IHK-Regionalausschuss tagte in Metelen
Abstand halten auf dem Hof Konert

Metelen -

Der Regionalausschuss der IHK Nord Westfalen vertritt die Stimme der Unternehmer im Kreis Steinfurt. Er kam jetzt auf dem Hof Konert zu einer Tagung zusammen. Herausragendes Thema waren die Folgen des Corona-Lockdowns. Gastgeber Heiner Konert nutzte die Gelegenheit, um auch das laufende Projekt des Windparks Haltern-Moddefeld und die Schwierigkeiten bei dessen Umsetzung darzustellen.

Dienstag, 30.06.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 15:18 Uhr
Mit Abstand auf dem Weg zur Sitzung des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt (v.l.): Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe, Gastgeber Heiner Konert als Geschäftsführer des Windparks Schöppinger Berg, Prof. Dr. Manuel Rupprecht (FH Münster), Ausschussvorsitzender Gustav Deiters und sein Stellvertreter Klaus Weßendorf sowie die IHK-Regionalbeauftragte Dorothe Hünting-Boll. Konert nutzte die Gelegenheit, um den Vertretern von Wirtschaftsunternehmen aus dem Kreis Steinfurt auch das laufende Projekt des Windparks Haltern-Moddefeld und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung darzustellen
Mit Abstand auf dem Weg zur Sitzung des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt (v.l.): Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe, Gastgeber Heiner Konert als Geschäftsführer des Windparks Schöppinger Berg, Prof. Dr. Manuel Rupprecht (FH Münster), Ausschussvorsitzender Gustav Deiters und sein Stellvertreter Klaus Weßendorf sowie die IHK-Regionalbeauftragte Dorothe Hünting-Boll. Konert nutzte die Gelegenheit, um den Vertretern von Wirtschaftsunternehmen aus dem Kreis Steinfurt auch das laufende Projekt des Windparks Haltern-Moddefeld und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung darzustellen Foto: Busch/IHK Nord Westfalen

Der Regionalausschuss der IHK Nord Westfalen für den Kreis Steinfurt rechnet nicht mit einer schnellen Erholung der regionalen Wirtschaft. „Wir kommen aus der Krise heraus, aber es dauert länger als die meisten glauben“, unterstrich der Ausschussvorsitzende und IHK-Vizepräsident Gustav Deiters bei einer Tagung des Ausschusses in Metelen.

Das Gremium, in dem sich rund 50 Unternehmer aus dem Kreis Steinfurt im Interesse weiterer Unternehmen engagieren, informierte sich über die regionalen Folgen der Corona-Pandemie. Beste Voraussetzungen für das Treffen bot angesichts der geltenden Abstandsregeln der Hof von Ausschussmitglied Heiner Konert in Metelen, heißt es im Bericht der IHK.

Einen detaillierten Einblick in seine Branche vermittelte Gastgeber Heiner Konert den Ausschussmitgliedern. Der Geschäftsführer des Windparks Schöppinger Berg GmbH & Co. KG berichtete über die Planung und über Widrigkeiten beim Projekt Windpark Haltern Moddefeld in Horstmar und Metelen.

Gastreferent Prof. Dr. Manuel Rupprecht von der Münster School of Business der Fachhochschule Münster bestätigte die Einschätzung von Deiters, die auf den Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage basiert: „So schnell werden wir das alte Niveau nicht erreichen“. Rupprecht zeigte auf, dass von staatlicher Seite allein in Deutschland bereits bis Mitte Juni über 1300 Milliarden Euro aufgewendet wurden, um die Krise abzumildern und zu überwinden. Der Wirtschaftswissenschaftler sieht Europa und die ganze Welt durch die Krise betroffen, allerdings ungleich. Langfristig, so seine Überzeugung, seien alle Arbeitsmärkte betroffen, „aber mit deutlichen regionalen Unterschieden“. Das berge eine zusätzliche Gefahr für den Zusammenhalt in Europa.

Konkret wurden die Folgen der Corona-Pandemie für die regionale Wirtschaft als die Ausschussmitglieder über ihre Unternehmen berichteten. Zu denen, die von den Auswirkungen der Krise manchmal sogar profitieren, gehören demnach Betriebe, die dem Maschinenbau und der Landwirtschaft zuliefern, sowie Photovoltaikunternehmen.

„Die Betroffenheit ist je nach Branche und sogar innerhalb der Branche sehr unterschiedlich“, resümierte Deiters den Erfahrungsaustausch. In der Industrie insgesamt würden die Planumsätze häufig zwar noch erreicht, „aber die Auftragslage verschlechtert sich“. Auch die Banken rechnen im zweiten Halbjahr mit Problemen und gehen von spürbar steigenden Insolvenzzahlen aus.

Im stationären Einzelhandel befürchten die Betriebe weiterhin große Umsatzrückgänge. „Ein Grund dafür ist, dass die Kunden noch mehr als bisher online einkaufen und insgesamt zurückhaltender geworden sind“, erläutert Deiters. Besonders sorgenvoll schaut die Tourismus- und Veranstaltungsbranche in die Zukunft. „Alle Erlöse sind hier weggebrochen, ob und wann die Geschäfte wieder anlaufen, ist völlig unklar“, schilderte Deiters die Lage der Branche.

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