Einbruchsserie in Heek
Polizei vermutet Täter aus dem Ort

Heek -

Sechs Einbrüche und einen Versuch gab es im Juli in Heek. Verglichen mit den Vormonaten mehr als eine Verdopplung. Da die Tatorte nah beieinander liegen und zum Teil mehrfach aufgesucht wurden, geht die Polizei von einem Tatzusammenhang aus. Bei einem Einbruch wurde ein Täter von einer Überwachungskamera aufgezeichnet.

Donnerstag, 30.07.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 18:19 Uhr
Nicht auf Wohnhäuser sondern auf
Nicht auf Wohnhäuser sondern auf Foto: dpa

8. Juli, 9. Juli, 13. Juli, 14. Juli, 17. Juli, 20. Juli und 26. Juli – so liest sich die Einbruch-Statistik für Heek im Juli. Auffällig: Wohnungen oder Häuser zählten jüngst nicht zu den ausgewählten Objekten der Täter. Vielmehr waren es ein Rohbau, eine Kita, ein Clubheim oder Baucontainer. Mal wurde eine Tür, mal ein Fenster aufgehebelt. Die Beute? In allen Fällen sehr überschaubar.

Ebenfalls auffällig: Einige Orte, wie die DRK-Kita in der Stroot, waren gleich mehrfach betroffen. Auch der Neu- beziehungsweise Rohbau im Engelkamp wurde zweimal von dem oder den Unbekannten aufgesucht. Dieser liegt Luftlinie mal gerade 600 Meter von der Stroot entfernt.

Genau wegen dieser räumlich-zeitlichen Dichte der Taten geht die Polizei von einer Einbruchserie aus. „Bei solch einer Häufung muss man unter den gegeben Umstände von einem Tatzusammenhang sprechen, alles andere wäre fahrlässig“, stellt Kreispolizei-Pressesprecher Frank Rentmeister klar.

Beim versuchten Einbruch im Engelkamp in der Nacht zum 13. Juli zeichnete eine Überwachungskamera einen Täter auf. Ein dunkel und mit einem Kapuzenpullover bekleideter Mann hatte gegen 1.15 Uhr vergeblich versucht, die Eingangstür aufzuhebeln. Veröffentlicht wurden diese Bilder bisher nicht, da es dafür eine richterliche Anordnung bräuchte. Ob das Bildmaterial den Ermittlern hilft, steht auf einem anderen Blatt.

​„Bei solcher Häufung wie aktuell in Heek schauen wir natürlich genauer hin“, sagt Frank Rentmeister. Details könne er nicht nennen, da die Ermittlungen nicht gefährdet werden sollen. Fakt ist aber: „Die Kollegen fahren regelmäßig Streife vor Ort.“ Der oder die Täter sollen sich also niemals sicher fühlen, auch wenn sie für ihre Einbrüche in den Abend- und Nachtstunden verlassene Gebäude aufsuchen.

​Zu möglichen Hintergründen ist bisher wenig bekannt. Doch die Einbruchsorte deuten auf Täter hin, die vermutlich nicht dem Profibereich zuzuordnen sein dürften. Das bestätigt die Polizei. Es seien nicht die klassischen Orte, an denen große Beute zu erwarten sei. Möglich könnte eine klassische Beschaffungskriminalität, also zur Finanzierung des Drogenkonsums, sein.

Dabei geht es darum, schnell an jegliche Art von Beute zu kommen, die sich beim Hehler zu Geld machen lässt, um sich dann vom Erlös Drogen kaufen zu können.

Übrigens ereigneten sich alle Taten im Juli vermutlich in den Nacht oder frühen Morgenstunden, sprich im Schutz der Dunkelheit. Etwas, das der gebürtige Legdener und Ex-Einbrecher Hermann Wenning (heute gefragter Buchautor) als „typisch“ bezeichnet.

​So erklärte Hermann Wenning dass es auch Einbrechern in der Regel um die Sicherheit ginge. Gerade im Bereich der Beschaffungskriminalität. Dunkelheit und unbewohnte Gebäude seien somit ideale Ziele. Und dabei gelte die sogenannte Zwei-Minuten-Regeln. Gelinge es Tätern in dieser Zeit nicht, ins Objekt zu gelangen, ließen sie davon ab.

Ob bei den jüngsten Einbrüchen in Heek Auswärtige oder Personen aus der Gemeinde selbst am Werk waren, ist ebenfalls noch unklar. Laut Polizei spreche jedoch vieles für örtliche Täter, sprich aus Heek selbst.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7515163?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker