Familie Jaspers päppelt Fundvögel auf
Direkter Abflug ist der schönste Dank

Steinfurt -

Irgendwie hat Stephanie Jaspers ein Händchen dafür: Bereits einige Male haben sie mit ihrer Familie junge Vögel bei sich aufgenommen, die aus dem Nest gefallen oder bei frühen Flugversuchen abgestürzt sind. Jetzt war ein Kauz-Junges zu Besuch.

Donnerstag, 07.05.2020, 15:56 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 16:10 Uhr
Joel Jaspers hält ein abgestürztes Steinkauz-Junges in den Händen. Mit seiner Mutter Stephanie (rd. Foto) hat er auch mal einen Raben aufgezogen.
Joel Jaspers hält ein abgestürztes Steinkauz-Junges in den Händen. Mit seiner Mutter Stephanie (rd. Foto) hat er auch mal einen Raben aufgezogen. Foto: privat

Stephanie Jaspers wird immer mehr zur Vogel-Mama. Der Begriff „Rabenmutter“ ist hier angebracht, aber sicherlich nicht despektierlich gemeint. Mit dem neunjährigen Sohnemann Joel kümmert sie sich immer wieder mal um gefiederte Findelkinder und pflegt sie gesund. Jetzt hatten sie einen Steinkauz zu Besuch.

„Vermutlich ist das Käuzchen bei seinen ersten Flugversuchen abgestürzt“, schätzt Stephanie Jaspers. Im angrenzenden alten Speicher könnte ein Steinkauznest sein, da man nachts regelmäßig Kauz-Konzerte zu hören bekäme. Sie nahm den kleinen, benommen wirkenden Bruchpiloten morgens in ihre Obhut und deponierte ihn in ein dunkles Katzenkörbchen, um ihm Ruhe zu geben.

Ich hatte kaum die Hände geöffnet, da flog der Kauz auch schon weg. Das war der schönste Abschied überhaupt.

Stephanie Jaspers

Währenddessen recherchierte Stephanie Jaspers im Internet, wie sie sich zu verhalten habe. Das Wiederaussetzen in Nestnähe oder an einer erhöhten Position sei wichtig. Entweder kümmern sich die Eltern dann um den Nachwuchs oder zumindest ist er vor möglichen Fressfeinden ein Stück weit geschützt.

Der Kauz nahm weder etwas zu fressen noch zu trinken an, wirkte aber nicht unterernährt. Also entschied die Tierfreundin sich am Abend zu einem Testlauf: Der mittlerweile im Körbchen stehende gefiederte Mitbewohner sollte auf einem Ast abgesetzt werden, um das Verhalten zu beobachten. Doch so weit kam es gar nicht, erinnert sich Stephanie Jaspers: „Ich hatte kaum die Hände geöffnet, da flog der Kauz auch schon weg. Das war der schönste Abschied überhaupt.“

Erfahrungen mit anderen Vögeln haben sie und ihre Kinder bereits in der jüngeren Vergangenheit gemacht. Eine unberingte Hochzeitstaube, eine Turteltaube oder auch ein Rabenjunges päppelten sie wieder auf. Besonders der schwarze Vogel ist Stephanie Jaspers und ihrem Sohn Joel ans Herz gewachsen. Als Jungtier nahmen sie ihn vor zwei Jahren für einige Wochen bei sich auf.

Der Rabe begann irgendwann, seine ersten Runden zu fliegen. Er kam aber immer wieder zurück, erkor sich auch gerne den Arm oder die Schulter als Rastplatz aus. „Die Tiere danken es einem“, sagt Stephanie Jaspers. „Andererseits ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass sie es sich somit einfach machen bei der Futtersuche. Ich würde alle Tiere aufnehmen und aufpäppeln oder auch behalten, wenn es möglich wäre.“ Joel wäre damit sehr einverstanden.

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