Familie Bolte betreibt seit zwei Jahren den Hofladen
Viel mehr als nur frische Eier

Greven -

In unserer Serie über Grevener Unternehmen steht diesmal der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Bolte mit Hofladen und „Regiobox“ im Mittelpunkt.

Dienstag, 07.07.2020, 23:00 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 10:22 Uhr
Regional und saisonal – und diesem Motto bieten Wilhelm und Elke Bolte mit ihren Söhnen Wim-Hugo (links) und Karl-Johann (rechts) frische Lebensmittel ausschließlich aus dem eigenen Garten in Bockholt an.
Regional und saisonal – und diesem Motto bieten Wilhelm und Elke Bolte mit ihren Söhnen Wim-Hugo (links) und Karl-Johann (rechts) frische Lebensmittel ausschließlich aus dem eigenen Garten in Bockholt an. Foto: Pia Weinekötter

Ganz in der Nähe vom Dortmund-Ems-Kanal verweist ein Schild am Straßenrand auf „Frische Eier“. Wer dann in die Hofeinfahrt einbiegt und den Hofladen besucht, wird überrascht sein. Denn hier gibt es viel mehr als nur frische Eier.

„Ja, das haben uns schon einige Kunden erfreut mitgeteilt, als sie in unserer Regio-Box herausfanden, dass es bei uns auch Kartoffeln, Fleisch, Fruchtaufstriche, Obst und Gemüse gibt“, erklärt Elke Bolte. Die Logopädin kommt gebürtig vom Hof und ist mit Landwirtschaft aufgewachsen. Da lag es für Elke und Wilhelm Bolte nahe, bei der Suche nach einem zusätzlichen Standbein auf einen Hofladen unter dem Motto „Regional und Saisonal“ zu setzen.

Den betreibt die Familie Bolte seit etwa zwei Jahren. „Als Neulinge auf diesem Gebiet haben wir auch aktiv die Lebensmittelkontrolle des Kreises Steinfurt miteingebunden und sind sehr gut beraten und mit wertvollen Hinweisen versorgt worden“, erinnert sich die 44-Jährige. „Würde ich beispielsweise unsere Fruchtaufstriche Marmeladen nennen, müsste ich in einem aufwendigen Verfahren mit dem Refraktometer jedes Mal die unterschiedlichen Zucker-Gehalte ermitteln – bei Fruchtaufstrichen hingegen nicht.“

Der Hof ist seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz. „Damals hieß unsere Familie noch Schulze Bockholt wie die Bauernschaft und dann hat irgendwann mal ein Bolte eingeheiratet“, umreißt Wilhelm Bolte die Hof-Geschichte. Er ist Landwirt aus Leidenschaft und hat den Beruf von der Pike auf gelernt. „Wir waren immer ein Schweinemastbetrieb, haben uns aber bewusst gegen die Mast im großen Stil in der Größenordnung von mehr als 3000 Tieren entschieden“, erklärt er. Doch damit ist man heutzutage in der reinen Schweinemast nicht mehr unbedingt wettbewerbsfähig.

Deshalb suchte der 53-Jährige nach Alternativen. So gesellten sich zu seinen Schweinen Hereford-Rinder. „Das sind hornlose und brave Rinder, das war uns wichtig, da unsere Kinder ja auch auf dem Hof aufwachsen und nicht gefährdet werden sollten.“ Die Mutterkuh-Herde ist von anfänglich drei trächtigen Kühen auf mittlerweile 16 Tiere angewachsen. Eine große Hühnerschar ergänzt den Tierbestand.

Seine 1100 Schweine stehen in der Vormast daher auch auf Stroh. „Das mögen die Schweine und es spart Heizkosten“, pflichtet der elfjährige Wim-Hugo seinem Vater bei. „Und das ist gut für die Umwelt“, ergänzt sein neunjähriger Bruder Karl-Johann. Die Ferkel werden zugekauft, gemästet und kommen dann unter anderem zu einem kleinen Schlachtbetrieb in Milte. „Dort werden pro Woche nur etwa 1000 Tiere geschlachtet und nicht etwa 20 000 pro Tag“, erläutert Bolte. So ist auch sichergestellt, dass jeder Betrieb auch das Fleisch seiner Tiere zurückerhält.

Weiterverarbeitet wird das Fleisch – Schwein, Rind und auch Wild aus dem eigenen Jagdrevier – dann bei einem Metzger des Vertrauens. Und der ist auch offen für neue Ideen und entwickelt gerne gemeinsam mit den Boltes neue Wurstwaren mal mit und ohne Wild. Einen Grundsatz haben die Boltes jedoch: „Wir probieren erst alles selber, bevor wir es im Hofladen anbieten!“ Das führte dann allerdings auch dazu, dass die Söhne schon mal sagen: „Das ist zu lecker zum Verkaufen, das essen wir alles selber!“

Ein großer liebevoll gehegter Gemüsegarten ergänzt das Hof-Angebot von Fruchtaufstrichen, Wurstwaren, Chutneys und Fleisch mit frischem Gemüse wie Erbsen, Möhren, Salat, dicke Bohnen. „Alles mit Liebe von Hand gemacht – und alles aus eigener Herstellung“, betont Elke Bolte. So können auch Inhaltsstoffe beim gesamten Sortiment im Fall von Allergien lückenlos nachvollzogen werden.

Und das Sortiment wächst weiter. Nach der Eröffnung ihrer Regio-Box vor zwei Jahren folgte seit Jahresbeginn die Vermarktung von Kartoffeln und besagten „frischen Eiern“.

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