.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7654736?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Liveticker: Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Nachrichten-Ticker