17-Jährige in Untersuchungshaft
Festnahme: Hat Hausbewohnerin Gasexplosion herbeigeführt?

Lienen -

Am 8. Februar hat sich in einem Mehrfamilienhaus in Lienen eine Gasexplosion ereignet, bei der ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen ist. Am Mittwoch hat ein Richter Haftbefehl gegen eine 17-jährige Hausbewohnerin erlassen. Die Jugendliche ist in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben DNA-Spuren und Handykontakte die Ermittler auf die Spur der Beschuldigten gebracht.

Mittwoch, 06.05.2020, 16:20 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 17:55 Uhr
Die Explosion hatte das Treppenhaus des Gebäudes aufgerissen. Da Einsturzgefahr bestand, gestalteten sich die Rettungsarbeiten am 8. Februar äußerst schwierig.
Die Explosion hatte das Treppenhaus des Gebäudes aufgerissen. Da Einsturzgefahr bestand, gestalteten sich die Rettungsarbeiten am 8. Februar äußerst schwierig. Foto: Michael Baar

Hat eine 17 Jahre alte Hausbewohnerin am 8. Februar die Explosion einer Gasflasche in einem Haus am Diekesdamm herbeigeführt? Ein Richter ist am Mittwoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft Münster gefolgt, und hat Haftbefehl gegen die junge Frau erlassen. Vorgeworfen werden ihr Verdacht des Mordes in Tateinheit mit versuchtem Mord, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge und Sachbeschädigung. Die 17-jährige wurde laut gemeinsamer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft sowie der Polizei Münster und Steinfurt auf Anordnung des Richters in Untersuchungshaft genommen.

Weibliche DNA-Spur am Ventil der Gasflasche

Auf die Spur der Beschuldigten brachte die Ermittler die intensive Auswertung von Mobiltelefon-Daten der Hausbewohnerin. Bei der monatelangen Ermittlungsarbeit fanden Experten des Landeskriminalamts zudem eine weibliche DNA-Spur am Ventil der Gasflasche. Diese passe in allen Teilen zur DNA der 17-Jährigen, heißt es in der Pressemitteilung.

Explosion in Lienener Wohnhaus

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„Das Motiv für die vorgeworfene Tat ist noch unklar“, wird Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt in der Mitteilung zitiert. Hintergründe für das Geschehen könnten in einer möglichen psychischen Labilität der Jugendlichen zu finden sein. „Es besteht derzeit der dringende Verdacht, dass die Beschuldigte in einem Zustand psychischer Instabilität die Gasflasche geöffnet und eine Kerze angezündet hat“, so der Oberstaatsanwalt.

Das Motiv für die vorgeworfene Tat ist noch unklar.

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt

Zum Zeitpunkt der Explosion, die sich gegen 11.15 Uhr ereignet hatte, waren die Beschuldigte und auch ihre Familie nicht in dem Haus. Von der 17-Jährigen werden die Tatvorwürfe bestritten. „Sie habe die Gasflasche noch nie gesehen und habe keine Erklärung dafür, wie ihre DNA an das Flaschenventil gekommen sei“, erklärt der Leiter der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Thomas Götze. Im Rahmen der Anhörung beim Haftrichter habe sich die Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Am 8. Februar, einem Samstag, war die Feuerwehr zu dem Mehrfamilienhaus gerufen worden, weil die Bewohner Gasgeruch bemerkt hatten. Ein aus zwei Personen bestehender Einsatztrupp der Wehr betrat das Haus, um zunächst zu ermitteln, ob alle Bewohner das Gebäude verlassen hatten. Ein zweiter Trupp stand, ebenso wie weitere Mitglieder der Feuerwehr, vor dem Gebäude in Bereitschaft.

Bewohner des Hauses hatten Gasgeruch gemeldet

Bei der anschließenden Suche nach der Ursache des Gasgeruchs ereignete sich die Explosion. Die beiden Wehrmänner wurden im Keller des Hauses verschüttet. Erst nach geraumer Zeit gelang es den Rettungskräften, Kontakt zu einem der Verschütteten herzustellen. Am Nachmittag dann die traurige Gewissheit, dass der noch vermisste 19 Jahre alte Feuerwehrkamerad ums Leben gekommen war. Der zweite Verschüttete wurde mit schweren Verletzungen aus dem Keller geborgen. Bei der Explosion waren zudem drei weitere Feuerwehrleute, die einsatzbereit vor dem Gebäude standen, durch herumfliegende Trümmer verletzt worden.

Feuerwehrmann kommt ums Leben

Erschwert wurden die Bergungsarbeiten durch die Tatsache, dass das Gebäude als einsturzgefährdet galt. Bis heute ist unklar, ob das Haus abgerissen werden muss, oder saniert werden kann.

Schon am Montag nach der Explosion verdichteten sich die Anzeichen, dass dieses Ereignis vorsätzlich herbeigeführt worden sein könnte. Nach Sicherungsarbeiten am Gebäude konnte die eingesetzte Mordkommission mit der Sicherung von Spuren, insbesondere im Keller, beginnen. Die Gasflasche war bereits am Samstag im Zuge der Rettungsarbeiten von der Feuerwehr im Keller gefunden und der Polizei übergeben worden.

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