Aktionstag der Polizei
Viele Verkehrstote wegen Ablenkung im Straßenverkehr

Ahlen -

Der Blick aufs Handy kann leben kosten – darauf weist die Polizei in einem Aktionstag hin.

Donnerstag, 17.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 11:28 Uhr
Polizeihauptkommissarin Dagmar Hille sensibilisierte auch Justus Langstein und Melanie Beraneck (v. r.) zum Thema Ablenkung auf ihrem Weg zur Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen.
Polizeihauptkommissarin Dagmar Hille sensibilisierte auch Justus Langstein und Melanie Beraneck (v. r.) zum Thema Ablenkung auf ihrem Weg zur Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen. Foto: Ralf Steinhorst

Europaweit steht vom 16. bis 22. September das Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ im Fokus. Die Polizei im Kreis Warendorf führte dazu kreisweit einen Aktionstag durch.

„Lieber stehen bleiben und dann weitergehen“, ermahnte Polizeihauptkommissarin Dagmar Hille eine Schülerin auf ihrem Weg zur Ahlener Fritz-Winter-Gesamtschule, als diese gehend mit ihrem Smartphone beschäftigt war: „Das gilt besonders beim Queren einer Straße“. Zusammen mit Kollegin Michaela Loeber, beide in der Verkehrsprävention tätig, sprachen sie am frühen Morgen etliche Schüler, auch auf dem Fahrrad, an, um für das Thema sensibilisieren. Während die Schüler noch bußgeldfrei ausgingen, hatten Autofahrer bei anderen Kontrollen weniger Glück. Das Nutzen des Smartphones während der Fahrt kostet auf dem Fahrrad 55 Euro, im Auto 100 Euro plus einen Punkt in Flensburg.

Denn das Hantieren mit dem Smartphone im Straßenverkehr ist kein Kavaliersdelikt. „Mit zwei Stöpseln in den Ohren bekommt man ja nichts mit“, betonte Dagmar Hille. Was auch Martin Schnafel, Leiter des Verkehrsdienstes, unterstreicht: „Ablenkung verursacht Verkehrsunfälle.“ Wie gefährlich eine Ablenkung im Auto werden kann, fasst Andrea Mersch-Schneider, Direktionsleiterin Verkehr, in Zahlen: „Bei 50 km/h sind das 14 Meter Blindflug in der Sekunde.“ Verbunden mit dem Hinweis, dass Bäume näher als 14 Meter an den Straßenrändern stehen.

Noch schlimmer als eine solche Situation ist die, dass es nicht selten zu Frontalkollisionen mit dem Gegenverkehr kommt. Eine Studie aus dem Jahr 2016 hat ermittelt, dass jeder zehnte Verkehrstote auf einen Unfall mit Ablenkung zurückzuführen ist. In einer weiteren Allianz-Studie gaben 50 Prozent der Befragten sogar zu, in diesem Bereich gegen Vorschriften zu verstoßen. Auch wenn das Bewusstsein groß ist, ist die Mehrheit wohl der Ansicht, einem selbst könne nichts passieren.

Zur Aufklärung hat sich am Mittwochvormittag die Mobile Wache an der Ahlener Marienkirche postiert. Dort wurden die Polizeibeamten von Werner Schweck von der Verkehrswacht im Kreis Warendorf unterstützt. Auch er sagt: „Ablenkung ist ein wichtiges Thema bei der Verkehrsprävention.“

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