Großveranstaltung abgesagt
Fettmarkt: Da wet nix metmakt

Metelen -

Der Fettmarkt findet in diesem Jahr nicht statt. Dies teilte Organisatorin Antje Schmies-Hoffmann nach einem Beschluss der Gemeindeverwaltung mit. Die Verantwortung dafür, eine derartige Veranstaltung unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften in der Innenstadt stattfinden zu lassen, könne keiner übernehmen, hieß es zur Begründung. Die Planungen, die seit Januar laufen, sind damit überflüssig geworden.

Mittwoch, 01.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 15:18 Uhr
Gaukler, Händler, Kunsthandwerker – davon lebt der Fettmarkt Metelen. Doch in diesem Jahr muss das Event wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie abgesagt werden.
Gaukler, Händler, Kunsthandwerker – davon lebt der Fettmarkt Metelen. Doch in diesem Jahr muss das Event wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie abgesagt werden. Foto: Irmgard Tappe

Für die Metelener ist es ein gesetzter Termin im Jahresablauf, gleich nach den Hochfesten, gleich nach Kirmes und Start in die Sommerferien: Der Fettmarkt ist eine feste Größe für den Ort und „Fettmarkt – da wet metmakt“ das Motto. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Nicht nur die Kirmes ist abgesagt, sondern auch das zweite große Event im Jahreslauf wird es nicht geben. „Wir mussten den Fettmarkt absagen“, erklärte Antje Schmies-Hoffmann, die ihn seit vielen Jahren organisiert.

So auch in diesem Jahr. Bereits Ende Januar, Anfang Februar hatte sie die Aussteller angeschrieben, zumeist Kunsthandwerker, aber auch Verkäufer von Waren, wie sie zum Fettmarkt einfach dazu gehören. „Da habe ich eine Liste von etwa 160 potenziellen Teilnehmern“, erklärt die Organisatorin. Ihrer Erfahrung nach bleiben dann etwa einhundert übrig, die am Markt teilnehmen wollen.

Doch neben ersten, schnellen Rückmeldungen habe sich bereits im März herausgestellt, dass der Rücklauf der Marktbeschicker immer zögerlicher wurde. Corona und der damit verbundene Lockdown zeigten Wirkung. Bereits damals war auch der Fettmarkt potenziell von der Absage bedroht. Zwar galt das erste Verbot von Großveranstaltungen nur bis Ende August, doch war eine Verlängerung nicht ausgeschlossen.

„Alle warteten ab“, beschreibt Antje Schmies-Hoffmann die unklare Lage. Für die Fettmarkt-Organisatorin bedeutete dies, das Rahmenprogramm zunächst auf die lange Bank zu schieben. Tanzgruppen, Musiker oder Straßenclowns zu buchen wäre unter derart unübersichtlichen Rahmenbedingungen nicht zu verantworten gewesen. „Ich habe auch die örtlichen Vereine und Verbände sowie die Gewerbetreibenden noch nicht angesprochen“, erläutert Antje Schmies-Hoffmann weiter.

Am Montag beschloss dann die Gemeindeverwaltung, den Fettmarkt abzusagen. „Die Verantwortung dafür, die Veranstaltung doch stattfinden zu lassen, kann keiner übernehmen“, erläutert die Organisatorin. Eine Registrierung der Besucher sei nicht möglich, Abstandsregeln nicht einzuhalten.

Also jetzt die Notbremse, alles auf Wiedervorlage. „Da werde ich eben Anfang des kommenden Jahres erneut mit der Planung beginnen“, lässt sich Antje Schmies-Hoffmann dennoch nicht entmutigen.

„Ich fürchte nur, dass es dann einige der bisherigen Marktbeschicker nicht mehr gibt“, weist sie auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie-Einschränkungen für die Händler und Handwerker hin, die auf Events wie den Metelener Fettmarkt angewiesen sind.

 

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