Fische im Klavier
Caruso wohnt im Klavarium

Sendenhorst -

„Was ist das, ein Klavarium?“ Weder der Duden noch andere Enzyklopädien können Auskunft geben. Wohl aber Matthias Schmidt. Er hat es nämlich gebaut. „Ein Klavier mit integriertem Aquarium“.

Montag, 12.10.2020, 18:18 Uhr
Auf dem Klavarium, das er selbst gebaut hat, bringt Matthias Schmidt seinem Kampffisch Caruso (versteckt hinter einer Wasserpflanze) ein Ständchen.
Auf dem Klavarium, das er selbst gebaut hat, bringt Matthias Schmidt seinem Kampffisch Caruso (versteckt hinter einer Wasserpflanze) ein Ständchen. Foto: Christiane Husmann

Caruso, der siamesische Kampffisch, bekommt so gut wie kein anderer mit, was Matthias Schmidt auf seinem Klavarium anstellt. Der Musiker aus Sendenhorst-Albersloh hat in ein Klavier ein Aquarium gebaut. Ein Möbel, in dem man nicht nur Fische züchten, sondern auf dem man auch wunderbar musizieren kann.

Und Matthias Schmidt kann wunderbar musizieren. Talent und zehn Jahre klassische Klavierausbildung machen es möglich. Erschütterungen oder Vibrationen muss Caruso nicht fürchten – die Klaviersaiten und Hämmer sind Elektronik gewichen. „Dass man darauf weiter spielen kann, war der Reiz bei der Sache“, sagt der Erfinder des Unikats.

Wie das Aquarium ins Klavier gekommen ist

Das alte Klavier hatte der 47-Jährige schon vor zwei Jahren für 100 Euro bei Ebay ersteigert und aufwändig gestimmt. Als dem ein Umzug den Rest gab, setzte Schmidt seine schon länger gereifte Idee um: „Wenn das über den Jordan geht, baue ich da ein Aquarium rein.“ Fehlte nur die Zeit, die der beruflich als Veranstaltungsleiter eingebundene Mann nicht hatte. „Dann kam Corona, also gab es auch keine Veranstaltungen mehr“, sagt Schmidt, der – wenn auch unfreiwillig – die Zeit fand, das Klavarium zu bauen.

„Hier sah es zwischendurch aus wie auf einem Kriegsschauplatz“, lacht der Musiker, der auch mit einem Fuchsschwanz Hand angelegt hatte. „Das gesamte Innenleben musste raus.“ Danach begann die Feinarbeit, die zugunsten von Caruso und Co gut durchdacht worden war. „Das Aquarium ruht auf Stahlträgern und die im E-Piano integrierten Lautsprecher sind via Bluetooth bedienbar – heute muss ja alles smart sein“, erklärt. „Ich habe da einen Batzen Geld reingesteckt. Dafür hätte man locker ein nagelneues Klavier kaufen können – allerdings ohne Aquarium.“ Nun soll das Klavarium noch ein Logo bekommen. „Seltsam und Söhne“ könnte schon bald in goldenen Lettern im Hintergrund des Aquariums zu lesen sein.

Kamin im Klavier?

„Ganz ehrlich, ich bin da schon stolz drauf“, gibt Matthias Schmidt zu: „Ich würde das wieder machen.“ Oder so ähnlich. „In so einem Klavier könnte man auch eine Schießbude oder eine Modelleisenbahn unterbringen“, überlegt der Albersloher. „Oder einen schönen Ethanolkamin – das würde dann ein Klamin.“ Wer also ein altes Klavier in ein originelles und einmaliges Musikmöbel verwandeln lassen will – Matthias Schmidt weiß Rat.

Aktuell überlegt er, wo er die Brut von Kampffisch Caruso unterbringen soll. „Ich werde wohl einen alten Röhrenfernseher aus den 70er-Jahren zu einem Aquarium umbauen“, überlegt er.

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