Herbstbeginn
Neuer Alarm im heimischen Wald: Die Fichte ist tot

Münsterland -

Der Sommer ist zu Ende - der Wald ist auf den Hund gekommen: Dürre, Hitze und der Borkenkäfer haben ihm den Garaus gemacht. Bleibt es so, wird es im Münsterland den Wald, wie wir ihn kennen, in fünf bis sechs Jahren nicht mehr geben. 

Mittwoch, 09.09.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 07:07 Uhr
Herbstbeginn: Neuer Alarm im heimischen Wald: Die Fichte ist tot
Das Bild zeigt absterbende Sitkafichten. Foto: dpa

Klimawandel, Käferplage, extreme Dürre: Der Wald ist krank – und Heinz-Peter Hochhäuser in großer Sorge. Der Borkenkäfer hat der Fichte längst den Garaus bereitet. Buche und Eiche leiden unter der anhaltenden Trockenheit. „Wenn die Entwicklung anhält, gibt es den Wald, wie wir ihn kennen, in fünf Jahren nicht mehr“, sagt der Leiter des Regionalforstamtes Münsterland.

Fichtenbestände, so der Chef-Förster, wird es im Münsterland schon im kommenden Jahr nicht mehr geben. Rund 100.000 Hektar Wald gibt es in der Region, auf 8000 davon standen Fichten. Inzwischen befallen die Heerscharen an Krabblern „auch Kiefer, Douglasie und Lärche“, sagt er. Der Holzmarkt „ist längst kollabiert“. Die Stämme werden inzwischen zu Heizmaterial geschreddert.

Selbst in den Hochlagen des Sauerlandes – bisher einigermaßen gewappnet ge­gen Wind, Wetter und Käfer – ist die Fichte nahezu flächendeckend tot, ergänzt Dr. Mathias Niesar vom Landesbetrieb Wald und Holz.

Finanzhilfen für Schadensbewältigung und Klimastabilität

Was Buchdrucker und Kupferstecher beim Nadelholz anrichten, besorgen Hitze und Trockenheit im Laubwald. Buchen werfen schon jetzt ihre Blätter ab, Eichen vertrocknen, die Ahorne leiden unter ei­ner gefährlichen Pilzerkrankung. „Ich weiß nicht mehr, wie wir das alles in den Griff bekommen sollen“, sagt Hochhäuser.

Zur Schadensbewältigung und Verbesserung der Klimastabilität im Wald hat das Land NRW die Finanzhilfe in diesem Jahr auf 57 Millionen Euro aufgestockt. Allein die Mittel zur Abmilderung der Extremwetterfolgen umfassen mehr als 36 Millionen Euro. Damit das Geld schnell und unkompliziert den Waldbauern zugutekommt, hat das Umweltministerium inzwischen die Antragsverfahren vereinfacht.

Unabhängig davon steht für den Leiter des Regionalforstamtes Münsterland fest: Hält die Dürre in den kommenden Jahren an, werden die alten großen Bäume eingehen. Landschaftsprägend seien dann riesige Freiflächen – „wie nach dem Krieg“.

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