Gastwirte warten auf Ausführungsbestimmungen aus Düsseldorf
Wie viele Gäste dürfen kommen?

Lüdinghausen -

Die Gastwirte freuen sich. Sie dürfen endlich wieder Gäste bewirten. Doch vier Tage vor dem Neustart nach dem langen Lockdown warten sie auch konkrete Regeln aus Düsseldorf. Sind Quadratmeter entscheidend? Wie viele Gästen dürfen gleichzeitig kommen? Müssen deren Namen bekannt sein? Sind Mund- und Nasenschutz zwingend?

Donnerstag, 07.05.2020, 17:57 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 18:00 Uhr
Vor dem Backwiärk in der Innenstadt von Lüdinghausen stehen noch Bänke und ein Schild mit der Aufschrift "Nicht gestattet". Beides wird am 11. Mai verschwunden sein.
Vor dem Backwiärk in der Innenstadt von Lüdinghausen stehen noch Bänke und ein Schild mit der Aufschrift "Nicht gestattet". Beides wird am 11. Mai verschwunden sein. Foto: Bettina Laerbusch

Das Virus gibt es nach wie vor – doch die zwei Holzbänke sowie der jeweilige Zettel darauf mit der Aufschrift „Nicht gestattet“ vor dem Backwiark in der Innenstadt werden spätestens ab Montag verschwunden sein. Denn am 11. Mai dürfen Gaststätten und Cafés wieder öffnen und ihre Gäste auch vor Ort und nicht nur außer Haus mit Gutem versorgen. Jörg Terjung, Inhaber unter anderem des gerade erwähnten Backwiärts, freut sich „absolut“ auf die nächste Woche. Er hat den Trubel, die Menschen, die bei ihm essen oder eine Tasse Kaffee trinken, vermisst. Die Bänke wird er bis Montag abgebaut und durch Stühle ersetzt haben – so dass der Sicherheitsabstand zwischen den Personen gesichert ist. Die bekannten Hygienevorschriften wird er einhalten – ansonsten wartete Terjung am Donnerstagmittag ebenso wie alle anderen seiner Kollegen auf die genauen Ausführungsbestimmungen aus Düsseldorf von der Landesregierung beziehungsweise aus den zuständigen Ministerien.

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) war in Wartestellung. „Wir rechnen mit der dritten Coronaschutz-Verordnung heute im Laufe des Tages oder morgen“, sagte Renate Dölling, Geschäftsführung des DeHoGa Münsterland. „Ich habe aber auch keine Ahnung, wie schnell es geht“. In der Verordnung werde stehen, ob es Beschränkungen gebe und welche.

Michael Pieper, Fachbereichsleiter bei der Stadt Lüdinghausen und verantwortlich für den großen Bereich „Ordnung“, wartete am Donnerstag auch auf eine Nachricht. „Die Situation ist sehr unbefriedigend“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung, „alle stehen in den Startlöchern – und wir können ihnen nicht weiterhelfen.“ Aus Düsseldorf müssten die Ausführungsbestimmungen kommen. Und die beträfen keineswegs nur die Gastronomie, sondern beispielsweise auch Fitnessstudios. Dass der Sicherheitsabstand einzuhalten ist, wisse jeder. Aber müssten die Mitarbeiter, die Gäste bedienten, zwingend Handschuhe und einen Mund-Nasen-Schutz tragen? Pieper brachte in diesem Zusammenhang „den gesunden Menschenverstand“ von Betreibern und auch Gästen ins Spiel. Eine Blaupause gibt es für das, was die ganze Welt zurzeit erlebt, eben nicht. „Wir wollen auf gar keinen Fall, dass es einen Rückfall gibt“, brachte es Jörg Terjung auf den Punkt.

In den berühmten Startlöchern stehen auch die Betreiber des Hotels Mutter Siepe in Seppenrade. Auch dort tappt man zurzeit im Dunkeln, was die genauen Regeln angeht. Wie viel Personal muss zurückkommen? Das ist eine von etlichen Fragen, auf die Hoteliers und Gastronomen am Donnerstag, vier Tage vor der Wiedereröffnung, noch keine belastbare Antwort wussten. Sicher ist: „Wir werden auf jeden Fall nächste Woche wieder öffnen“, war bei Mutter Siepe zu hören.

Los geht es in der kommenden Woche auch wieder bei Hase Bajric, der das Restaurant Caribello Tapas Bar an der Mühlenstraße betreibt. Auch er wartete am Donnerstagnachmittag auf eine E-Mail vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, in der konkret steht, was Gastwirte beachten müssen. Handschuhe würden seine Mitarbeiter tragen, sagte Bajric. Die Speisenkarten seien abwaschbar; Tische und Stühle würden immer dann, wenn ein Gast ginge, desinfiziert; Spender habe er angebracht. Nach der ersehnten E-Mail geht‘s weiter mit den Vorbereitungen für den 11. Mai.

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