Feuerwehr nach schwerem Unwetter im Dauereinsatz
Walstedde unter Wasser

Walstedde -

Ein schweres Unwetter setzte in der Nacht von Freitag auf Samstag weite Teile Walsteddes unter Wasser. Bis in den frühen Morgenstunden kämpften rund 150 Einsatzkräfte gegen die Fluten.

Samstag, 15.08.2020, 13:44 Uhr aktualisiert: 16.08.2020, 12:35 Uhr
Kniehoch stand das Wasser auch im Keller des noch nicht fertiggestellten Patientenhotels am Kirchplatz. Die Pumparbeiten dort dauerten bis Samstagnachmittag.
Kniehoch stand das Wasser auch im Keller des noch nicht fertiggestellten Patientenhotels am Kirchplatz. Die Pumparbeiten dort dauerten bis Samstagnachmittag. Foto: Dietmar Jeschke

Die Flut kam rasend schnell. Und mancher bemerkte erst, was geschehen war, als die Stromversorgung im Haus zusammengebrochen war. Ein Blick in den Keller sorgte dann in Teilen der Straßen Böcken, Kernbrock, Spinnbahn, Prillbach sowie an der Dorfstraße für blankes Entsetzen: In manchen Häusern stand das Wasser bis zu 80 Zentimetern hoch.

Das schwere Unwetter, das am Freitagabend in Drensteinfurt zunächst mit ein paar Blitzen und einigen Tropfen begann, bescherte den Einsatzkräfte von Feuerwehr, Stadt, THW und Maltesern in Walstedde eine schlaflose Nacht. Bis zum Morgen standen über 80 Einsätze zu Protokoll, berichtet Bürgermeister Carsten Grawunder, der bis 2.30 Uhr am Samstagmorgen selbst vor Ort war, um sich ein Bild von der Lage zu machen– ebenso wie Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann.

Durch den Starkregen – ersten Meldungen zur Folge sollen innerhalb kurzer Zeit stellenweise bis zu 130 Liter pro Quadratmeter gefallen sein – waren die Regenrückhaltebecken innerhalb kürzester Zeit randvoll. Die Folge: Das Wasser staute sich in der Kanalisation und drückte schließlich aus den Gullis zurück auf die Straße. „Das sah teilweise aus wie ein Springbrunnen“, schildert Carsten Grawunder. Von den überfluteten Straßen lief das Wasser schließlich in zahlreiche Kellerschächte.

Besonders brenzlig wurde es im Pumpwerk am Sportplatz. Dort war der Wasserspiegel derart gestiegen, dass kurzzeitig die Elektrik auszufallen drohte. Das jedoch konnten Feuerwehr und Bereitschaftskräfte des Klärwerks in letzter Minute verhindern. „Sonst wäre es wohl zu einer richtigen Katastrophe gekommen“, schildert der Bürgermeister die zeitweise dramatische Lage. Als die Situation gegen 5 Uhr einigermaßen unter Kontrolle schien und die meisten Keller – auch mit Hilfe von Traktoren und großen Güllefässern – leer gepumpt waren, entdeckten die Einsatzkräfte schließlich, dass auch der komplette Keller des noch im Bau befindlichen Patientenhotels am Kirchplatz unter Wasser stand. Die Abpumparbeiten dort dauerten bis Samstagnachmittag.

Insgesamt waren in Walstedde rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Stadt im Einsatz. Dank zollten Carsten Grawunder und Feuerwehrsprecher Frank Kronshage den Walstedder Bürgern, die sich mit Besen, Schrubbern und Eimern tatkräftig gegenseitig beim Kampf gegen die Wassermassen halfen.

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