Coronavirus im Münsterland
Zahlen in den Kreisen Borken und Warendorf weiter hoch

Münsterland -

Alle reden über das Berchtesgadener Land – doch auch im Münsterland gibt es Orte mit Inzidenzen weit über 200. Die Zahlen steigen deutlich, in immer mehr Orten gelten strengere Corona-Regelungen. [mit Video]

Mittwoch, 21.10.2020, 21:40 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 15:54 Uhr
Ein rotes Band im Südwesten des Kreises Warendorf: In Everswinkel, Sendenhorst, Ahlen und Beckum liegt der Inzidenzwert teils deutlich über der 50er-Grenze.
Ein rotes Band im Südwesten des Kreises Warendorf: In Everswinkel, Sendenhorst, Ahlen und Beckum liegt der Inzidenzwert teils deutlich über der 50er-Grenze. Foto: Gunnar A. Pier

Im Internet-Portal des Kreises Warendorf gibt es eine interaktive Karte, die die ganze Misere zeigt. Weite Teile des Kreises sind angenehm gelb-orange-beige – aber durch den Südwesten zieht sich ein tiefroter Streifen. Dargestellt wird hier der Inzidenzwert der Orte im Kreis – und der lag am Mittwoch in Everswinkel (51,7), Sendenhorst (60,8), Beckum (106,4) und vor allem Ahlen (235,8) in alarmierenden Höhen.

Die tiefroten Orte sorgen dafür, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen kreisweit bei 76,3 liegt, obwohl es in anderen Städten kaum Infizierte gibt – oder gar aktuell keine wie in Ennigerloh und Beelen. Die strengen Auflagen gelten dennoch für alle, darunter Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf fünf Personen aus verschiedenen Haushalten und eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr in der Gastronomie.

Kommunen für kreisweit einheitliche Regeln 

Eine Forderung, die Regelungen künftig nicht mehr kreisweit, sondern konkret für Kommunen vorzuschreiben, steht dennoch nicht im Raum. Darauf verständigten sich die 13 Bürgermeister am Mittwoch in einer Videokonferenz. Sie wollten „keinen Flickenteppich im Kreis Warendorf“, erklärte Kreis-Sprecher Thomas Fromme. Zudem hätten alle die absoluten Zahlen im Blick. So würden in Beelen schon 3,2 Infizierte reichen, um den Risikowert zu überschreiten, rechnet Fromme vor.

In Ahlen geht derzeit das Rätselraten über die Gründe für die immens gestiegenen Infektionszahlen weiter. Möglicherweise haben einige große Feiern in der Umgebung Anteil daran, dass die Behörden am Mittwoch noch einmal 17 Neuinfektionen zählten. Weil zugleich sieben Menschen gesundeten, stieg die Zahl auf 159 aktuell Infizierte. Im Verhältnis viel: Seit März wurden hier gerade mal 394 Infizierte gezählt – was die aktuelle Dramatik verdeutlicht. Die Stadt setzt auf Aufklärung und Kontrollen, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Auch der Kreis Borken bereitet Sorgen

Die Alarmglocken schrillen derweil auch im Kreis Borken. Mit 327 Infizierten lag er am Mittwoch münsterlandweit an der Spitze . Allein zwischen Dienstag und Mittwoch wurden 40 Neu­infektionen registriert. Knapp ein Drittel der Betroffenen (105) lebt in Gronau. Der Inzidenzwert stieg nach Angaben der Kreisverwaltung auf über 50 – hoch genug, um weitere Schutzmaßnahmen ab Donnerstag (22. Oktober) in Kraft zu setzen.

Video in Kooperation mit dem WDR:

In den anderen Kreisen des Münsterlandes verliefen die vergangenen Tage etwas ruhiger. Allerdings gab es im Kreis Steinfurt ein weiteres Todesopfer zu beklagen, das auf das Coronavirus zurückgeführt wird. Insgesamt starben damit seit Beginn der Pandemie Anfang des Jahres im Münsterland 190 Menschen an dem Virus, ziemlich genau die Hälfte davon im Kreis Steinfurt.

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