Dokumentarfilm über Leiharbeiter in der Fleischindustrie
Hohe „Nebenkosten“ für verramschte Produkte

Kreis Warendorf -

Die Vorpremiere eines Dokumentarfilms über Leiharbeiter in der Fleischindustrie läuft Sonntag im Cinema Münster. Mit dabei ist neben Regisseurin Yulia Lokshina auch Pfarrer Peter Kossen.

Mittwoch, 08.07.2020, 16:40 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 17:03 Uhr
Pfarrer Peter Kossen nimmt an der Vorpremiere des Dokumentarfilms „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ über die Bedingungen von Leiharbeitern in der Fleischindustrieteil.
Pfarrer Peter Kossen nimmt an der Vorpremiere des Dokumentarfilms „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ über die Bedingungen von Leiharbeitern in der Fleischindustrieteil. Foto: Bischöfliche Pressestelle

In der Provinz kämpfen osteuropäische Leiharbeiter des größten Schweineschlachtbetriebs des Landes ums Überleben – und Aktivisten, die sich für deren Rechte einsetzen, mit den Behörden. In München studieren zur gleichen Zeit Schüler einer Theaterklasse das Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht ein und reflektieren über die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu.

Am Sonntag, 12. Juli, um 17.30 Uhr läuft im Cinema Münster die Vorpremiere des Dokumentarfilms „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ von Yulia Lokshina. Der 90-Minüter, der im Oktober in die Kinos kommt, wird vorab in Kooperation mit der Fachstelle Weltkirche des Bistums Münster gezeigt. Er berichtet über Facetten von Leiharbeit und Arbeitsmigration in Deutschland und verwebt diese mit den Gedankengängen der Jugendlichen und ihrer Auseinandersetzung mit dem Probentext.

„Moderne Sklaverei“

Neben Regisseurin Yulia Lokshina wird auch Pfarrer Peter Kossen, der im Film vorkommt, bei der Vorpremiere dabei sein. Der Pfarrer aus Lengerich prangert seit 2012 die Arbeits- und Lebensbedingungen vor allem der osteuropäischen Leiharbeiter in den Schlachtbetrieben an und bezeichnet diese als „moderne Sklaverei“. „Der Film ist über einen längeren Zeitraum entstanden, hätte aber zu keinem passenderen Zeitpunktveröffentlicht werden können“, betont Kossen.

Durch Corona und die Ausbrüche in der Fleischindustrie sei die im Film dokumentierte Wirklichkeit stark ins Licht der öffentlichen Wahrnehmung gerückt.

Vorpremiere im Cinema

 Die „Nebenkosten“ für das verramschte Fleisch seien hoch. „Landwirte zahlen mit ihrer Existenz, Arbeitsmigranten mit ihrer Gesundheit und die Natur mit der Artenvielfalt und dem ökologischen Gleichgewicht. Es muss sich jetzt etwas ändern“, fordert Kossen.

Der Film „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ wurde als bester Dokumentarfilm beim „Filmfestival Max Ophüls Preis“ ausgezeichnet. Die Vorpremiere beginnt am 12. Juli um 17.30 Uhr im Cinema Münster. Tickets können über www.cineplex.de erworben werden.

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