24-Stunden-Konzert für den guten Zweck
Den Blick auch auf andere Probleme lenken

Rinkerode -

24 Stunden am Stück für den guten Zweck musizieren: Dieses Projekt hat Gitarrenlehrer Michael Kolberg am vergangenen Wochenende umgesetzt – und damit sowohl viele Bürger im Ort, als auch weitere Interessierte über das Internet erreicht. Alle Geldspenden kommen der Welthungerhilfe zugute.

Montag, 04.05.2020, 17:09 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 20:11 Uhr
24 Stunden am Stück hat Michael Kolberg für den guten Zweck in seiner Rinkeroder Gitarrenschule musiziert.
24 Stunden am Stück hat Michael Kolberg für den guten Zweck in seiner Rinkeroder Gitarrenschule musiziert. Foto: Wilfried Gerharz

„Das war eine sehr spontane Idee, die ich in der Woche zuvor gehabt habe“, erzählt Kolberg im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Auslöser: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hatte als Folge der Corona-Krise auf die Gefahr einer „Hunger-Pandemie“ in Afrika hingewiesen. „Und ich hatte die schlimmen Bilder damals aus Äthiopien noch im Kopf“, so Kolberg. Seine Idee: mit Musik Spenden sammeln.

Die Gitarrenschule an der Albersloher Straße ist aktuell geschlossen. Schon zu Beginn der Pandemie Mitte März hatte der 59-Jährige mit Schaufensterkonzerten auf sich aufmerksam gemacht ( wir berichteten ). 14 Tage hat er das durchgehalten und dafür viel Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen. Nun folgte also die nächste Aktion während der erzwungenen Berufspause. „Ich finde es wichtig, den Blick auch auf andere Probleme zu lenken – die es abseits der Corona-Pandemie auf der Welt ja immer noch gibt“, beschreibt er seine Motivation.

Um mit seiner Musik möglichst viele Menschen zu erreichen, hatte sich Michael Kolberg im Vorfeld vom Verein „Münsterland e.V.“ beraten lassen und eine Facebook-Seite angelegt, um das Konzert zu streamen und um ein Spendenkonto einzurichten. „Das Geld geht von dort direkt, ohne Umwege, an die Welthungerhilfe“, erklärt Kolberg, der exakt heute vor sieben Jahren seine Musikschule im Davertdorf eröffnet hat.

Publikum auch mitten in der Nacht

Von Samstag um 17 Uhr bis Sonntag um 17 Uhr hat er dort auf seiner Gitarre musiziert, lediglich unterbrochen von einer kurzen Pause zwischen 2 und 4 Uhr. „Da habe ich mich auf einer Gymnastikmatte ein wenig ausgeruht. Richtig geschlafen habe ich aber nicht“, sagt der Rinkeroder. Immer wieder – sogar mitten in der Nacht – seien Leute vorbeigekommen und vor dem Schaufenster stehen geblieben, um ihn bei seiner Aktion auch moralisch zu unterstützen. Und gespendet wurde ebenfalls fleißig.

Mehr als 300 Euro sind bislang auf das Konto eingezahlt worden. Hinzu kommen Bargeld und die Aussicht auf weitere angekündigte Beträge, sodass die Aktion aktuell schon mehr als 600 Euro eingebracht hat. „Das ist doch ausgezeichnet gelaufen und macht Mut für mehr“, freut sich Kolberg, der anfangs doch Zweifel hatte, ob sich überhaupt jemand für sein Konzert interessiert. Besonders gefreut hat er sich über die Spende des kleinen Tito, der fünf Euro beigesteuert hat – sein ganzes Taschengeld, so Kolberg.

Er fühlt sich durch die vielen positiven Reaktionen ermutigt. Noch bis zum kommenden Sonntag können Menschen, die helfen wollen, Geld auf das Spendenkonto einzahlen. Und bestimmt wird es nicht die letzte kreative Aktion des Gitarrenlehrers in dieser herausfordernden Zeit gewesen sein.

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