Einweihung der Sternenkinderstele
Wenn das Leben endet, bevor es beginnt

Metelen -

In nur acht Monaten wurde das Projekt umgesetzt: Auf dem Friedhof in Metelen steht seit Kurzem eine Stele für Sternenkinder. Am Sonntag wurde die Skulptur eingeweiht.

Montag, 21.09.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 09:26 Uhr
Imke Philipps und Thomas Stapper weihten die Sternenkinderstele auf dem Friedhof ein.
Imke Philipps und Thomas Stapper weihten die Sternenkinderstele auf dem Friedhof ein. Foto: Irmgard Tappe

„Weißt du, wie viel Sternlein stehen“, erklang es auf dem Friedhof in Metelen. Es war ein Lied für die Sternenkinder, das Sergey Myasoedov und seine Frau Julia Rivina einfühlsam zu Gehör brachten. Im Rahmen einer Feierstunde weihten Pastor Thomas Stapper und Pastorin Imke Philipps am Sonntagnachmittag das Sternenkindergrabfeld mit der Stele ein.

Den Termin am Weltkindertag hatte der Arbeitskreis „Grabfeld Sternenkinder“ bewusst gewählt. „An diesem Tag gedenken wir den Rechten der Kinder zu einem menschenwürdigen Leben und Sterben. Somit ist der Tag eine Brücke zum heutigen Anlass“, sagte Bürgermeister Gregor Krabbe.

„In stolzen acht Monaten haben wir dieses Projekt umgesetzt“, freute sich Veronika Lücking, Ansprechpartnerin des 15-köpfigen Arbeitskreises. Sie dankte allen, die das Anliegen ideell und finanziell unterstützt hatten. Es sei ein Ort entstanden, an dem Eltern aller Religionen, aber auch konfessionslose Familien ihre Sternenkinder künftig bestatten können. Gleichzeitig solle es eine Erinnerungsstätte für jene Eltern sein, deren Kinder vor längerer Zeit verstorben sind, erläuterte Lücking.

Einsegnung der Stele für Sternenkinder auf dem Friedhof

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  • Das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Friedhof wurde eingeweiht.

    Foto: Irmgard Tappe
  • Das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Friedhof wurde eingeweiht.

    Foto: Irmgard Tappe
  • Das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Friedhof wurde eingeweiht.

    Foto: Irmgard Tappe
  • Das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Friedhof wurde eingeweiht.

    Foto: Irmgard Tappe
  • Das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Friedhof wurde eingeweiht.

    Foto: Irmgard Tappe
  • Das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Friedhof wurde eingeweiht.

    Foto: Irmgard Tappe
  • Das Sternenkinder-Grabfeld auf dem Friedhof wurde eingeweiht.

    Foto: Irmgard Tappe

Ihr besonderer Dank galt der Steinmetzin Alina Bußmann, die das Kunstwerk geschaffen hatte. Die Metelenerin erläuterte den zahlreichen Besuchern der Feierstunde ihr Werk.

Eine schlichte und schlanke Skulptur aus Gildehauser Standstein, in den sie ein Zitat des „Kleinen Prinzen“ eingeritzt hat. Im Vordergrund der Skulptur ein abstraktes Motiv, das ein Segel darstellen soll. „Die kleinen Seelen, die viel zu früh auf die Reise zu den Sternen müssen, werden auf dem Boot gen Himmel segeln. Sicher und nicht allein“, beschrieb die Künstlerin ihre Intentionen. Betroffenen solle das Segel ein Symbol der Liebe zu ihren Kindern sein, deren Leben endete, bevor es begann, erklärte sie. Es sei ein wunderbares Gefühl, dass sie mit ihrem Meisterstück etwas schaffen durfte, das Eltern bei der Trauerbewältigung helfe, freute sich Alina Bußmann.

„Eltern lieben ihre Kinder, bevor sie geboren sind. Der Abschied ist unbegreiflich, denn mit dem Tod wird vieles von ihnen selbst fortgenommen“, erklärte Pastorin Philips. Jedes Leben sei ein Geschenk, das für immer in den Herzen der Eltern bleibe, bemerkte auch Pastor Stapper, als er die Sternenkinderstele segnete.

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