Eichenprozessionsspinner ist wieder da
Nester mit Maisschaum entfernen

Sassenberg -

Sie krabbeln wieder, die Eichenprozessionsspinner. Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben schon viele Raupen an den Eichen entdeckt. Mit einer speziellen Methode rücken sie den Tieren zu Leibe und das noch bevor sie die gefährlichen Brennhaare entwickeln. Anschließend enden sie als Vogelfutter.

Dienstag, 02.06.2020, 21:51 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 13:14 Uhr
Ein spezieller Helm schützt Mitarbeiter Ludger Baune bei seinem Einsatz gegen den EPS.
Ein spezieller Helm schützt Mitarbeiter Ludger Baune bei seinem Einsatz gegen den EPS. Foto: Ulrich Lieber

Er ist wieder da und sorgt bei vielen Sassenbergern für Unbehagen. Die Eichenprozessionsspinner (EPS) suchen sich mit Vorliebe Eichen aus, an denen sie sich an der wärmebegünstigten Südseite niederlassen können. Schon in den vergangenen Jahren sind sie zur Plage geworden, und auch in diesem Jahr sieht es so aus, als ob es erneut Probleme geben wird. „Es sind nicht weniger geworden“, bestätigt Ordnungsamtsleiter Martin Lüffe. „Das liegt am Klimawandel.“ Doch in diesem Jahr ist die Stadt deutlich besser vorbereitet, und das liegt an dem neuen Heißwasser-/Schaumgerät, mit dem sich die Nester des EPS bekämpfen lassen.

Schutzanzug und Helm

Das Ordnungsamt ist seit einer Woche unterwegs, um Nester des EPS ausfindig zu machen. Am Feldmarksee werden die Mitarbeiter schnell fündig, denn an vielen Eichen krabbeln die Eichenprozessionsspinner in großen Mengen.

Jetzt kommt Ludger Baune zum Einsatz. Ausgerüstet mit einem Schutzanzug und Helm nähert er sich den Schädlingen. Dank eines Aufsatzgerätes kann er auch in größeren Höhen das Nest erreichen und es mit einem Gemisch aus Heißwasser, Mais- und Kokosstärke besprühen. „Die Maisstärke sorgt dafür, dass die Hitze hält“, erklärt Martin Lüffe.

Bioabfall

Der heiße Schaum tötet die EPS auf der Stelle, anschließend rutschen die toten Tiere mit dem Schaum nach unten und können problemlos entsorgt werden. „Die Haare sind dann nicht mehr toxisch. Das ist reiner Bioabfall, den man sogar liegen lassen kann. Den fressen die Vögel“, berichtet Lüffe.

Die Meise frisst nicht nur den Eichenprozessionsspinner. Sie hilft, aber sie ist nicht die alleinige Lösung.

Martin Lüffe

Das neue Heißwasser-/Schaumgerät, das im März angeschafft worden ist, bewährt sich nun. Mitarbeiter Ralf Müller heizt das Wasser auf mindestens 86 Grad auf und durch den Maisschaum bleibt die Temperatur lange genug hoch, um die EPS zu vernichten. In der vergangen Woche wurden der Stadt rund 30 bis 40 Nester gemeldet, zudem findet Martin Lüffe mit seinem Team auch selbst immer wieder Nester. Vor allem an den Schulen und Kitas waren die Mitarbeiter verstärkt unterwegs, um für Sicherheit zu sorgen.

Nesselgift

Wichtig für die Bekämpfung ist der richtige Zeitpunkt. Die Raupen müssen alle im Nest sein, denn wenn sie auf „Prozession“ sind, also auf dem Baum unterwegs, um Nahrung zu suchen, hat es keinen Zweck. Noch sind die Haare der EPS übrigens noch keine Gefahr. Erst ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift, das Thaumetopoein, enthalten.

Im Frühjahr wurden viele Meisenkästen installiert, um die Meise als natürlichen Feind des EPS anzulocken. „Die Kästen sind wider Erwarten gut bestückt“, staunt Martin Lüffe und freut sich über die tierische Unterstützung. „Aber die Meise frisst nicht nur den Eichenprozessionsspinner. Sie hilft, aber sie ist nicht die alleinige Lösung. Und ab einer gewissen Größe geht auch die Meise nicht mehr ran.“

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