Windenergieanlagen in Bösensell
Bürgerinitiative reicht Beschwerde ein

Senden -

Nach Auffassung der Bürgerinitiative „Gegenwind Bösensell“ muss die Gemeinde Senden sich gegen den beantragten Bau zweier 240 Meter hoher Windenergieanlagen stellen. Zusammen mit fast 100 Unterschriften hat die BI einen Antrag beziehungsweise eine Beschwerde im Rathaus eingereicht.

Samstag, 24.10.2020, 13:05 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 10:10 Uhr
Ende August war die Einladung der „Gegenwind“ zu einem Informationsaustausch auf starke Resonanz gestoßen. Der jetzt eingereichte Bürgerantrag wird durch fast 100 Unterschriften gestützt.
Ende August war die Einladung der „Gegenwind“ zu einem Informationsaustausch auf starke Resonanz gestoßen. Der jetzt eingereichte Bürgerantrag wird durch fast 100 Unterschriften gestützt. Foto: di

Wird die Kreisverwaltung das von der Gemeinde Senden versagte Einvernehmen zum Bau zweier Windkraftwerke in Bösensell akzeptieren? Oder wird die Coesfelder Behörde das Einvernehmen ersetzen und die beantragten 240 Meter hohen Anlagen genehmigen? Diese Fragen in dem laufenden Verfahren bewegen beziehungsweise beunruhigen die Mitglieder der „Gegenwind Bösensell“. Sie halten die bestehende ablehnende Begründung für „nicht hinreichend umfassend“. Denn die Gemeinde beruft sich – wie berichtet – einzig und allein darauf, dass der (im Grunde veraltete Flächennutzungsplan) den Bau der Windräder nicht zulasse. Vor diesem Hintergrund hat die Interessengemeinschaft zusammen mit fast 100 Unterschriften eine Anregung/Beschwerde im Rathaus eingereicht. Ziel ist es, das versagte Einvernehmen auf juristisch festere Füße zu stellen und damit stichhaltigere Argumente zur Verhinderung der geplanten Windenergieanlagen in die Hände zu bekommen.

Aus Sicht der Bürgerinitiative, die durch Silvia Herding und Johannes Backmann vertreten wird, sei die Gemeinde aus kommunalrechtlicher Sicht eventuell sogar zur Versagung verpflichtet, weil ihre Planungshoheit eingeschränkt werde. Dazu werden in dem Antrag zwei Gründe angeführt:

1. Die Realisierung der Windkraftanlagen würde nach Auffassung der Bürgerinitiative die wohnbauliche Entwicklung in einem nicht zu vertretenden Maße beeinträchtigen: „Es geht uns bei unserer Begründung nicht nur um das Hier und Jetzt, sondern um einen langen Zeitraum“, so Silvia Herding im WN-Gespräch. Jungen Bösensellern würden die einzigen Flächen genommen, die ihnen „zukünftig den Bau eines Eigenheims in ihrem Heimatort ermöglichen können“.

2. führt die „Gegenwind Bösensell“ an, dass der Standort der südlich gelegenen Windenergieanlage nur circa 1300 Meter vom Wohngebiet Sporksfeld entfernt liege und damit den im Landesentwicklungsplan festgelegten Planungsabstand von 1500 Meter nicht einhalte. Ein möglicherweise neues Baugebiet – östlich der Havixbecker Straße – würde sogar noch dichter an die Anlage heranrücken, heißt es.

Die von der Interessengemeinschaft eingereichte Anregung/Beschwerde werde nun zunächst von der Verwaltung „inhaltlich geprüft“, erläutert Carsten Busche von der Sendener Bauverwaltung auf Anfrage. Anschließend müsse die vorgetragene Argumentation von den Kommunalpolitikern bewertet werden. Für die politische Diskussion sei zunächst der Haupt- und Finanzausschuss zuständig. Dieser könne „unter Berücksichtigung der formalen und materiellen Prüfung“ über den Antrag selbst entscheiden beziehungsweise ihn an die für die Bearbeitung zuständige Stelle weiterleiten. „Inhaltlich ist die Anregung im Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt zu prüfen und zu bewerten“, so Busche.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7646194?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Liveticker: Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Nachrichten-Ticker