Requiem wird bei zwei Konzerten aufgeführt
Mit Mozart aus der Corona-Pause

Nordwalde -

Die Corona-Pandemie hat lange Zeit nicht nur Konzerte unmöglich gemacht, sondern schon die Chorproben. Beides ist mittlerweile wieder machbar, wenn auch mit Einschränkungen. Dennoch dürfte nicht nur beim Chor Venestra musica die Freude groß sein, dass Anfang Oktober wieder Konzerte im Terminkalender stehen – mit einem populären Stück: Mozarts Requiem.

Dienstag, 22.09.2020, 21:59 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 19:36 Uhr
Thorsten Schlepphorst hält das Plakat mit der Ankündigung für das Mozart-Requiem in der Hand. Am 4. und 5. Oktober führen der Chor Venestra musica, das Kourionorchester und einige Solisten das Stück in der St.-Dionysius-Kirche auf.
Thorsten Schlepphorst hält das Plakat mit der Ankündigung für das Mozart-Requiem in der Hand. Am 4. und 5. Oktober führen der Chor Venestra musica, das Kourionorchester und einige Solisten das Stück in der St.-Dionysius-Kirche auf. Foto: Vera Szybalski

Dass der Chor Venestra musica im Oktober das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart singt, ist ein bisschen kurios. Denn Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst, der die beiden Konzerte im nächsten Monat leitet, sagt: „Ich bin nicht so der Mozart-Fan.“ Früher habe er die Musik des Komponisten „einfach nur schön“ gefunden, ihm fehlten Ecken und Kanten. Das habe sich im Laufe der Zeit etwas geändert. Das Requiem bildet aber sowieso eine Ausnahme: „Das ist das einzige Stück von Mozart, was ich wirklich mag.“

Thorsten Schlepphorst ist sicher nicht der einzige, dem das Requiem gefällt. Deshalb könnte es am 4. und 5. Oktober (Sonntag und Montag) in der St.-Dionysius-Kirche voll werden, so voll wie es zu Corona-Zeiten eben werden kann. Neben dem Chor Venestra musica musizieren Mitglieder des Kourion­orchesters sowie die Solisten Katharina Brodesser, Alex­ander Schneider, Andreas Scholz und Arndt Winkelmann.

Idee stammt vom Chor aus Neuenkirchen

Der Corona-Pandemie müssen die Veranstalter natürlich Tribut zollen. Für ein Konzert dieser Art verfügt die Kirche nur über etwa 200 Sitzplätze. Weil es eines der ersten größeren Oratorienkonzerte im Umkreis seit Mitte März und das Stück populär ist, gibt es zwei Aufführungen. Die Idee, das Mozart-Requiem zu singen, kam eigentlich von einem Chor aus Neuenkirchen, mit dem Venestra musica gemeinsam auftreten wollte. Die Neuenkirchener haben ihre Proben aufgrund der Pandemie aber gestoppt. „Jetzt stehen wir selber mit dem Stück da“, sagt Schlepphorst.

Die Folgen der Corona-Krise beeinflussen das Konzert nicht nur im Bezug auf die Anzahl der Besucher. Im Januar hatte Venestra musica mit den Proben begonnen, nach etwa zweieinhalb Monaten griffen die harten Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Singen in Gruppen war erst mal nicht möglich. Wochen später hat der Chor in kleinen Gruppen seine Proben wieder aufgenommen.

Man hört weniger vom Nachbarn. Das wird auch in der Aufführung noch bei zwei Metern eine Herausforderung sein.

Thorsten Schlepphorst

Die Proben dürfen auch nur 60 statt 90 Minuten dauern. „Uns fehlt ein Drittel Probenzeit“, sagt Thorsten Schlepphorst. Die 23 Sänger müssen zudem Abstand zueinander halten. Sie werden deshalb beim Konzert in der Kirche nicht alle zusammenstehen, sondern sich im Altarraum und den beiden Querschiffen verteilen. „Man hört weniger vom Nachbarn“, sagt Schlepphorst. „Das wird auch in der Aufführung noch bei zwei Metern eine Herausforderung sein.“ Zwei Meter sind derzeit der Abstand, den Sänger einhalten müssen.

Chor beendet mit Mozart seine Konzertpause

Für die volle, von Mozart gedachte Orchesterbesetzung ist ebenfalls kein Platz. Thorsten Schlepphorst hat deshalb extra für die beiden Konzerte eine Bearbeitung für eine kleine Orchesterbesetzung angefertigt: ein Streichsextett mit Cello, Kontrabass und jeweils zwei Geigen und Bratschen sowie ein Englischhorn und Pauken. Das war nicht mal eben nebenbei zu machen. Schlepphorst hat das einstündige Stück in vier Wochen bearbeitet: „Das war eine deutlich dreistellige Arbeitszeit an Stunden.“ Mit dem Requiem von Mozart beendet der Chor nun seine Konzertpause.

Das Mozart-Requiem wird am 4. Oktober (Sonntag) um 17 Uhr und am 5. Oktober (Montag) um 19.30 Uhr jeweils in der St.-Dionysius-Kirche aufgeführt. Die Karten kosten 18 Euro im Vorverkauf und sind bei „Buch & mehr“ oder über die Internetseite www.kirchenmusik-nordwalde.de erhältlich. An der Abendkasse beträgt der Eintritt 20 Euro. Bei der Kreissparkasse hat Schlepphorst zudem noch eine Crowdfunding-Aktion unter dem Motto „Mozart trotz(t) Corona“ eingerichtet.

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