Freilichtbühne Tecklenburg
38.000 von 53.000 Karten sind rückabgewickelt

Tecklenburg -

Rund 53.000 Karten waren bereits verkauft, als die Corona-Pandemie die Bühne komplett ausgebremst hat und alle Termine inklusive des Show-Finales abgesagt worden sind. Nun, zwei Monate später, sind bereits circa 38.000 rückabgewickelt.

Freitag, 31.07.2020, 20:13 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 20:45 Uhr
Im Büro der Geschäftsstelle der Freilichtspiele hat
Im Büro der Geschäftsstelle der Freilichtspiele hat das Team derzeit alle Hände voll zu tun Foto: Ruth Jacobus

Kein Musical auf der Freilichtbühne, keine Menschenmassen, die sich durch die Gassen zwängen. Zwar sind viele Wanderer im Städtchen unterwegs, doch ansonsten ist es ungewöhnlich ruhig. Nicht so in der Geschäftsstelle der Freilichtspiele an der Schlossstraße. Da wird telefoniert, sortiert und organisiert. Zwischendurch klingelt die Glocke an der Tür – persönliche Beratung ist gefragt. Seit dem 4. Mai läuft die Kartenrückabwicklung, und die bedeutet immens viel Arbeit für das Mitarbeiterteam.

Rund 53 000 Karten waren bereits verkauft, als die Corona-Pandemie die Bühne komplett ausgebremst hat und alle Termine inklusive des Show-Finales abgesagt worden sind. Nun, zwei Monate später, sind bereits circa 38 000 rückabgewickelt. Täglich kommen noch zahlreiche Briefe an, in denen Umbuchungsformulare und Tickets stecken. „Aber es wird weniger“, sieht Radulf Beuleke Licht am Ende des Tunnels.

Umbuchung aufs nächste Jahr

Der Vorsitzende der Freilichtspiele schildert die Vorgehensweise, die zwar sehr aufwendig sei, aber insgesamt sehr positiv aufgenommen werde. Es werde möglichst versucht, auf den gleichen Termin im nächsten Jahr umzubuchen. Premiere für den „Besuch der alten Dame“ wäre in diesem Jahr am Freitag, 24. Juli, gewesen, 2021 ist das ein Samstag – doch dann steht „Sister Act“ auf dem Plan. Passt der Termin trotzdem? Bei Unklarheiten wird telefonisch Kontakt aufgenommen. Kein Wunder also, dass die Drähte glühen in dem kleinen Büro der Freilichtspiele. Es laufe alles super, es gebe viele positive Reaktionen, betont Beuleke und erzählt, dass auch Dankesbriefe ankommen – mit Schokolade.

Da die meisten Karteninhaber auf das nächste Jahr umbuchen, sind bei vielen Terminen bereits die besten Plätze vergeben. Der offizielle Kartenvorverkauf startet im Herbst. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Bestellungen sind vorher nicht möglich. Die Nachfrage sei allerdings bereits sehr stark.

Erstattungen summieren sich auf 350.000 Euro

Neben den Umbuchungen gibt es natürlich auch Leute, die lieber ihr Geld erstattet haben möchten. Das summiert sich auf rund 350 000 Euro.

Die liebsten Musicalfans sind der Bühne diejenigen, die persönlich in die Geschäftsstelle kommen, um die Karten umzutauschen. Denn die suchen sich vor Ort ihre Plätze aus und nehmen die neuen Karten sofort mit nach Hause. Das spart Zeit – und Kosten. Weil sonst alles per Post verschickt wird, muss nicht gerade wenig Porto gezahlt werden. Auf rund 40 000 Euro schätzt Beuleke die Summe.

Hoffnung spät geplatzt

Dass nun auch das Show-Finale am 13. September „nach Abwägung aller Möglichkeiten und der rechtlichen Bedenken“ abgesagt werden musste, tut Beuleke leid. „Wir haben bis zuletzt gehofft, dass die bisherigen Einschränkungen bis Ende August gelockert werden. Die Unsicherheiten auch auf Seiten der Behörden machen eine Veranstaltung unmöglich“, so Beuleke. Er beklagt die mangelnde Kommunikation der zuständigen Behörden mit der Bühne. Informationen für Veranstalter gebe es nur durch die Presse. Trotzdem schaut er optimistisch nach vorne. „Man darf die positive Stimmung nicht verlieren und erstarren.“

Wir haben bis zuletzt gehofft, dass die bisherigen Einschränkungen bis Ende August gelockert werden.

Radulf Beuleke

Die Arbeit geht weiter. In den nächsten Wochen beginnen die Verhandlungen mit den Ensemble-Mitgliedern und den Agenturen wegen des Engagements für 2021. Denn es ist nicht sicher, ob alle bei der Stange bleiben. Vielleicht nimmt sich auch jemand eine Auszeit, um woanders Geld zu verdienen.

Der Blick bleibt also in die Zukunft gerichtet. Trotzdem bleibt etwas Wehmut. „Es ist schön, über die leere Bühne zu gehen – aber wenn ich dann daran denke, dass dort vor einer Woche eigentlich „Der Besuch der alten Dame“ Premiere gehabt hätte. . .“.

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