Kita St. Marien in der Coronazeit
Erzieher sehnen Öffnungstag herbei

Metelen -

Notbetreuung in der Coronazeit: Noch dürfen nur 20 Mädchen und Jungen die Kita St. Marien besuchen. Am 8. Juni soll die Einrichtung aber wieder für alle 75 Kinder öffnen. Dass das noch längst keine Rückkehr zur Normalität bedeutet, macht Leiterin Karin Krechting im Pressegespräch deutlich.

Montag, 25.05.2020, 07:32 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 16:48 Uhr
Die Kita St. Marien in Metelen: Bald geht der eingeschränkte Regelbetrieb los.
Die Kita St. Marien in Metelen: Bald geht der eingeschränkte Regelbetrieb los. Foto: Anne Spill

Still, leer und dunkel ist es an diesem Freitagmorgen auf den Fluren der Kita St. Marien. Nur wer die Treppe nach oben geht, hört hinter einer verschlossenen Tür leise Stimmen und ein zaghaftes Lachen. „Wir haben heute bloß zwei Kinder hier“, erklärt Leiterin Karin Krechting. Schließlich findet momentan nur die Corona-Notbetreuung statt – und noch dazu ist Brückentag.

So leer wie an diesem Morgen ist es nicht immer. 20 Mädchen und Jungen dürfen zurzeit die Einrichtung am Gausepohl besuchen. Sie werden in festen „Settings“ betreut, und diese sollen so wenig Kontakt wie möglich untereinander haben. Kein Spielen auf dem Flur, kein gemeinsames Essen im Café – und in die Turnhalle oder nach draußen darf immer nur ein Grüppchen. „Übergreifende Angebote finden momentan überhaupt nicht statt“, macht Karin Krechting deutlich. Das heilpädagogische Reiten fällt genauso aus wie der Ausflug in den Wald oder der Besuch bei Feuerwehr und Polizei. Und natürlich dürfen die angehenden Erstklässler auch keine Pyjamaparty feiern.

Gar nicht so leicht für die Lütten, oder? „Die Kinder gehen damit erstaunlich gelassen um“, berichtet die Kita-Leiterin. „Sie wissen, dass Corona ein schlimmes Virus ist und kennen die Hygieneregeln.“ Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, das haben auch die Jüngsten schon verinnerlicht. Nur das Abstandhalten ist mitunter schwierig – da helfen selbst Flatterbänder auf dem Spielplatz nicht.

Aber auch für die Erzieher ist die Situation ungewohnt. Wer gerade nicht in die Betreuung eingebunden ist und die Kita somit auch nicht betreten darf, der schreibt zu Hause Entwicklungsberichte, erledigt Einkäufe, kümmert sich um die Bepflanzung im Außenbereich oder sortiert Bücher. Über Telefonate oder das Vorbeibringen von Spielen versuchen die Betreuer, den Kontakt zu den Daheimbleibern nicht ganz abreißen zu lassen – zumal es auch in Metelen Kinder gibt, „von denen wir wissen, dass es zu Hause gerade nicht so rund läuft“. Die Kita-Leiterin verbringt zudem viel Zeit damit, Dienstpläne zu erstellen, Hygienepläne zu schreiben, Hinweisschilder zu drucken oder Desinfektionsmittel zu besorgen.

Die Kinder gehen damit erstaunlich gelassen um.

Karin Krechting

Eine Situation, die Karin Krechting durchaus mit Sorge betrachtet. „Wir können unseren Bildungsauftrag gerade nicht erfüllen“, sagt sie. „Aber wir müssen uns nun mal strikt an das halten, was der Gesetzgeber uns vorgibt.“ Und sie ist überzeugt: „Die Schließung der Kitas war richtig und konsequent.“ Nur sei eine baldige Evaluation wünschenswert gewesen: „Brauchen wir das so lange? Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten?“ Die schrittweise Öffnung hin zum eingeschränkten Regelbetrieb hätte ihrer Meinung nach „vielleicht auch schon eher“ kommen können.

Geplant ist nun, dass ab dem 8. Juni alle Kinder – St. Marien hat 75 Plätze – wieder in die Kita gehen dürfen. Diesen Tag sehnen die Erzieher herbei. „Wir freuen uns sehr darauf, die Kinder endlich alle wiederzusehen und wieder als Team zusammenzuarbeiten.“ Eine vollständige Rückkehr zur Normalität bedeute das aber noch nicht. Denn auch weiter gelten strenge Regeln: So gibt es zum Beispiel für jede Gruppe einen separaten Eingang, die Eltern müssen beim Bringen und Abholen Masken tragen und bestimmte Angebote fallen weiter aus.

Das Team der Kita gibt sich aber alle Mühe, Alternativen zu finden. Eine kreative Lösung haben die Erzieher zum Beispiel für die traditionelle Übernachtung der angehenden Schulkinder im Kindergarten gefunden: „Das machen wir jetzt virtuell“, erklärt Karin Krechting. Mit Hot Dog und im Schlafanzug geht‘s vor die Webcam – und neben einem Betthupferl haben die Erzieher natürlich auch eine Gute-Nacht-Geschichte vorbereitet . . .

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