Strenge Besuchsregeln im St.-Josef-Stift
Risiko möglichst gering halten

Sendenhorst -

Am liebsten, daraus machen die Verantwortlichen im St.-Josef-Stift keinen Hehl, wäre es ihnen gewesen, das Besuchsverbot für Patienten im Krankenhaus und Reha-Zentrum aufrecht zu erhalten. Doch wenn es schon sein soll, dann auf der Grundlage eines schlüssigen, sicheren Hygienekonzeptes, das das Infektionsrisiko für Patienten und Mitarbeiter so gering wie möglich hält, erklärt Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann.

Donnerstag, 21.05.2020, 00:02 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 14:50 Uhr
Am Screening-Punkt kommt keiner vorbei. Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann weist dort auf die künftigen Regeln für Patientenbesuche hin.
Am Screening-Punkt kommt keiner vorbei. Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann weist dort auf die künftigen Regeln für Patientenbesuche hin. Foto: Annette Metz

Am liebsten, daraus machen die Verantwortlichen im St.-Josef-Stift keinen Hehl, wäre es ihnen gewesen, das Besuchsverbot für Patienten im Krankenhaus und Reha-Zentrum aufrecht zu erhalten. Doch durch die neuen Vorgaben der Corona-Schutzverordnung sind sie aufgefordert, Besuche zu ermöglichen. Doch wenn es schon sein soll, dann auf der Grundlage eines schlüssigen, sicheren Hygienekonzeptes, das das Infektionsrisiko für Patienten und Mitarbeiter so gering wie möglich hält, erklärt Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann.

„Wir haben im St.-Josef-Stift bislang eine unauffällige Infektionslage“, führt Dr. Klemann aus. Darauf sei man im Stift durchaus stolz und wisse, dass man das auch der Hygiene-Disziplin der rund 1400 Mitarbeiter zu verdanken habe, die sich auch im privaten Bereich sehr verantwortungsvoll verhielten. Bislang sei lediglich eine Mitarbeiterin bei den Kontrollen positiv getestet worden. Sie sei derzeit in Quarantäne und die Tests ihrer Kontaktpersonen im Haus seien alle negativ verlaufen. „Das ist auch ein Ergebnis unserer strengen Hygienemaßnahmen. Hier hat das Schutzkonzept sofort gegriffen“, so Klemann.

Wir wollen weiter streng bleiben und die Sicherheit nicht aufs Spiel setzen.

Dr. Ansgar Klemann

Seit gestern sind Besuche im Krankenhaus und im Reha-Zentrum also wieder möglich – wenn auch nur sehr eingeschränkt. Jeder Patient gibt bei seiner Aufnahme zwei Personen an, die ihn besuchen können. Diese werden in einer Liste erfasst und am Screening-Punkt am Eingang Westtor hinterlegt. Ab dem dritten Behandlungstag ist dann ein Besuch in festgelegten Zeitfenstern möglich: Pro Patient und pro Tag kann ein Besucher für eine Stunde einen Krankenbesuch ausschließlich im Zimmer abstatten.

Anmelden muss sich der Besuch zwar nicht. Doch damit der Besucherstrom kontrollierbar bleibt, wurden die Wochentage auf die Stationen aufgeteilt. Gemeinsame Spaziergänge sind weiter nicht möglich. Der Park bleibt gesperrt und kann ausschließlich von Patienten alleine genutzt werden.

Besucher müssen sich am Screening-Punkt ausweisen, einen Fragebogen ausfüllen, und es wird Fieber gemessen. „Wir wollen weiter streng bleiben und die Sicherheit nicht aufs Spiel setzen“, beschreibt Dr. Ansgar Klemann den Weg des Stifts.

Derzeit befindet sich das Stift mit kleinen Schritten heraus aus dem Krisen-Modus, teilte die Geschäftsleitung in diesen Tagen auch in einem Informationsschreiben an die Mitarbeiter mit. So werden derzeit wieder mehr Krankenhausbetten für die Regelversorgung genutzt. Und da in der jetzigen Situation mit keinem großen Versorgungsbedarf für Covid-19-Patienten zu rechnen sei, werden die Zahl der Isolierbetten halbiert.

Die Pandemie wirke sich wirtschaftlich auch auf das Stift aus, blickt Dr. Ansgar Klemann dabei auch auf die Zahlen. Dennoch sei es die richtige Entscheidung gewesen, auf Kurzarbeit zu verzichten, Überstunden abzubauen und Arbeit umzuverteilen, fasst er zusammen.

Dabei dankt Klemann erneut den Mitarbeitern, die sich flexibel gezeigt hätten und sogar andere Aufgaben übernommen hätten. So zum Beispiel den Dienst am Screening-Punkt, erklärt der Geschäftsführer und schlägt den Bogen noch einmal zu den Besucherregeln mit dem Appell: „Bitte verzichten Sie möglichst auf Besuche in Krankenhaus oder Reha.“

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