Viertklässler wieder in der Schule
Ein Stückchen Normalität

Ostbevern -

Auch an den Grundschulen in Ostbevern sind ab Donnerstag wieder die Viertklässler zurück. Die letzten Vorbereitungen dafür wurden gestern getroffen. Ab heute soll auch Klarheit darüber herrschen, wie es mit den anderen Jahrgängen weitergeht.

Donnerstag, 07.05.2020, 05:56 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 06:03 Uhr
Noch ist alles ruhig an der Ambrosius-Grundschule. Heute kommen aber an beiden Ostbeverner Grundschulen die Viertklässler wieder in den Unterricht.
Noch ist alles ruhig an der Ambrosius-Grundschule. Ab Donnerstag (7. Mai) kommen aber an beiden Ostbeverner Grundschulen die Viertklässler wieder in den Unterricht. Foto: Gemeinde Ostbevern

Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht. Angesichts täglich wechselnder Wasserstandsmeldungen, eines Wusts an noch zu klärenden Fragen und mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ein nicht unerheblicher Teil des Lehrpersonals ausfallen könnte, wäre es nicht verwunderlich, wenn an den Schulen ein Anflug von Untergangsstimmung herrschen würde. Stattdessen war die Laune bei den Ostbeverner Schulleitern am Mittwoch, wenige Stunden bevor die nächsten Entscheidungen aus Berlin erwartet wurden, überraschend gut.

Gute Stimmung 

„Wir sind in froher Erwartung dessen, was da beschlossen wird“, sagte Michael Bertels lachend. Da war bei ihm angesichts der sich überschlagenden Mitteilungen der letzten Tage zwar durchaus ein leicht ironischer Unterton herauszuhören. Die Grundstimmung im Kollegium sei aber tatsächlich gut, bestätigte der Schulleiter der Loburg.

Erste Erfahrungen mit dem Unterricht in Zeiten von Corona hat das Gymnasium bereits sammeln können, weil die diesjährigen 123 Abiturienten schon zuvor wieder kommen durften. Für diese geht es nun aber in die unterrichtsfreie Phase vor den Abschlussprüfungen, die am 12. Mai starten. Die Zulassungsbescheide dafür hat die Loburg ausnahmsweise per Post verschickt.

Lehrer als Risikogruppe

Wie es mit den anderen Jahrgängen konkret weiter gehen soll, darüber erwartete Bertels für den Mittwochabend, spätestens am Donnerstag Mitteilung aus dem Ministerium. „Pläne haben wir natürlich, aber ein bisschen ist es im Moment Stochern im Nebel, weil wir nicht genau wissen, wie viele Stufen wann wieder in den Unterricht kommen sollen. Daran hängt die Aufteilung der Räume und der Stundenplan.“

An der Loburg zählen zudem laut Bertels „eine ganze Menge“ Lehrer auf die eine oder andere Art zur Risikogruppe – 25 von 84. Auch das wird Einfluss drauf haben, in welcher Form Unterricht stattfinden kann.

Erfahrungen gesammelt

An der Josef-Annegarn-Schule rechnet Schulleiter Andreas Behnen derzeit sogar nur mit der halben Belegschaft. Das Lehrerkollegium sei zwar relativ jung, dafür gebe es aber viele Schwangerschaften. „Zurzeit haben wir circa 50 Prozent der Kollegen an Bord“, sagte Behnen. Immerhin waren die Erfahrungen mit dem Zehnerjahrgang, der bereits seit dem 23. April wieder zur Schule geht, zufriedenstellend. „Die Schüler haben sich ganz gut wieder eingefunden. Natürlich muss man hier und da auf die Einhaltung aller Regeln aufmerksam machen. Aber das ist ja schon eine vernünftige, einsichtsfähige Altersstufe.“ Sollte es so kommen – wie aus dann der Ministerkonferenz am Mittwochabend tatsächlich verlautete – dass schon bald mehrere Jahrgangsstufen in einem rollierenden System unterrichtet werden, sei auf jeden Fall noch viel zu klären, meint Behnen.

Das gilt natürlich auch für die beiden Grundschulen, bei denen gestern angesichts des heutigen Unterrichtsbeginns für die vierten Klassen rege Betriebsamkeit, aber auch Vorfreude herrschte. „Zunächst mal freuen wir uns ganz doll, wenigstens einen Teil unserer Schüler wieder begrüßen zu dürfen“, sagte Andrea Winter, Schulleiterin der Ambrosius-Grundschule. Auf die Nachricht, wie es bald mit den anderen Jahrgängen weitergeht, wartete man an der Ambrosius- wie auch an der Franz-von-Assisi-Grundschule gleichermaßen gespannt. Heute soll es darüber konkrete Informationen vom Land geben.

Eltern sollen informiert werden

„Sobald Klarheit herrscht, werden wir die Eltern schnellstmöglich informieren. Die brauchen schließlich ebenfalls Planungssicherheit“, sagte Elke Hohage. Die Konrektorin an der Assisi-Grundschule hoffte gestern auf einen gewissen Spielraum in den vorgegebenen Rahmenbedingungen. Beide Grundschulen standen schon vorher in engem Austausch miteinander, um möglichst gleiche Regeln zu haben.

Damit zum Beispiel nicht mehr als zwölf Kinder in einer Klasse sitzen, werden diese an beiden Grundschulen in zwei Gruppen aufgeteilt. Für die Wiederaufnahme des Unterrichts in einem rollierenden System gibt es an beiden Schulen ausgearbeitete Pläne, die aber erst mit den Vorgaben vom Land an die konkreten Gegebenheiten angepasst werden können.

Fest steht, dass möglichst viel für die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln getan werden soll. An der Ambrosius-Grundschule ist der Pausenhof deshalb vorerst in drei Bereiche aufgeteilt. Und auch an der Assisi-Grundschule gibt es nun festgelegte Wege. Deshalb war dort auch zum Zeitpunkt des Anrufs dieser Zeitung Schulleiterin Martina Lamour verhindert. „Frau Lamour klebt gerade zusammen mit dem Hausmeister die Markierungen für die Abstandsregeln“, entschuldigte sie ihre Stellvertreterin Elke Hohage lachend. Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht. . .

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